Theaterproduktion
Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst: „Odysseus.Krieg.Entzug.“
Mit "Odysseus.Krieg.Entzug." eröffneten die Regisseurinnen Miriam Sachs, Ingrun Aran und Wenke Hardt am 12. Dezember 2012 in der Heinrich-Böll-Stiftung das Jahresprojekt "Krieg im Kopf" ihres Produktionskollektivs ff-enterprise. fiktion & forschung. Parallel zur „Laborreihe“, in der sie den direkten Austausch mit Experten und Publikum suchen, erarbeitet jede Regisseurin eine eigene Inszenierung zum Thema „Kriegsfolgen und posttraumatisches Syndrom“.
Der Auftakt beginnt in der in der Antike: Odysseus ist vielleicht einer der ersten Kriegsdienstverweigerer der klassischen Weltliteratur. Sein Versuch, dem Militäreinsatz bei der Eroberung von Troja zu entkommen, ist erfolglos - stattdessen bleibt ihm die zweifelhafte Ehre, die entscheidende Kriegsstrategie zu entwickeln, die zehn Jahre Belagerungszustand und Krieg mit einem Sieg für die Griechen beendet. Odysseus Geschichte, die aus vielen Binnengeschichten besteht, ist ein Geflecht aus Verdrängung, Aufarbeitung und Identitätssuche.
Das interdisziplinäre Stück „Odysseus.Krieg.Entzug“ schlägt eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst. Es ist angelegt als Collage aus Originaltext, Fiktion sowie Textmaterial aus Wissenschaft und aktuellen Nachrichten, angereichert durch Sounds, Videoprojektionen sowie Musik des griechischen Komponisten Giorgos Kyriakakis. Begleitend diskutierte der Traumaforscher und Psychiater Prof. Hinderk M. Emrich (Medizinische Hochschule Hannover) Berührungspunkte und Unterschiede zu heutigen Bewältigungsstrategien traumatischer Erlebnisse.
Das Jahresprojekt "Krieg im Kopf" findet im Herbst 2013 seinen Höhepunkt im Kraftwerk Berlin: Im Rahmen eines dokufiktionalen Symposiums verdichten sich die Ergebnisse aus der Laborphase zu neuen Diskussions- und Crossover-Formaten.
Weitere Aufführungen von "Odysseus.Krieg.Entzug." vom 10.-13. Januar 2013 im Theater unterm Dach.
Mit:
Angelina Kartsaki, Jürgen Ruoff, Leo Solter, Peter von Strombeck,Thomas Monn
Gäste:
Prof. Hinderk M. Emrich, Medizinische Hochschule Hannover
Idee, Inszenierung, Trick-Collage: Miriam Sachs
Musik: Giorgos Kyriakakis
Künstlerische Mitarbeit: Silke Wiegand, Wenke Hardt
Licht: Christian Maith / Kamera: Ingrun Aran
FILM RISS THEATER in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, der Medizinischen Hochschule Hannover, Produktionskollektiv ff-enterprise, fiktion & forschung, Theater unterm Dach und Union Filmtheater. Gefördert durch den Berliner Senat, den Fonds Darstellende Künste, die Rudolf-Augstein-Stiftung und das Bezirksamt Treptow-Köpenick.
