Veranstaltungen
Fr, 15.5.09 19 bis 21 Uhr Heinrich-Böll-Stiftung
Sophiensaele6386
Spielstand Spezial: Copyright Wars
Vergnügen und Unbehagen an der digitalen Kultur. Vortrag und Diskussion mit Prof. Lawrence Lessig

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der Untergang des Abendlandes beschworen wird. Aufgeschreckt durch den schwedischen PirateBay-Prozess und das Scan-Projekt von Google verstricken sich juristische Laien in den Feuilletons, betroffene Kulturschaffende und Vertreter der Content-Industrien in eine lautstarke Debatte zur Zukunft des Urheberrechts.

Dabei nimmt die Frontstellung zwischen den Befürwortern einer digitalen Tauschökonomie und den Anwälten eines Schutzes von geistigem Eigentum Züge eines ideologisch verbohrten Kulturkampfes an. Unterschiedliche Sozialisationsmuster und Interessen scheinen eine Verständigung zwischen beiden Lagern unmöglich zu machen.

Dabei liegen schon längst pragmatische Vorschläge auf dem Tisch, wie die gewandelten Konsumptions- und Produktionsbedingungen im Internet durch neue Verkehrsformen abgebildet werden könnten. So soll etwa eine Kulturflatrate den Zugang zu Tauschbörsen entkriminalisieren und gleichzeitig die Vergütung von Kreativen gewährleisten. Prof. Lawrence Lessig, Gründer der Creative-Commons-Initiative und Vordenker der Urheberrechtsevolution, versucht in einer Spezialausgabe der Reihe SPIELSTAND, die amerikanischen Erfahrungen mit den Copyright Wars für die europäische Debatte nutzbar zu machen.


Zur Person:

Lawrence Lessig ist Verfassungsrechtler an der Stanford Law School und ein Guru der internationalen Netzgemeinde. Er ist ein entschiedener Kritiker eines restriktiven Copyrights im Bereich immaterieller Güter. Lessig entwickelte das Konzept einer „freien Kultur“ und unterstützt die kollaborative Arbeit an Software durch die Open-Source-Bewegung. Außerdem gründete er die Creative-Commons-Initiative und ist Mitglied der Electronic Frontier Foundation.

Sein letztes Buch „Remix: Making Art And Commerce Thrive In The Hybrid Economy” (2008) ist ein flammendes Plädoyer für ein radikales Neudenken von künstlerischer und wirtschaftlicher Praxis vor dem Hintergrund gewandelter medientechnologischer Bedingungen.

Pressestimmen und Download

Information:
Jan Engelmann
E-Mail: engelmann@boell.de
Fon: 030 – 285 34- 252

VeranstalterBundesstiftung
Veranstaltungs- ort
Website Lawrence Lessig
Sophiensaele
Raum: Festsaal
10178 Berlin, Sophienstraße 18
U-Bahn: Weinmeisterstraße, S-Bahn: Hackescher Markt oder Oranienburger Straße
Lageplan
  
Veranstaltungen
Es wurden keine Veranstaltungen gefunden.