Lydia Jenderek, Universität Paderborn

Konstitution von Geschlechterdiskurs und Technologien bei geschlechterbewussten Lehrpersonen

Die schulpädagogische Debatte zum Umgang mit Geschlecht (z.B. auf Tagungen und in pädagogischen Veröffentlichungen) ist äußerst heterogen. Darin enthaltene pädagogische Empfehlungen bewegen sich zwar meist zwischen den Polen Geschlechter-Dethematisierung und -Betonung, lassen jedoch auf ein komplexes Feld von Konstruktionsweisen schließen. Teilweise einander widersprechende Informationen und die „Verstrickung von Bildungsprozessen in gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse“ (Langer/Wrana in Friebertshäuser/Prengel 2003, S. 337) sind eine Herausforderungen für die Positionierung von Pädagog/innen als Adressat/innen und auch als Akteur/innen im Feld der diskursiven Praxen. Während bereits Untersuchungen zu Geschlecht im Schulalltag aus Perspektive der Lehrpersonen publiziert wurden (u.a. Düro 2008), gibt es bislang keine wissenschaftliche Untersuchung, die sich mit den Lehrpersonen beschäftigt, die sich selbst als geschlechterbewusst bezeichnen, wie es in diesem Forschungsprojekt intendiert ist. Im Forschungsprojekt wird (1.) untersucht, welcher Teildiskurse sich die Lehrpersonen bedienen, wenn sie von sich behaupten geschlechter-bewusst zu sein und (2.) wird erhoben, durch welche verschiedenen Thematisierungsweisen von Geschlechterbewusstheit in den aktuellen Kontexten sich die Lehrpersonen in ihrem Wissen bestätigt fühlen. Schließlich wird (3.) die Bedeutung der diskursiven Praxis der Lehrpersonen zu Geschlechterbewusstsein in Verbindung zu ihrer beruflichen Praxis herausgearbeitet.

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