Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der Untergang des
Abendlandes beschworen wird. Aufgeschreckt durch den schwedischen PirateBay-Prozess
und das Scan-Projekt von Google verstricken sich juristische Laien in den
Feuilletons, betroffene Kulturschaffende und Vertreter der Content-Industrien in
eine lautstarke Debatte zur Zukunft des Urheberrechts.
Dabei nimmt die Frontstellung
zwischen den Befürwortern einer digitalen Tauschökonomie und den Anwälten eines
Schutzes von geistigem Eigentum Züge eines ideologisch verbohrten Kulturkampfes
an. Unterschiedliche Sozialisationsmuster und Interessen scheinen eine
Verständigung zwischen beiden Lagern unmöglich zu machen.
Dabei liegen schon längst pragmatische Vorschläge auf dem Tisch, wie die gewandelten Konsumptions- und Produktionsbedingungen im Internet durch neue Verkehrsformen abgebildet werden könnten. So soll etwa eine Kulturflatrate den Zugang zu Tauschbörsen entkriminalisieren und gleichzeitig die Vergütung von Kreativen gewährleisten. Prof. Lawrence Lessig, Gründer der Creative-Commons-Initiative und Vordenker der Urheberrechtsevolution, versucht in einer Spezialausgabe der Reihe SPIELSTAND, die amerikanischen Erfahrungen mit den Copyright Wars für die europäische Debatte nutzbar zu machen.
Zur Person:
Lawrence Lessig
ist Verfassungsrechtler an der Stanford Law School und ein Guru der
internationalen Netzgemeinde. Er ist ein entschiedener Kritiker eines
restriktiven Copyrights im Bereich immaterieller Güter. Lessig entwickelte das
Konzept einer „freien Kultur“ und unterstützt die kollaborative Arbeit an
Software durch die Open-Source-Bewegung. Außerdem gründete er die
Creative-Commons-Initiative und ist Mitglied der Electronic Frontier
Foundation.
Sein letztes Buch „Remix: Making Art And Commerce Thrive In The
Hybrid Economy” (2008) ist ein flammendes Plädoyer für ein radikales Neudenken
von künstlerischer und wirtschaftlicher Praxis vor dem Hintergrund gewandelter
medientechnologischer Bedingungen.
Pressestimmen und Download
Information:
Jan Engelmann
E-Mail: engelmann@boell.de
Fon: 030 – 285
34- 252
| Veranstalter | Bundesstiftung |
| Veranstaltungs- ort |
Website Lawrence Lessig
Sophiensaele Raum: Festsaal 10178 Berlin, Sophienstraße 18 U-Bahn: Weinmeisterstraße, S-Bahn: Hackescher Markt oder Oranienburger Straße Lageplan |