Dokumentation: Wie viele Studierende braucht das Land?

Dokumentation: Wie viele Studierende braucht das Land?

Foto: leedsn, shutterstock.

Zur Debatte um akademische und berufliche Bildung

Berliner Hochschuldebatten #23

„Wir sollten den Akademisierungswahn stoppen“, so das provokante Statement unseres Diskutanten Professor Julian Nida-Rümelin. Aus seiner Sicht hat Deutschland zu viele Studierende – über die Hälfte eines Altersjahrgangs. „Wir brauchen mehr Akademiker“, lautet dagegen die Forderung derer, die die internationalen Vergleichszahlen und sich wandelnde Ansprüche in vielen Berufs- und Tätigkeitsfeldern im Blick haben. Die Argumente und Motive für beide Positionen sind vielfältig, komplex und spannend. Ihnen auf den Grund zu gehen, war Ziel unserer Debatte.

Video

Podiumsdiskussion mit:

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Philosoph, Ludwig-Maximilians-Universität München, Staatsminister für Kultur und Medien a.D.
Kai Gehring MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Bildungs- und Hochschulpolitik
Dr. Barbara Dorn, Abteilungsleiterin Bildung / Berufliche Bildung, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
Moderation: Ulrike Plewnia, Redakteurin Politik, Hauptstadtbüro FOCUS

Pro / Contra

Wir haben Lena Ulbricht und Dr.  Noël Reumkens gebeten, die Argumente, die aus Sicht von Julian Nida-Rümelin, Barbara Dorn und Kai Gehring jeweils für und gegen Akademisierung sprechen, in einem Beitrag festzuhalten:

 

von

Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Chancengerechtigkeit, weiterhin hohe Studienberechtigtenzahlen anzustreben - mit diesem und anderen Argumenten verteidigt Grünen-Politiker Kai Gehring die Akademisierung.

von

Philisoph Julian Nida-Rümelin glaubt, dass gegenüber dem Bildungssystem in Deutschland eine gewisse Skepsis nicht fehl am Platze sei. Ausgehend von seiner pragmatischen Philosophie fordert Julian Nida-Rümelin einen neuen Zusammenhang zwischen Bildung und Philosophie.

Galerie

Fotos: Stephan Röhl, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Kommentar

von

Das Statistische Bundesamt hat vergangene Woche mitgeteilt, dass die Zahl an Studierenden im ersten Semester 2013 wieder um zwei Prozent gestiegen ist. Ob der Akademisierungstrend wirklich nur positive Folgen hat, bleibt allerdings heiß umstritten.

Zur Reihe

Ist Deutschland im Akademisierungswahn? Wie sieht eine familienfreundliche Hochschule aus? Sind unsere Bildungseinrichtungen nachhaltig? Wie steht es um die Freiheit der Forschung? Wie um Transparenz? Mit der Reihe „Berliner Hochschuldebatten“ bietet die Heinrich-Böll-Stiftung eine Plattform, um über Zukunftsfragen von Hochschule und Wissenschaft zu debattieren. Sie schafft damit Studierenden, Lehrenden, Hochschulangehörigen, Akademikerinnen und Akademikern sowie all jenen einen Ort, die über gute Hochschulen und gute Bildung diskutieren wollen. Bildung ist der Schlüssel für den Erfolg jedes Einzelnen und zugleich auch für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Debatten um gute Bildung sind daher wichtig. Sie müssen heute geführt werden, um die Gesellschaft von morgen zu gestalten.

Schule & Hochschule

Bildung und Wissenschaft entscheiden mit über die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Gute Bildung und Ausbildung an Schulen, Hochschulen und in der beruflichen Bildung sind zusammen mit international wettbewerbsfähiger Wissenschaft der Schlüssel für technologischen Fortschritt, Innovation und ökonomische Stabilität. Sie ermöglichen den Menschen, am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzuhaben und sind Voraussetzung für faire Aufstiegschancen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung will Debatten um die Qualität von Bildung und Wissenschaft initiieren und befördern, will sich für eine bessere Bildungsfinanzierung einsetzen und Institutionen in ihrer Handlungsfähigkeit stärken. Sie will dabei Akzente setzen in Bereichen wie Internationalität, Inklusion oder Nachhaltigkeit. Sie will streiten für ein durchlässigeres Bildungssystem und für gleiche Bildungschancen.

Veranstaltungen

Dez 12
#2 Digitales Nomadentum und Voluntourismus
Berlin