Rückblick
"Wir wollen Bildung! – Was wollen wir eigentlich?"
Dieser Titel der Podiumsdiskussion, die die Grüne Hochschulgruppe Tübingen im Rahmen der Campustour der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltete, schien einige aus der Reserve zu locken. Der Einladung, sich einen Abend lang über verschiedene Bildungsverständnisse, damit einhergehend über unterschiedliche Vorstellungen eines gebildeten Menschen und über mögliche Leitbilder und Funktionen einer Universität auszutauschen, folgten rund 60 Interessierte. Das Programm konnte durch namhafte Referent/innen erweitert werden: Jan David Bakker, Student der IVWL an der Universität Tübingen, Theresia Bauer MdL, hochschulpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, Prof. Dr. Michael Dostmann, Professor für Physik an der HS Reutlingen, Vertrauensdozent der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Lehrstuhl für Komparatistik/Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Tübingen. Prof. Dr. Harald Vogel, emer. Professor für Deutsche Sprache, Literatur und ihre Didaktik an der PH Ludwigsburg sollte als Moderator durch die Diskussion führen.
Mit dem kleinen Hörsaal der Alten Anatomie in Tübingen bot sich ein Veranstaltungsort, der aufgrund steiler Sitzanordnung und daher optimaler Akustik geradezu prädestiniert für Podiumsdiskussionen schien.
Das inhaltliche Konzept, das ein AK der Grünen Hochschulgruppe im Vorfeld erarbeitet hatte, sah vor, den Referenten und der Referentin zunächst die Eingangsfrage „Was macht für Sie eine gebildete Person aus?“ zu stellen, um die Diskussion mit unterschiedlichen Statements zu Bildung zu eröffnen. So konnte der eine oder die andere auf dem Podium ein Zitat aus den Printmedien einbringen. Anschließend war angedacht, in Bezug auf die Universität Tübingen verschiedenen Fragestellungen nachzugehen: „Bildet die Uni (entsprechend dem jeweiligen Bildungsideal)? Soll sie das überhaupt? Ist es unser Wunsch, dass die Uni „nur“ auf den Arbeitsmarkt vorbereitet? Wie könnte ein Leitbild aussehen, wie könnten dessen Inhalte vermittelt werden?“ Die Diskussion, immer wieder teils emotional angeheizt durch Stimmen aus dem Plenum, geriet schnell in eine Abhandlung der neuen BA/MA-Abschlüsse. Es fiel allen Beteiligten eher schwer, sich auf die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Bildungsbegriff zu beschränken.
Die Veranstalter/innen zogen ein überwiegend positives Fazit. Stimmen aus dem Plenum bestätigten, dass die Diskussion zum Weiterdenken anregte. In lockerer Atmosphäre konnten anschließend solche Gedanken beim Radler im Biergarten ausformuliert werden.



