Büro Mexiko/Zentralamerika/Karibik, Mexiko-Stadt und San Salvador

Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Mexiko. Urheber: Claudia Wondratschke. All rights reserved.


Die Heinrich-Böll-Stiftung leistet in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und zum Aufbau einer Bürger/innengesellschaft, die sich für den Schutz der natürlichen Ressourcen und des Klimas, die Integralität der Menschenrechte, die Bürger/innensicherheit und die Geschlechtergerechtigkeit einsetzt.

In diesem Rahmen fördern wir vor allem den Dialog zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft, Akademiker/innen und Regierungsinstitutionen. Unsere vier großen Themenfelder sind:

Natürliche Ressourcen, Nachhaltigkeit und Klimawandel

Nachhaltige Ressourcenpolitik ist eine der Voraussetzungen für die erfolgreiche Bekämpfung des Klimawandels. Als ölproduzierende Nation sind die Herausforderungen für Mexiko auf diesem Feld sehr groß. Die Energiematrix setzt auch nach einer Energiereform weitgehend auf fossile Brennstoffe und nur am Rande auf Erneuerbare Energien. Zudem gefährdet der in den letzten Jahren verstärkt betriebene Extraktivismus im Bergbau Boden und Gewässer und stellt eine erhebliche Gesundheitsbelastung für die Bevölkerung dar. Die Entwicklungsversprechen der Bergbauunternehmen und die (wenigen) neu geschaffenen Arbeitsplätze stehen oft im Widerspruch zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen und der Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten. Für die Heinrich-Böll-Stiftung ist es wichtig, die regionalen Debatten zu begleiten, um zusammen mit Organisationen der Zivilgesellschaft auf politische Widersprüche, soziale, Umwelt- und Klimakosten sowie Genderaspekte aufmerksam zu machen.

In El Salvador konzentriert sich die Heinrich-Böll-Stiftung in diesem Bereich auf Studien zum Thema Extraktivismus in Zentralamerika und Netzwerkarbeit mit Betroffenenorganisationen.

In der Bekämpfung des Klimawandels setzt die Stiftung verstärkt auf die Begleitung bei der Erstellung und Einflussnahme auf die nationale und regionale Umsetzung entsprechender Gesetze. Seit der Klimakonferenz in Kopenhagen im Jahr 2009 ist sie Teil der „Grupo Financiamiento“, einem Netzwerk von zivilgesellschaftlichen Organisationen in Mexiko, die zum Klimawandel arbeiten. Die Gruppe hat sich u.a. das Monitoring der Bereiche Transparenz, Ressourcenpolitik und Gender zur Aufgabe gemacht.

In Zentralamerika hat sich die langjährige Zusammenarbeit mit der zivilgesellschaftlichen Organisation Centro Humboldt (Nicaragua) sehr bewährt. Diese beteiligt sich aktiv innerhalb der COP an den aktuellen Diskussionen auf internationaler Ebene. Die Heinrich-Böll-Stiftung ermöglicht Vertreter/innen punktuell die Teilnahme an internationalen Konferenzen. Zusätzlich trägt die Stiftung aktiv zu dem überregionalen Austausch zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in Lateinamerika bei und fördert das Engagement Jugendlicher in diesem Bereich.

Neben punktueller Zusammenarbeit mit verschiedenen Aktivisten/innen und Träger/innen der Zivilgesellschaft, arbeitet die Stiftung hauptsächlich mit folgenden Partnerorganisationen zusammen:

  • Equidad de Género (Mexiko)
  • Mujer y Medio Ambiente (Mexiko)
  • Action Group on Erosion, Technology and Concentration (Mexiko)
  • La Unidad Ecológica Salvadoreña (El Salvador)
  • Centro Humboldt (Nicaragua)



Demokratie, Ciudadanía, Sicherheit und Menschenrechte

Seit Beginn des sogenannten „Drogenkrieges“ gegen die Kartelle im Jahr 2006 haben in den Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften und Organisiertem Verbrechen sowie in den Kämpfen der Kartelle untereinander mehr als 70.000 Menschen ihr Leben verloren. Hinzu kommen unzählige Verschwundene. Auch in Zentralamerika schränkt der Einfluss krimineller Banden das öffentliche Leben drastisch ein. Frauen sind als Migrantinnen besonders durch Menschenhandel und die anhaltenden Frauenmorde (Feminizide) von der Gewalt betroffen. Die Menschenrechtssituation in der Region ist in diesem Zusammenhang prekär. Soldaten, Polizisten und Vertreter von Behörden sind immer wieder in Übergriffe verwickelt und genießen meist komplette Straflosigkeit. Der Einfluss der organisierten Kriminalität lässt sich neben illegalen Geschäftsbereichen auch in politischen Kreisen und legalen Wirtschaftszweigen nachweisen, was auf ein zunehmendes Unterlaufen demokratischer Institutionen und Strukturen sowie des staatlichen Gewaltmonopols hindeutet.

Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten besteht vor diesem Hintergrund in der kritischen Analyse der staatlichen Sicherheitspolitik und den Herausforderungen, die durch die Unsicherheit und die parallelen Machtstrukturen in der Region entstehen. Wir fördern den Austausch zivilgesellschaftlicher Initiativen, die an einem (Wieder)aufbau sozialer Netzwerke arbeiten und den Grundstein legen für die Weiterentwicklung demokratischer Strukturen. In diesem Zusammenhang setzen wir uns in Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen und unter Berücksichtigung von Menschenrechts- und Genderkriterien mit Aspekten der Kultur der Legalität und Rechtssicherheit auseinander und fördern die Verbreitung kritischer Informationen. Unsere Arbeit findet stets unter Genderperspektive statt.

Wichtige Partner im Bereich Demokratie, Ciudadanía, Sicherheit und Menschenrechte in Mexiko sind:

  • die Menschenrechtsorganisation Pro Derechos Humanos Miguel Agustín Juárez (PRODH)
  • das Instituto Mexicano de Derechos Humanos y Democracia A.C. (IMDHD)
  • die Frauenrechtsorganisation Comunicación e Información de la Mujer, A.C. (CIMAC), die insbesondere zu den Themen Gewalt gegen Frauen, Angriffe gegen Journalist/innen und in der Stärkung des Konzepts der Bürger/innensicherheit mit Genderperspektive in den Medien arbeitet


Das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in El Salvador organisiert vor allem Diskussionsforen im Norddreieck von Zentralamerika (El Salvador, Guatemala und Honduras), innerhalb derer der Erfahrungsaustausch und die Analyse von zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Gewalt und zum Thema Öffentliche Sicherheit gefördert werden.


Dialog und neue Herausforderungen

Die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung bezieht sich zwar stets auf den jeweiligen politischen Kontext der Region und die nationalen und lokalen Debatten, doch möchten wir auch Themen aufgreifen, die über den unmittelbaren politischen, lokalen Kontext hinausgehen und eher konzeptioneller und paradigmatischer Natur sind. Ziel ist, eine interdisziplinäre und methodologisch vielfältige Analyse politischer Entwicklungen zu fördern, in der auch Erfahrungen aus anderen Weltregionen berücksichtigt werden und an der eine Vielfalt von Akteur/innen teilnimmt. Dadurch können neue Impulse und Themen identifiziert und neue Antworten gefunden werden. Unter Einbeziehung der Genderperspektive leisten wir auf diesem Weg einen Beitrag zu der Entstehung einer inklusiven, pluralistischen und demokratischen politischen Kultur.


Stipendienprogramm

Seit 1996 ermöglicht die Heinrich-Böll-Stiftung das sogenannte Programa de Becas Sur Place, ein Stipendienprogramm, das Studierenden aus Zentralamerika und der Karibik die Chance bietet, ein Aufbaustudium in Mexiko zu absolvieren. Durch die seit 2012 bestehende Partnerschaft mit der mexikanischen Stipendienbehörde CONCACYT wurde das Programm sowohl regional als auch inhaltlich erweitert. Dadurch können jetzt jährlich bis zu 20 Bewerber/innen aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Haiti, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador und Guatemala an ausgewählten Universitäten in Mexiko gefördert werden. Angeboten werden vor allem Studiengänge im Bereich Umwelt, Sozialwissenschaften und Wirtschaft. Ziel ist es, den Ländern der Region mehr Fachwissen zur Verfügung zu stellen, um besser auf die wachsenden Herausforderungen im Bereich Umwelt und Klimawandel reagieren zu können. Die geförderten Studiengänge werden in den Heimatländern oft nicht angeboten und ermöglichen den Student/innen einen umfassenderen Blick auf die Situation der gesamten Region. Wir setzen uns für einen gleichen Zugang zu Bildung für Frauen und Männer ein und fördern in diesem Rahmen engagierte Menschen, die durch ihre Lernerfahrung in Mexiko in der Lage sind, kritisch zu analysieren und so Veränderungen in ihrem sozialen und politischen Umfeld anzuregen.

 

Leitung:
Annette von Schönfeld/ Zulma Lorena Argueta 

Kontakt:

Regionalbüro Mittelamerika/Mexiko/Karibik, Mexiko-Stadt

Fundación Heinrich Böll
Annette von Schönfeld
Calle José Alvarado 12
Colonia Roma Norte
Delegación Cuauhtémoc
CP 06760 México D.F.

Fon: +52-55-5264 1514
Fax: +52-55-5264 2894
E-Mail: mx-info@mx.boell.org

Regionalbüro Mittelamerika/Mexiko/Karibik, San Salvador

Fundación Heinrich Böll
Zulma Lorena Argueta 
Residencial Zanzíbar
Pasaje A-Oriente No. 24
San Salvador
El Salvador

Fon: +503-2274 68 12
Fax: +503-2274 69 32
E-Mail: sv-info@sv.boell.org

All rights reserved.