Barcelona für ein Jahr ... Viva Polonia ... Bienvenue à Paris!

Von Claudia Maicher

Modularisierte Studiengänge sind verschult, unflexibel und engen die Kurswahl der Studierenden praktisch ein, hört man. Wo ist da noch Platz für ein Auslandssemester oder Praktikum? Das fragen sich viele Studierende, die gemäß den Zielen der Studienreform im Zuge des BOLOGNA-Prozesses diesen Plan verfolgen. „Europa wächst zusammen. Grenzen verschwinden. Der Nationalstaat als solcher verliert an Gewicht. Was mehr und mehr zählt sind Regionen, die von kulturellem und gesellschaftlichem Austausch ihrer Bürger leben. Es mag banal klingen, doch solch ein Austausch kann nur funktionieren, wenn man sein Gegenüber versteht“, so die Überzeugung einer Leipziger Studentin.

Wege nach Europa

Wege nach Europa ist das Motto von ERASMUS – der Teil des siebten Europäischen Rahmenprogramms "Lebenslanges Lernen", der für die Hochschulbildung steht. Und diese Wege sind vielfältig. Neben dem drei- bis zwölfmonatigem Teilstudium werden auch Praktika im Ausland gefördert und über das einheitliche European Credit Transfer System (ECTS) auf die Studienleistungen anerkannt. Es entfallen zudem alle Studiengebühren der Gastuniversität, ein Netz von Koordinatoren steht europaweit zur Verfügung und eine Studienbeihilfe bzw. ein Praktikumsstipendium wird monatlich gezahlt. Ziele können alle Länder der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Türkei und die Schweiz sein. Voraussetzung dabei ist, dass zwischen Heimatuniversität und Gastuniversität bilaterale Verträge geschlossen wurden.

Einmal in Barcelona studieren, in Kraków Kultur erleben und Paris genießen, das ist auch im BA- und Master-Studium möglich. Dass die Umsetzung bisweilen hohe Durchhaltekraft erfordert, Lust auf neue Perspektiven voraussetzt und eventuell ein verlängertes Studium nach sich zieht ist gesetzt. Ebenso sicher ist aber auch die Bereicherung für das Fachstudium, die Sprachkenntnisse und den persönlichen Horizont. Ein BA-Student mit Reiseziel Frankreich ist überzeugt „an dieser Stelle greift das Erasmusstudium für Soziologiestudierende. Sie können als Fremder, im Sinne Georg Simmels "der Wanderer, der heute kommt und morgen bleibt" Erfahrungen sammeln und sich mit einer ihnen fremden Sprache und Kultur, kurz: Lebenswelt arrangieren“.

Europa wartet auf Euch!

Denn interkulturell interessierte und erfahrene junge Akademikerinnen und Akademiker sind eine Bereicherung für die europäische Bildungslandschaft und wichtig für einen integrierten europäischen Arbeitsmarkt.

Claudia Maicher ist ERASMUS-Koordinatorin am Institut für Soziologie, Universität Leipzig und Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung.
Weitere Informationen unter:  http://eu.daad.de/eu/llp/06332.html und http://ec.europa.eu/education/programmes/llp/structure/erasmus_en.html#4

Ihr Warenkorb

 

Lieferbedingungen
Allgemeine Geschäftsbedingungen der Heinrich-Böll-Stiftung (AGB hbs)
Hier finden Sie Informationen rund um die Bestellung: Porto-Kosten, Hinweise zum Datenschutz, Ausnahmeregelungen oder die Nummer der telefonischen Beratung. mehr»
Hilfe
So bestellen Sie auf boell.de
Der Bestellvorgang auf boell.de Schritt für Schritt erklärt: Hier erfahren Sie ausführlich, wie Publikationen auf boell.de bestellt werden. mehr»
Der Clip zur Campustour
Vorlesungsreihe Gender Studies Revisited FAQ - Exzellenzinitiative hochschule@zukunft Das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung