Klimatour-Berichte
Sonne, Wind & Wir - zum letzten Mal in Münster
Klimaparty in Münster am Montag, 13. Oktober, MünsterDie emotionale Klima-Intelligenz – warum es jetzt in der Klimapolitik um Gefühle geht!
Im cubanova stellte der taz-Autor Martin Unfried in seinem Vortrag die Wichtigkeit der Emotionen vor, wenn es um das Thema Klimawandel geht. Der Moderator Arndt Klocke wies auf die notwendigen und radikalen Schritte in der Klimapolitik hin, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen.
Der Climaclub – radikale Veränderungen müssen her
Martin Unfried, zugleich Ökotrainer und Mitglied der Band Ökosex, hat mit seinem Klimaclub kein geringes Ziel: Bis zum nächsten Jahr 50 Prozent CO2 einsparen. Was die G8-Staaten bis 2015 schaffen wollen, kann man auch in einem Jahr schaffen. Und wir alle können dabei mitmachen: Dem Klimaclub kann jeder beitreten.
Was man dafür tun muss, ist die CO2 – Einsparung professionell anzugehen. Professionell heißt nicht, die eine oder zwei Glühbirnen zu Hause durch Energiesparlampen auszutauschen oder die Heizung ein paar Grad herunterzudrehen. Radikale Veränderungen müssen her. Und was noch wichtig ist: Der Klimaschutz ist käuflich! In neue Kühlschränke, in neue Autos (z.B. das Ökosex-Mobil), Passivhäuser und Solaranlagen müssen wir investieren. Dafür fehlt leider noch der Anreiz, nicht das Geld.
Wir brauchen mehr Vorbilder
So beim Fernseher-Kauf: Möglichst flach muss er sein, denn die Röhrenmodelle sind out. Und genau dort liegt das Problem. Energiesparen muss cool werden, Besitzer von Passivhäusern sollten bewundert werden, Porsche-Besitzer hingegen verspottet. Das ist eine Frage des Gefühls und der Gegenstand einer Revolution.
Bands wie KLEE, Wir sind Helden und Mia gehen als Prominente vorne an. Es sollten aber noch mehr dazu kommen, um ein Gegengewicht zu bilden zu den vielen Promis, die von Energieversorgern und Autoherstellern gekauft sind. Es ist noch ein langer Weg. Dennoch: Bedeutende Revolutionen starten bekanntlich mit kleinen, aber feinen Gruppen. So ist es wichtig, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
„Klimaschutz ist käuflich“
Vor dem Konzert stellten sich Experten und Expertinnen noch den Fragen von Silke Super von Motor FM. „Klimaschutz ist käuflich“: Diesen Satz knüpfte Dr. Stefan Lechtenböhmer vom Wuppertal Institut im Interview mit Silke Super an die Aufforderung, „die Welt für die Zukunft zu erhalten“.
„Es ist eine gute Erfahrung, Pop und Klimapolitik gemeinsam eine Bühne zu geben“, äußerte sich Kerstin Haarmann vom Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung in Nordrhein-Westfallen, „der Andrang und die Stimmung hier zeigen, dass eine Klima-Kulturrevolution möglich ist.“
Musik fürs Klima
Die Bands der Sonne, Wind & Wir waren an diesem Abend im gut besuchten Gleis 22: Pilot und als Höhepunkt die Kölner Band KLEE, zu deren Konzert sich ungefähr 200 interessierte Menschen auf den Weg gemacht hatten. Eine gelungene Kombination aus Bildung und Kultur wurde durch die Klimatour-Bands abgerundet.
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Nordrhein-Westfalen
Info: info@boell-nrw.de
Samstag, 20. September, Dresden
Sonne, Wind & Wir! - Klimafest SaloppeAusstellung, Filme, Beratung, Vorträge, Kinderprogramm und Livebands in Saloppe Dresden gegen den Klimawandel
Am 20. September öffnete sich die Saloppe für ein Klimafest im Rahmen der „Sonne, Wind und Wir! Klimatour 2008“ der Heinrich-Böll-Stiftungen und ihrer Partner. Auf der großen Bühne sorgten die Ukrainiens, Fanfara Kalashnikov und die Transsylvaniens für Partystimmung und DJ Pauli - für die Tanzmusik bis in die Nacht.
Vorträge und Diskussionen mit Fachleuten gaben Antworten auf Fragen rings um den Klimawandel. Beratungsstände zu Energieverbrauch, Stromanbietern, Solartechnik am Haus und CO2-Einsparung beim Verkehr sorgten für Impulse für das eigene Handeln für mehr Klimaschutz.
Mit dem regionalen Klimawandel setzte sich die Ausstellung: „Klimawandel in Sachsen“ - 18 Tafeln von Weiterdenken, der Heinrich-Böll-Stiftung in Sachsen, auseinander. Die Filme "Unser Planet", "Hotspots Afrika" und "Screening Brandenburg" und das Kinderprogramm "Wissenschaftsmobil mit Experimenten" rundeten das Klimaprogramm ab.
Veranstalter war Weiterdenken, Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Info: http://www.weiterdenken.de, schoenfelder@weiterdenken.de
Samstag, 13. September - Berlin
Klimatour 2008 auf Station in Berlin - Green Zone Festival!
Im Yaam am Ostbahnhof waren mit uns auf der Berliner Station der Klimatour 2008 Rainer von Vielen, Ginsengbonbons, 40 Fiyah , Flambeau, Ragga Gagga Gang, Port Royal, Supertrioformat, Die stillen Denker und Endlich Freitag. Wir rockten für mehr Umweltschutz und einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Ressourcen.
Fast 800 Besucher kamen zum Yaam am Ostbahnhof: Viele an der Klimaproblematik interessierte Menschen haben sich Zeit für das ganztägige green zone festival genommen: Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Und - wie man es sich an so einem Tag wünschen konnte - spielte das Wetter auch mit!
Berlin hat überdurchschnittliches Interesse an Klimathemen bewiesen
Auf großes Interesse stieß die vom Team der Berliner Veranstaltung vorbereitete Ausstellung über Ursachen und Folgen des Klimawandels. Andy Kleinert aus der Stiftung in Brandenburg, Kolja Schumann von den Falken Berlin, Micky Haque und den Jugendgruppen flosh kabalonge und Bunte Jugend Reinickendorf hatten die kritischen Informationen zum Thema Klimawandel auf 15 Tafeln optisch konzipiert. Ab Mitte Oktober kann diese Ausstellung bei Interesse gegen eine Schutzgebühr ausgeliehen werden. Eine eigens für das Konzert produzierte Zeitung konnte man auch in vielen Händen sehen!
Die Klimatour und Yaam hatten viel zu bieten
Die an der Organisation beteiligten Jugendlichen bauten an diesem Tag ein Zelt für die Ausstellung auf und ab, schraubten Stellwände zusammen, kochten Kartoffelsuppe, Tofu-Hotdogs und schmierten Brötchen für die Künstler und die VeranstalterInnen. Ein witziges Theaterstück lief auf der Bühne und ein Glücksrad gabe es auch noch.
Durch die vielfältigen Möglichkeiten, die das Yaam bot – unter anderem einen Basketballplatz, Beachvolleyball und Skaterbahn sowie einen riesigen Sandstrand – konnten die BesucherInnen neben den Konzerten und den vielfältigen Informationen zum Thema Klimaschutz, einfach mal nur die Zeit genießen. Die Organisationen fair-do und die Falken Berlin stellten ihre Arbeit vor; der Buchladen „Schwarze Risse“ verkaufte Bücher zum Thema und eine Designerin, die für unsere Ausstellung attraktive „eyecatcher“ herstellte, konnte ihre selbst hergestellten Produkte präsentieren.
Noch mehr Stimmung mit jedem Auftritt der vielen Bands
Eine kleine Krise kam auf, als die eine Band eineinhalb Stunden vor ihrem Auftritt wegen der plötzlichen Krankheit ihres Sängers absagte, doch dieses Problem konnten „Rainer von Vielen“ spontan, engagiert und professionell lösen. Kaum kam die Band aus Bayern auf dem Gelände angereist, baute sie ihre Instrumente auf und verlängerte ihre geplante Auftrittszeit um eine Stunde. Das Publikum war begeistert!
Tolle Bands spielten gute Musik, coole Organisationen stellten sich vor, Workshops wurden veranstaltet und natürlich gab es auch leckere Mampfereien und viele Drinks. Die Klimatour zeigte mit Musik, Kunst und Informationen auf, wie wir selbst aktiv werden können und welche Entscheidungen Politik und Unternehmen treffen müssen.
» Bilder von der Klimatour in Berlin
Veranstalter waren die Heinrich-Böll-Stiftung Berlin und in Brandenburg in Kooperation mit floshkabalonge, Bunte Jugend und FalkenBerlin
Info: kleinert@boell-brandenburg.de
Samstag, 13. September - Bremen, Concordia-Theater
Alle Wetter! Wie wird das Wetter?
Im Concordia-Theater brachten wir an diesem Abend auf ungewöhnliche Art alte und neue Fragen, mögliche wie unmögliche Antworten auf die Bühne. Alle reden vom Wetter – wir auch!
„When I first raised the tempest.“
Prospero, der Wettermacher, machte den Anfang in einer spannenden Konfrontation zwischen Künstlern und Wissenschaftlern im „Quantenschaum“. Musiker und Schauspieler standen hier ebenso im Regen, wie Wissenschaftler und Klimaforscher, wenn sie sich improvisierend dem unerschöpflichen Themenkomplex „Wie wird das Wetter?“ nähern. Gerold Wefer, Nobelpreisträger, Geologe und Klimaforscher aus Bremen und Reinhard Loske, Bremer Umweltsenator waren ebenso mit dabei wie Bremer Musiker und Schauspieler der Bremer Shakespeare Company. Die Band "The Charming Quarks" sorgte durchgehend für gute Stimmung.
Weiteres Highlights im Program war der Film „Hotspot – Afrikas Stimme gegen den Klimawandel“.
Veranstalterin war die Heinrich-Böll-Stiftung Bremen
Info: ruedel.boell@arcor.de
Freitag, 5. September, 15 Uhr - München
Sonne, Wind & Wir in München!Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Bayern und Baden-Württemberg, Green-City
Info: gtiedemann@petra-kelly-stiftung.de
Sonntag, 31. August - Cuxhaven
Sonne, Wind & Wir: Sonntagsmatinee für Jung ud AltMit: Manfred Kindel alias Unmada und die Kinderkarawane live
Die Gletscher schmelzen massiv und dramatisch schnell. Das Abschmelzen allein der Eismassen in Grönland bedeutet einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter. Auch bei uns versinken dann Küstenregionen und Inseln im Meer. Mit dabei: die Nordseestadt Cuxhaven. Der Anstieg des Meeresspiegels bedeutet Verlust an Landfläche, an Häusern und touristischen Einrichtungen für Cuxhaven. Bedroht ist damit der größte Wirtschaftszweig der Region: der Tourismus.
Aus diesem Anlass luden wir zu einer sommerlich beschwingten, unterhaltsamen Sonntagsmatinee rund um das Thema Klimawandel ein. Unmadas Kinderkarawane bat musikalische Zugänge für Kinder und Familien; eine Talkrunde mit namhaften Expertinnen und Experten aus Kommune, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bat fachliche Einblicke. Erlebnispädagogische Angebote baten auf der sensorisch-spielerischen Ebene Möglichkeiten der thematischen Auseinandersetzung.
Mögliche Auswirkungen diskutierten wir ebenso wie vor allem konkrete Handlungsfelder. Sonne, Wind & Wir zeigte auf, dass wir etwas tun können, um den Klimawandel zu beeinflussen und den Fortschritt zu beschleunigen. Und vor allen, dass es sich lohnt, aktiv zu werden. Auch im eigenen, kleinsten Umfeld.
Veranstalter: Stiftung Leben und Umwelt
Info: info@slu-boell.de
Samstag, 30.8., 15 Uhr - Mainz, Kulturzentrum Dagobertstraße
Sonne, Wind & Wir: Klima Info-PartyUnter dem organisatorischen Dach der Heinrich-Böll-Stiftung trafen politische Information und Musik für den Klimaschutz zusammen. Mehr als 100 Gäste fanden den Weg in das Kunst- und Kulturzentrum (KUZ) in Mainz und konnten am Nachmittag die Vorstellung verschiedener Projekte wie z.B. das von Solarkocher e.V. oder dieses der Grünen Jugend miterleben. Expertengespräche zum Thema Klimawandel, seinen globalen Folgen oder zur Problematik des geplanten Kohlekraftwerks in Mainz für die zukünftige Energieversorgung rundeten das Informationsangebot für die Besucher ab.
Diskussionen, Musik und "Markt der Möglichkeiten"
Im Wechselspiel mit Musik von Grupo Sal, der deutschen Stimme Lateinamerikas, wie die Moderatorin Mara Bergmann vom ZDF die sechsköpfige Band mit lateinamerikanischer Herkunft ankündigte, diskutierten unter anderem Barbara Unmüssig vom Bundesvorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungshilfe und Sven Giegold von attac über die Folgen des weltweiten Klimawandels.
Weitere Diskussionen u.a. mit Ralf Fücks, auch Vorstandsmitglied in der Bundesttiftung, zum Klimaschutz im Alltag und zu nachhaltigen Lebensstilen sowie zum Themenkomplex Erneuerbare Energien fanden auf dem Gelände des KUZ in Mainz statt.
Ein „Markt der Möglichkeiten“ mit Infoständen des BUND oder fairdo und anderen Initiativen ergänzten das Bildungsangebot der Veranstaltung.
Die soziale Dimension des Klimawandels
Die Diskutanten waren sich weitestgehend einig, dass die Klimafrage eine zutiefst soziale Frage ist. Die ärmeren Länder des Südens, welche bisher fast kaum zur globalen Erderwärmung beigetragen haben, werden als erste Länder unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Denn das sind solche, die durch den Ausstoß von Kohlendioxid der reicheren Länder des Nordens verursacht wurden.
Musikalische Höhepunkte - für den Klimaschutz
Es geht also um Gerechtigkeit, genauer um globale Klimagerechtigkeit. So betonte auch Barbara Unmüssig die Bedeutung der internationalen Klimaverhandlungen bis zum Jahr 2009, auf dessen Abschlussgipfel in Kopenhagen die Welt dringend einen Durchbruch für ein globales Klima- und Emissionsregime bräuchte. Einen krönenden Abschluss dieses Informationsnachmittages für das Klima boten das Konzert von Auletta und die mit 600 Menschen ausgebuchte musikalisch hochwertige Show von WIR SIND HELDEN.
Text: Janosch Förster
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz
In Kooperation mit: Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, KUZ, BUND-Rheinland-Pfalz, KOMA (Initiative Kohlefreies Mainz)
Info: mainz@boell-rlp.de
Freitag, 29. - Sonntag, 31. August - Insel Neuwerk (Hamburg)
Sonne, Wind & Wir: Neu ans Werk - Wir gehen nicht baden. Neu ans Werk!Norddeutsches Klima-Netzwerktreffen auf Neuwerk
Der Klimawandel – Eine Lüge! Klimaschutz? Geht mich nichts an! Uns stehen bei solchen Aussagen die Haare zu Berge! Die Gletscher der Arktis schmelzen massiv. Allein von Grönland ausgehend bedeutet dies einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter. Ganze Inseln versinken im Meer. Mit dabei: Die Insel Neuwerk in der Elbmündung, wo sich 70 junge KlimaRetterInnen – symbolisch für den Meeresanstieg um 70 Dezimeter – im Rahmen der Klimatour 2008 trafen.
Berichte und Bilder hier:
» Arved Fuchs - dem Klima verpflichtet
Veranstalter: Heinrich Böll Stiftung Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen in Kooperation mit dem Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, Nationalpark-Haus Neuwerk
Kooperationspartner: diegesellschafter.de
Info: kh@umdenken-boell.de
Donnerstag, 28. August - Jena
Sonne, Wind & Wir:„Klima wandelt Thüringen“ - Klima-Aktionstag
Rund um den Klimawandel und unseren Lebensstil debattierten im Kassablanca in Jena die Podiumsgäste Roberto Kobelt von Bündnis 90/Die Grünen, Rainer Kunka von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Dr. Martin Gude vom Institut für Geographie und Dr. Martin Reichstein vom Max-Planck-Institut.
„In den nächsten 25 bis 30 Jahren wird sich Thüringens Klima und damit auch die Tier- und Pflanzenwelt entscheidend verändern“, sagte Kunka und appellierte: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen“. Dem Appell schloss sich auch der energiepolitische Sprecher der regionalen Grünen Roberto Kobelt an und brachte damit die Relevanz der eigenen Verantwortung auf den Punkt.
Die Handlungsansätze, wie wir auf den Klimawandel reagieren können und sollen, können höchst unterschiedlich sein, wie Vertreter aus Wissenschaft, Politik und regionalen Aktionsbündnissen wie dem Bioenergiedorf Schlöben in ihren Beiträgen zeigten. Einig waren sich jedoch alle ExpertInnen darin, dass Thüringens Regionen sich in Folge des globalen Klimawandels stark verändern werden, sollte nicht umgehend gegengesteuert werden.
Ingolf Profft als Vertreter der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei unterstrich die lebensrettende Bedeutung der Wälder und Ozeane für die Aufnahme von CO2:
„Der Wald ist nicht nur Patient, sondern auch unser Arzt im Klimawandel“,
sagte er. Diese Botschaft - aber auch die Jenaer Veranstaltung als Teil der Klimatour der Heinrich-Böll-Stiftung - verband inhaltlich die regionalen Diskussionen und Sorgen um die Folgen des Klimawandels in Thüringen mit der internationalen Debatte um steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise. Lebhaft diskutierten Podiumsgäste mit dem Publikum der Klimatour 2008 und reflektierten zusammen die „fremde“ und die eigene Verantwortung angesichts des bereits spürbaren Klimawandels.
Im Anschluss heizte die Band Rainer von Vielen mit ihren gesellschaftskritischen Texten dem Thüringer Publikum ein und führte einen interessanten Abend zu einem gelungenen und inspirierenden Abschluss.
Text: Janosch Förster
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen in Kooperation mit TLUG, FSU/Institut für Geografie, DAKT e.V., Zughafen
Info: schnelle@boell-thueringen.de
Sonntag, 3. und Montag, 4. August - Saarbrücken
Sonne, Wind & Co in Saarbrücken: Dezentrale Energieversorgung für Klimaschutz und Arbeitsplätze
Die „Zukunft der Energieversorgung - neue Strukturen für Klimaschutz, Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit“ standen im Mittelpunkt der im August stattgefundenen, gleichnamigen politischen Talkshow. Die Veranstaltung war eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Attac im Rahmen der Klimatour 2008 der Stiftung.
Auf dem Podium - und vor einem restlos gefüllten Rathausfestsaal in Saarbrücken – diskutierten Jürgen Trittin (MdB), Vizefraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Kurt Hill (MdB), energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke sowie Jutta Sundermann, Energieexpertin von Attac.
In ihrem Grußwort unterstrich Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Verantwortung der Kommunen in Fragen der zukünftigen Energieversorgung. Auch Kajo Breuer, Bürgermeister der Stadt Saarbrücken und Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung Saarland, wies darauf hin, dass die Klimatour ein wichtiges Zeil verfolge: Mit ihrem Motto „Sonne, Wind und wir“ und mit ihren bundesweiten Events soll sie eine breite Öffentlichkeit für das notwendige Umsteuern von konventionellen fossilen und atomaren auf erneuerbare Energien sensibilisieren.
Energieversorgung nach demokratischen Kriterien?
Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich zum Thema Umgang mit Oligopolstrukturen der Energieversorgungswirtschaft auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. So schlossen sich Trittin und Hill der Forderung Sundermanns an, dass Energiekartell aufzulösen und die Energiekonzerne zu entmachten.
Trittin setzte sich für ein dezentrales Stromübertragungsnetz ein, das nach demokratischen Kriterien gesteuert werden solle und forderte, „den Großkonzernen ihre Gelddruckmaschinen wegzunehmen“. Der Betrieb der abgeschriebenen Atomkraftwerke bringe den Strombetreibern zwei Millionen Euro täglich ein. Damit werde jede Kilowattstunde Strom mit 300 Prozent Profit verkauft. Für RWE, E.on, EnBW und Vattenfall entstehe dadurch ein Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz, was langfristig für weniger Wettbewerb und höhere Preise sorge. „Wenn wir nun die Atomkraftwerk-Laufzeiten noch verlängern, verstärken wir ihre Marktdominanz“, so Trittin.
Die Überführung der Strom- und Gasnetze in die öffentliche Hand forderte auch Hill und bekräftigte zugleich, dass am Atomausstieg festgehalten werden müsse.
Energiestandort Saarland
Zuletzt richtete sich der Fokus auf den Energiestandort Saarland. Das Land zeichnet sich durch die größte Energieintensität aller Länder aus. Gleichzeitig steht die Kohle vor dem Aus und die Erneuerbaren leisten mit etwa 3 Prozent an der Gesamtstromerzeugung im Jahr 2006 bisher nur einen symbolischen Beitrag. Als saarländisches MdB in der Runde wurde Hill konkret darauf angesprochen, dass ein Festhalten am saarländischen Kohlebergbau über das Jahr 2012 hinaus und damit an der klimafeindlichen Kohleverbrennung in einem diametralen Widerspruch zu den energiepolitischen Grundsätzen der Bundespartei stehe.
Hill bestätigte, dass Die Linke im Saarland eine Kohlenutzung für die kommenden 30 Jahre für unabdingbar hält, hierfür aber Kohlekraftwerke mit effizienter Wärmeauskopplung zum Einsatz kommen sollten. Er warf der saarländischen Landesregierung massive Defizite beim Ausbau der erneuerbaren Energien und fehlende Pläne für die zukünftige Energieversorgung vor. Trittin forderte in diesem Zusammenhang, vor allem die Windkraft verstärkt auszubauen, um klimaschädigende Kohlekraftwerke schnellstmöglich zu ersetzen.
Zu guter Letzt
Den krönenden Abschluss des gelungenen Diskussionsabends bildete die Gruppe Profetas aus Kolumbien, die mit Gesang und Tanz den Ausklang begeleitete. Schon am Vorabend gab es ein Live-Konzert mit den Bands Profetas (Kolumbien), Poetic Pop (Norwegen) und LéOparleur (Frankreich) in der AULA der Universität des Saarlandes.
Text: Simone Peter
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Saarland in Kooperation mit Attac Deutschland
Info: boell.stiftung@t-online.de
Samstag, 12. Juli, 15 Uhr - Eberswalde, Forstbotanischer Garten
Sonne, Wind & Wir: Klimawandel und Klimaschutz in Brandenburg/ Klimaschutz mit allen Sinnen
Musik, Gespräche und Filme im Forstbotanischen Garten Eberswalde
Künstler: Aly Keita (Afrika), e la luna (Italien, Deutschland), Sirqus Alfon (Schweden)
Freitag, 27. Juni, 19 Uhr - Halle (Saale), Volkspark Halle
Sonne, Wind & Wir: Klimatour in Sachsen-AnhaltDie Klimatour 2008 der Heinrich-Böll-Stiftung rollt!
Die zweite Veranstaltung im Rahmen der Klimatour "Sonne, Wind & Wir" der Heinrich-Böll-Stiftung in Halle begann mit einer spannenden Diskussion zum Thema Klimawandel. Eingeleitet wurde sie durch den Dokumentarfilm „Wenn der Golfstrom versiegt“ der BBC und des NDR.
Auf dem Podium diskutierten Jürgen Trittin (Bundesumweltminister a.D.), Prof. Dr. Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven) und Dr. Ruprecht Brandis (Deutsche BP AG). In einem, vom Referenten für Ökologie und Nachhaltigkeit der Heinrich-Böll-Stiftung Jörg Haas, pointiert moderierten Fachgespräch erörterten die Podiumsgäste die Ursachen und Folgen des Klimawandels für unsere Erde und unser aller Leben.
Entscheidende Leitfragen der Diskussion waren unter anderem: Welche Folgen hat das Abschmelzen des Grönlandeises für die globale „Klimapumpe“ Golfstrom, die für das mild-warme Wetter in Europa sorgt? Welche Auswirkungen hat die zunehmende Verknappung fossiler Rohstoffe auf unser aller Leben? In welchen Mengen sind diese Rohstoffe eigentlich noch auf unserem Planeten vorhanden und warum sind die großen globalen Energiekonzerne angesichts dieser Entwicklung immer noch weitgehend untätig, wenn es um Investitionen in Erneuerbaren Energien geht?
Im Anschluss an die Gesprächsrunde rockte die Band „Die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten“ die Volksparkhalle in Halle. Mit ihren gesellschaftskritischen Texten, die zu einem nachhaltigen, klimabewussten Lebensstil in Zeiten der Globalisierung auffordern, begeisterten die Vier aus Berlin mehr als 300 Menschen aus Halle, Dessau und anderen Städten der Region.
Text: Janosch Förster, Foto: Oliver Paulsen
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt in Kooperation mit Objekt 5
Weitere Infos: info@boell-sachsen-anhalt.de
Freitag, 6. Juni - Rostock, Kulturzentrum M.A.U.
Globalisierung fair gestalten - Heiligendamm +1Sonne, Wind und Wir! am 6. Juni 2008 in Rostock
Konzert und Workshops während des Alternativgipfels in Rostock
Mit: Friska Viljor, Die Reise
Workshops, Podien und Filme sorgten in Rostock für Diskussionen rund um den Klimwandel. So nahm der langjährige ZEIT-Redakteur und Klimaretter Toralf Staud das Agieren der Bundeskanzlerin unter die Lupe: „Immer, wenn Klimaschutz die Interessen der Industrie zu berühren drohte, schreckte die viel gelobte Klima-Kanzlerin zurück: So schützte sie die deutsche Autobranche selbst vor milden EU-Vorgaben und lässt die Energie-Riesen RWE, Vattenfall & Co. weiterhin Kohlekraftwerke bauen.”
„Eine andere Welt ist möglich“ - war der Slogan der beeindruckenden 3D-Dia-Show, die exemplarisch die Vielzahl der Protestaktionen gegen die ungerechte Form der Globalisierung rund um den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm begleitete und in Bild und Ton dokumentierte.
Am Abend spielte dann vor der Bühne im Stadthafen unter dem Label „Sonne, Wind und Wir!“ die schwedische Erfolgsband „Friska Viljor“ und die Rostocker Band „Die Reise“.
1000 Leute waren gekommen, um die Bands zu hören.
Fotos: André Axmann, http://heiligendammplus1.de.vu/
Partner: attac Rostock und Güstrow, BUND Rostock, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern, Deutsche Friedensgesellschaft-VK, Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, Ökohaus Rostock, Soziale Bildung e.V.
Sponsoren: Bundesverband WindEnergie Mecklenburg-Vorpommern, Nordex
Spendenkonto: Ökohaus Rostock e.V., Verwendungszweck „G8plus1“,
Konto 33 55 400, BLZ 100 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft)
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern




