Chronologie

Bündnis 90 bis zur Assoziation Bündnis 90/Die Grünen

22. März 2009
5. Januar 1968
Prager Frühling. Alexander Dubček wird 1. Sekretär der KP der Tschechoslowakei.

21. August 1968
Prag. Niederschlagung des Prager Frühlings. Die Demokratisierungsbestrebungen des Prager Frühlings werden von den Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten militärisch niedergeschlagen.

19. März 1970
Neue Ostpolitik. In Erfurt kommt es zum Treffen der beiden deutschen Regierungschefs Willy Brandt und Willi Stoph.

3. Mai 1971
Erich Honecker wird Staatsratsvorsitzender der DDR.

3. Juni 1972
Unterzeichnung des Schlussprotokolls des Viermächte-Abkommens über Berlin durch die USA, Großbritannien, Frankreich, die Sowjetunion, die Bundesrepublik, die DDR und den Westberliner Senat.  

21. Dezemeber 1972
Unterzeichnung des Grundlagenvertrags, in dem die Bundesrepublik und die DDR normale nachbarschaftliche Beziehungen vereinbaren.

3. - 7. Juli 1973
Beginn der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Helsinki.

18. September 1973
Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik werden in die Vereinten Nationen aufgenommen.

2. Mai 1974
Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik richten im jeweils anderen Staat ständige Vertretungen ein.

6. Mai 1974
Rücktritt von Willy Brandt. Nachdem ein persönlicher Referent des Bundeskanzlers als DDR-Spion enttarnt worden ist, tritt Willy Brandt zurück; neuer Bundeskanzler wird Helmut Schmidt.

1. August 1975
Helsinki-Abkommen. Mit der Unterzeichnung der Schlussakte endet die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

16. November 1976
Der Liedermacher Wolf Biermann, der am 13. Nov. in Köln ein Konzert gegeben hatte, wird die Rückkehr verweigert und aus der DDR ausgebürgert.

7. Januar 1977
Charta 77. In Prag berufen sich tschechische Bürgerrechtler auf das Helsinki-Abkommen und veröffentlichen die Charta 77.

23. August 1977
Rudolf Bahro wird verhaftet, nachdem er „Die Alternative“ im Westen veröffentlicht hat.

28. August 1977
Der Schriftsteller Jürgen Fuchs wird aus der Haft in die Bundesrepublik abgeschoben.

7. Oktober 1979
30. Jahrestag der DDR-Gründung. Robert Havemann fordert in „Mundo obrero“ die Aufhebung des politischen Strafrechts, Freiheit für die politischen Gefangenen, Pressefreiheit und Freizügigkeit in der DDR.

11. Oktober 1979
Der Regimekritiker Rudolf Bahro darf aus der DDR ausreisen.

27. Dezember 1979
Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan und Installation einer abhängigen Regierung.

24. - 31. August 1980
Streik in Polen. In verschiedenen polnischen Städten streiken Arbeiter unter der Streikleitung von L. Walesa und ringen der Regierung das Streikrecht und die Bildung freier Gewerkschaften ab. Die polnische Regierung und die Gewerkschaftsführung treten zurück.

20. September 1981
Offener Brief von Robert Havemann an Leonid Breschnew. In dem die deutsche Teilung als Voraussetzung der tödlichsten Bedrohung bezeichnet wird. Zu den Erstunterzeichnern gehören Gerd Poppe, Reinhard Weißhuhn und Rüdiger Rosenthal.

13. Dezember 1981
Militärputsch und Kriegsrecht in Polen; die Gewerkschaftsführer werden verhaftet.

14. Dezember 1981
Generalstreik für die Freilassung der Gewerkschaftsführer und die Aufhebung des Kriegsrechts. Streikende Arbeiter besetzen die Leninwerft in Gdansk, die danach mit militärischer Gewalt erstürmt wird.

25. Januar 1982
Frieden schaffen ohne Waffen. Der unter dieser Losung bekannt gewordene Berliner Appell wurde von Rainer Eppelmann initiiert; zu den 35 Erstunterzeichnern zählen Hans-Jochen Tschiche, Gerd Poppe und Robert Havemann.

7. Februar 1982
Schwerter zu Flugscharen. Unterschriftensammlung in evangelischen Kirchen durch die Aktion Schwerter zu Pflugscharen der unabhängigen Friedensbewegung der DDR.

8. Juni 1983
Roland Jahn aus Jena, in der unabhängigen Friedensbewegung der DDR aktiv, wird aus seinem Land rausgeschmissen.

1. September 1983
Sowjetische Abfangjäger schießen ein koreanisches Verkehrsflugzeug mit 269 Passagieren ab.

1. September 1983
Die Volkspolizei löst eine Menschenkette der unabhängigen Friedensgruppen in der DDR zwischen der russischen und der amerikanischen Botschaft in Ost-Berlin auf.

24. September 1983
Schwerter zu Pflugscharen. Im Lutherhof in Wittenberg findet im Rahmen des Wittenberger Kirchentags eine Umschmiedeaktion statt, die Umschmiedung eines Schwertes zu einer Pflugschar. Das Emblem "Schwerter zu Pflugscharen" war schon seit einigen Jahren das Emblem der kirchlichen Friedensbewegung. Das Tragen des Emblem war verboten.

31. Oktober 1983
Eine Grünen-Delegation mit den Bundestagsabgeordneten Petra Kelly, Gert Bastian und Otto Schily bei Honecker.

24. Februar 1984
Die Familie einer Nichte des DDR Ministerpräsidenten Stoph flüchtet sich in die Deutsche Botschaft in Prag. Während des ganzen Jahres erzwingen mehrere 100 DDR-Bürger ihre Ausreise in die BRD durch Besetzung der ständigen Vertretung in Ost-Berlin oder durch andere Botschaften der BRD.

11. März 1985
Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU.

20. - 24. September 1985
Die Synode des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR verabschiedet die Erklärung für Frieden und die Verwirklichung der Menschenrechte.

24. Januar 1986
Gründung der Initiative Frieden und Menschenrechte. Sie ist aus einem Menschenrechtsseminar 1985 in Berlin hervorgegangen und verstand sich von Anfang an als unabhängig von der Kirche. Anfangs ca. 25 Mitglieder; Sprecher Peter Grimm, Ralf Hirsch und Wolfgang Templin; weitere Mitglieder u.a. Ulrike und Gerd Poppe und Bärbel Bohley.

2. September 1986
Eröffnung der Umweltbibliothek in der Ostberliner Zionskirche.

24. - 28. April 1987
Stephan Bickhardt, Ludwig Mehlhorn und Reinhard Lampe bringen bei der Synode der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg der Antrag „Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“ ein. Daraus geht der Arbeitskreis „Initiative für Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“ hervor, der zu weiteren Mitgliedern u.a. Ulrike Poppe und Wolfgang Ullmann zählt.

5. September 1987
1.000 TeilnehmerInnen einer Demonstration der unabhängigen Friedens- und Ökologiegruppen in der DDR fordern den Abbau der Atomwaffen in Mitteleuropa und Begegnungsmöglichkeiten zwischen Ost und West

17. November 1987
Rechtsradikale Jugendliche überfallen die BesucherInnen eines Konzerts in der Ostberliner Zionskirche.

24./25. November 1987
Die Stasi dringt in die Umweltbibliothek in der Zionskirche ein, nimmt 20 Leute fest und beschlagnahmt Manuskripte etc. für die Zeitschriften „Umweltblätter“ und „Grenzfall“.

17. Januar 1988
69. Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Im Vorfeld der Demonstration und aus dem Demonstrationszug verhaftet die Stasi zahlreiche Mitglieder der Friedens- und Menschenrechtsgruppen, die eine öffentlichkeitswirksame Aktion geplant hatten. 40 Menschen, darunter Vera Wollenberger und Bert Schlegel, werden wegen versuchter Zusammenrottung verurteilt, alle zu 6 Monaten Haft. Auf die Verhaftungen hin finden in 40 Orten der DDR Fürbitt-Gottesdienste und Mahnwachen statt, die größte Veranstaltung mit 2.000 TeilnehmerInnen in der Gethsemane-Gemeinde. Die Verhafteten erhalten Ausreiseangebote. In der ersten Februarhälfte werden u.a. Freya Klier, Stefan Krawczyk, Bert Schlegel, Bärbel Bohley, Wolfgang Templin und Vera Wollenberger, teils mit halb-, ein- oder zweijährigem Visum und verbrieftem Rückkehrrecht, in den Westen abgeschoben. Bei den Zurückgebliebenen löst ihre "Ausreise" heftige Reaktionen aus. Petra Kelly und Bert Bastian, die am 30. Jan. und am 16. Febr. in die DDR einreisen wollen, wird die Einreise verweigert.

25. Januar 1988
Beginn der Fürbittgebete in Leipzig

5. Juni 1988
1. Pleiße-Gedenkumzug in Leipzig, der auf die katastrophale Umweltsituation in Leipzig aufmerksam macht.

19. Nov. 1988
Die Jugendzeitschrift Sputnik, die für die Politik Gorbatschows geworben hatte, wird verboten.

17. April 1989
Beginn des Studentenprotestes auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking.

1. Mai 1989
In Berlin werden Demonstranten, die Gorbatschow-Plakate bei der Demonstration zum 1. Mai tragen, verhaftet.

7. Mai 1989
Kommunalwahlen in der DDR. Zahlreiche Gruppen in der ganzen DDR nutzen ihr verbrieftes Recht, an der öffentlichen Auszählung der Stimmen teilzunehmen. In Leipzig überwachen kirchliche Gruppen in 83 Wahllokalen die Auszählungen. Die nicht-kirchliche Perestroika- Gruppe überwacht die Auszählung in 82 von 84 Wahllokalen im Stadtbezirk Mitte. Ähnliches geschah in anderen Städten. In nahezu allen Fällen konnte die Fälschung des Wahlergebnisses nachgewiesen werden. (Offizielles Wahlergebnis: 98,85% für die KandidatInnen der Nationalen Front. Noch am Abend kommt es zu ersten Protestversammlungen gegen die Fälschung der Kommunalwahlen. In Leipzig werden 72 DemonstrantInnen verhaftet.

4. Juni 1989
Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

7. Juni 1989
Vor der Berliner Sophienkirche demonstrieren Berliner Bürgerrechtler an jedem 7. eines Monats gegen die Fälschung der Kommunalwahl.

15. Juli 1989
DDR-Flüchtlinge halten sich in den BRD-Botschaften in Prag und Budapest auf sowie in der Ständigen Vertretung in Berlin, um die Ausreise zu erzwingen. Die beiden Botschaften und die Ständige Vertretung müssen im Laufe des Monats August wegen Überfüllung schließen.

24. Juli 1989
Aufruf von Markus Meckel und Martin Gutzeit zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei in der DDR.

19. August 1989
Sopron (Ungarn). Nach einem gesamteuropäischen Picknick überqueren 661 DDR-Bürger die österreichisch-ungarische Grenze bei Sopron. Bis zum Monatsende werden ca. 3.000 DDR-Bürger auf diesem Weg nach Westen reisen.

4. September 1989
Friedensgebet in der Nikolaikirche und Beginn der Montagsdemonstrationen in Leipzig. Nach einem Friedensgebet in der Nikolaikirche demonstrieren 1.200 Menschen für ihre Ausreise in der Leipziger Innenstadt. Auch die beiden nächsten Demonstrationen am 11. und 18. Sept. werden von Bürgern dominiert, die ihre Ausreise anstreben. Diese Demonstrationen werden von der Polizei aufgelöst. Am 25. September nehmen ca. 8.000 Menschen teil und fordern unter der Parole "Wir bleiben hier" Reformen in der DDR. Am 2. Oktober sind es 25.000 Menschen, eine Woche später 75.000, dann 120.000, am 23. Oktober 300.000 und am 30. Oktober noch einmal 200.000 Menschen. Der wohl kritischste Punkt der Demonstrationsbewegung ist der 9. Oktober, als die SED die blutige Zerschlagung der Bewegung geplant hat. Die 75.000 TeilnehmerInnen des Demonstrationszuges rufen "Wir sind das Volk". In den nächsten Wochen kommt die neue Parole hinzu: "Wir sind ein Volk".

9./10. September 1989
Im Haus von Katja Havemann in Grünheide findet das Gründungstreffen des Neuen Forums statt, Gründungsmitglieder u.a. Bärbel Bohley, Jens Reich, Sebastian Pflugbeil, Rolf Henrich und Hans-Jochen Tschiche..

10./11. September 1989
In der Nacht vom 10. auf den 11. Sept. wird die Grenze zwischen Ungarn und Österreich für DDR-Bürger offiziell geöffnet.

12. September 1989
Gründungsaufruf von Demokratie Jetzt: Aufruf zur Einmischung in die eigene Sache, u.a. Hans-Jürgen Fischbeck, Ulrike Poppe, Wolfgang Ullmann und Konrad Weiß.

19. September 1989
Das Neue Forum beantragt seine Zulassung als Vereinigung.

23. - 30. September 1989
6000 DDR-Flüchtlinge in der Prager Botschaft dürfen - über Dresden - in die Bundesrepublik ausreisen.

25. September 1989
Erste Demonstration mit 8000 TeilnehmerInnen auf dem Leipziger Ring.

2. Oktober 1989
Zweite Demonstration mit 10000 TeilnehmerInnen auf dem Leipziger Ring.

3./4. Oktober 1989
Belagerung des Dresdner Hauptbahnhofs durch DDR-BürgerInnen, die die Flüchtlingszüge aus Prag erreichen wollen.

4. Oktober 1989
Gemeinsame Erklärung der Bürgerbewegungen, die am 6. Okt. in der Berliner Erlösergemeinde im Rahmen einer Zukunftswerkstatt „Wie weiter DDR?“ verlesen wird.

7. Oktober 1989
40. Jahrestag der DDR. Demonstrationen in Berlin (und anderswo); Gründung der Sozialdemokratischen Partei in Schwante bei Berlin.

9. Oktober 1989
70.000 Demonstranten in Leipzig.

16. Oktober 1989
200.000 Demonstranten in Leipzig.

18. Oktober 1989
Honeckers Rücktritt. Krenz wird Nachfolger.

23. Oktpber 1989
250.000 Demonstranten in Leipzig.

30. Oktober 1989
300.000 Demonstranten in Leipzig.

3. - 5. November 1989
In den ersten Novembertagen reisen fast 50.000 DDR-BürgerInnen aus, davon allein an den drei Tagen vom 3. bis 5. November ca. 20.000 auf dem Weg über Prag.
 
4. November 1989
Mehr als eine halbe Million Menschen demonstriert in Berlin und fordert Presse- und Versammlungsfreiheit

7. November 1989
Rücktritt der Regierung Stoph.

8. November 1989
Das Neue Forum wird DDR-amtlich als politische Vereinigung registriert.

9. November 1989
Fall der Mauer in Berlin und Öffnung der Grenze zur BRD.

14. November 1989
Der Bundesvorstand der Grünen fordert die völkerrechtliche Anerkennung der DDR. Die Grünen fordern strömungsübergreifend, dass die BRD der DDR nicht ihre Wirtschaftsordnung aufdrängen darf; nicht Großmacht Deutschland, sondern demokratische Reform der DDR.

18. November 1989
Gründung der Grünen Liga als Netzwerk ökologischer Bewegungen. Gründungsmitglied ist u.a. Matthias Platzeck, später auch Vertreter der Grünen Liga am Runden Tisch.

24. November 1989
Gründung der Grünen Partei der DDR im Rahmen eines Delegiertentreffens von DDR-Umweltgruppen in Berlin.

28. November 1989
Helmut Kohl legt dem Bundestag ein 10-Punkte.Programm vor, das über den Weg konföderativer Strukturen und eingebettet in einen gesamteuropäischen Prozess die Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands anstrebt. Als einzige Fraktion im Bundestag plädieren die Grünen für eine Politik der Zweistaatlichkeit.

28. November 1989
"Für unser Land". Der von 31 prominenten Intellektuellen, u.a. von Ulrike Poppe und Konrad Weiß unterzeichnete Aufruf wird innerhalb des nächsten Monats von 1,1 Millionen DDR-Bürgern unterschrieben. Der Aufruf plädiert für die Aufrechterhaltung der Eigenstaatlichkeit der DDR, die sich zu einer sozialistischen Alternative zur BRD entwickeln soll.

4. Dezember 1989
Besetzung des Stasi-Gebäudes in Leipzig

7. Dezember 1989
Im Bonhoeffer-Haus in Berlin kommt erstmalig der zentrale Runde Tisch zusammen Der Runde Tisch versteht sich als öffentliches Kontrollorgan des Staates. Er verlangt Informationen über die wirtschaftliche, finanzielle und ökologische Situation des Staates und Einbeziehung in die Regierungsentscheidungen und will sich mit Vorschlägen, wie die Krise des Landes überwunden werden kann, an die Bevölkerung wenden, bis durch demokratische Wahlen ein legitimes Parlament der DDR gewählt ist. Moderiert wird er von Vertretern der evangelischen Kirche.

8. Dezember 1989
Gregor Gysi wird SED-Vorsitzender.

15. Januar 1990
Besetzung der Stasi-Zentrale in der Normannenstraße.

28. Januar 1990
Gründungskonferenz des Neuen Forums.

3. Februar 1990
Gründungsversammlung der Grünen Liga in Schkopau.

9. - 11. Februar 1990
Gründungsparteitag der Grünen Partei der DDR in Halle. SprecherInnenrat: Christine Weiske, Friedrich Heilmann, Judith Demba, Dorit Nessing-Stranz, Henry Schramm, Viktor Liebrenz.

17. Februar 1990
Gründungskongress des Unabhängigen Frauenverbands der DDR. Vorher waren am 3. Dezember 1989 1200 Frauen dem „Aufruf an alle Frauen“ in die Berliner Volksbühne gefolgt und hatten den Beschluss der Gründung einer gemeinsamen politischen Interessenvertretung gefasst.

18. März 1990
Volkskammerwahl: Bündnis 90 erreicht 2.9%, das Bündnis von UFV und Grüner Partei 2.0%; sie bilden eine gemeinsame Fraktion.

30. März - 1. April 1990
Die außerordentliche Bundesversammlung in Hagen lehnt den Anschluss der DDR nach Art. 23 GG ab und verabschiedet das Wahlprogramm für die Bundestagswahl 1990. In der deutschlandpolitischen Debatte des Parteitages nehmen Die Grünen Abstand von der Position der Zweistaatlichkeit.

7. - 9. September 1990
2. Parteitag der Grünen Partei der DDR. Beschluss der Fusion mit den westdeutschen Grünen gleich nach der Bundestagswahl. Für den gemeinsamen Bundesvorstand werden Christine Weiske und Friedrich Heilmann gewählt.

22./23. September 1990
Bundesversammlung in Bayreuth. Satzungsbeschlüsse zur Fusion mit der Grünen Partei der DDR.

29. September 1990
Auf Antrag der Grünen hebt das Bundesverfassungsgericht das Wahlgesetz zur Bundestagswahl 1990 auf. Daraufhin kommt es zu getrennten Wahlklauseln in Ost und West

3. Oktober 1990
Vereinigung von Bundesrepublik und DDR. Marianne Birthler, Joachim Gauck, Gerd Poppe, Werner Schulz, Wolfgang Ullmann werden Mitglieder der Bundestagsfraktion.

4. Oktober 1990
Neue FraktionssprecherInnen werden Willi Hoss, Marianne Birthler und Antje Vollmer

14. Oktober 1990
Landtagswahlen in Bayern und in den neuen Bundesländern. In Bayern erzielen die Grünen 6.4% (-1.1%); In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schaffen Listenverbindungen von Bündnis 90 und Grünen den Einzug in den Landtag (Sachsen 5.6%, Sachsen-Anhalt 5.3%, Thüringen 6.5%);
Ohne Listenverbindung scheitern die Grünen in Brandenburg und Mecklenburg/V.; Bündnis 90 erreicht in Brandenburg 6.4% und bildet mit FDP und SPD eine Ampelkoalition (25. Okt.).

19. November 1990
Neues Forum, Initiative für Frieden und Menschenrechte, Demokratie Jetzt, Grüne Partei und Unabhängiger Frauenverband einigen sich auf den Modus für eine Listenverbindung zur Bundestagswahl.

2. Dezember 1990
Die Grünen erzielen im Westen 4.8% eine keine Bundestagsmandate, die Listenverbindung Bündnis 90/Grüne - BürgerInnenbewegung im Osten 6.0% der Zweitstimmen; daraus geht die Bundestagsgruppe Bündnis 90/Die Grünen mit 8 Bundestagsmandaten hervor.

3. Dezember 1990
Fusion der Grünen Partei der DDR und der Grünen.

21./22. September 1991
Gründung von Bündnis 90 als Partei in Potsdam. Demokratie Jetzt und die Initiative für Frieden und Menschenrechte treten der neuen Partei bei, das Neue Forum ist in der Frage des Parteibeitritts gespalten.

27. - 29. September 1991
Gründung von Bündnis 90/Grüne in Sachsen in Zwickau. DJ, IFM, NF und Grüne Partei bilden als erste in Sachsen eine gemeinsame Organisation; Bündnis 90 und die Grünen verzichten auf die Bildung von Landesverbänden in Sachsen.

25./26. April 1992
Die Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Grüne in Sachsen beschließt den Beitritt bei Bündnis 90.

2./3. Mai 1992
Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90. Die Bundesdelegiertenkonferenz befürwortet eine Assoziation mit den Grünen.

15. - 17. Mai 1992
14. Bundesversammlung der Grünen in Berlin. Es wird ein Antrag verabschiedet für die Vereinigung von Grünen und Bündnis 90 und einer gegen eine Einschränkung des Grundrechts auf Asyl.

23. November 1992
Die Vorstände von Bündnis 90 und den Grünen unterzeichnen den Assoziationsvertrag.

12. Dezember 1992
Die Landesversammlung von Bündnis 90 lehnt in Brandenburg den Assoziationsvertrag ab.

16./17. Januar 1993
In Hannover billigen die Bundesdelegiertenkonferenzen von Grünen und von Bündnis 90 den Assoziationsvertrag, der den Mitgliedern der beiden Parteien zur Urabstimmung vorgelegt wird. Strittig ist der Kompromiss in der Frage des Frauenstatuts, das vorerst nur im Westen gilt. Rücktritt von Christine Weiske.

19. April 1993
Der Assoziationsvertrag ist von den Grünen und vom Bündnis 90 mit 91.7% bzw. 85.7% per Urabstimmung beschlossenen.

24. April 1993
Die Landesdelegiertenkonferenz der Berliner Grünen lehnt den Entwurf für eine gemeinsame Satzung des Landesverbandes von Bündnis 90/Die Grünen ab, während die Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90 dem Satzungsentwurf zustimmt.

1./2. Mai 1993
Keine Assoziation der Landtagsfraktion von Bündnis 90 in Brandenburg. Die Landtagsfraktion von Bündnis 90 in Brandenburg, in der die Assoziationsgegner in der Mehrheit sind, entscheidet, bis zum Ende der Legislaturperiode unter dem Namen „Bündnis“ unabhängig von der Partei weiterzuarbeiten.

14. - 16. Mai 1993
1. Bundesversammlung von Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig. Mit der Wahl eines gemeinsamen Vorstands, dem – wie im Assoziationsvertrag vorgesehen - drei Mitglieder von Bündnis 90 angehören, wird der Vereinigungsprozess abgeschlossen. Der Assoziationsvertrag wird formell in Kraft gesetzt, sein inhaltlicher „Grundkonsens“ später beim Bundeswahlleiter anstelle des Saarbrücker Programms der Grünen von 1980 hinterlegt. SprecherInnen sind Marianne Birthler und Ludger Volmer, Politische Geschäftsführerin Heide Rühle.


Chronologie, Stand: 08.04.2008

Ihr Warenkorb

 

Lieferbedingungen
Allgemeine Geschäftsbedingungen der Heinrich-Böll-Stiftung (AGB hbs)
Hier finden Sie Informationen rund um die Bestellung: Porto-Kosten, Hinweise zum Datenschutz, Ausnahmeregelungen oder die Nummer der telefonischen Beratung. mehr»
Hilfe
So bestellen Sie auf boell.de
Der Bestellvorgang auf boell.de Schritt für Schritt erklärt: Hier erfahren Sie ausführlich, wie Publikationen auf boell.de bestellt werden. mehr»
Veranstaltungen
Das waren unsere Veranstaltungen 2009

» Veranstaltungsarchiv

» Aktuelle Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender auf boell.de

Bundesweite Projekte und Initiativen
http://www.mauerfall09.de Video: Was ist für dich Demokratie? 19./20. März 2009 Internationale Konferenz: 1989 - Europa im Aufbruch Super 700 – die siebenköpfige Band aus Berlin will sich nicht in Schubladen stecken lassen. Frontfrau Ibadet Ramadani spricht über Identität, Europa und ihre Musik. Dazu gibt es Musikausschnitte von Super 700.