Tom war an diesem Wochenende durchgehend in der Küche anzutreffen, wo er zumeist kiloweise Gemüse klein schnitt. Zum Beispiel Möhren: zweimal längs, umdrehen, noch mal längs und dann quer in Würfel von ordentlicher Größe. Die zahlreichen Mägen des Seminars waren für ihn keine besondere Herausforderung, nur gelegentlich holte er sich Verstärkung zum Schneiden.
Sein bislang größter Auftritt als einzelner Koch war eine „Hippie-Hochzeit“ – fünf Gänge für 200 Gäste, erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht. So wie er eigentlich immer lächelt, wenn er mit seiner weichen Stimme etwas erzählt, mit leichten Anflügen des Akzents aus seiner neuen Heimat Berlin.
Das Kochen hat Tom sich selbst beigebracht
Eigentlich ist er gelernter Schriftsetzer – einer der letzten, die in seinem Geburtsort Köln ausgebildet wurden, bevor der Computer Setzkasten und Bleibuchstaben ablöste. Danach wird er praktizierender Künstler, der ausgestellt und ausgezeichnet wird.
„Im Winter bin ich Künstler und im Sommer bin ich Koch, denn von der Kunst allein kann ich noch nicht leben“. „Ich habe so lange das Essen anderer Leute kosten müssen, dass ich irgendwann selbst angefangen bin zu kochen.“, begründet der 40-Jährige den Beginn seiner neuen Leidenschaft.
In einer Kneipenküche in Flensburg vor zehn Jahren hat er zum ersten Mal Geld aus ihr gemacht. Doch nur nach Karte zu kochen war nichts für Tom. Zwei Jahre später begann er als freier Koch. Seine erste Station war gleich viel aufregender: eine Karawane aus 60 KünstlerInnen zog vier Wochen lang durch 20 Städte, um 350 Jahre westfälischen Frieden zu feiern und er zog mit.
Bio - nah an der Natur und am LEBENsmittel
Tom hat nicht vergessen, dass er sich „mühsam hocharbeiten musste“. Aber heute kenne er so viele Menschen aus der Kunst, Kulturarbeit, vom Theater und Film, dass er häufig gebucht werde. Für kleinere Anlässe besitzt er einen „UPS-Transporter als Küchenwagen, in dem ich für bis zu 50 Leute kochen kann“, erzählt Tom während der Topf sich immer weiter mit Möhrenwürfeln füllt.
Am liebsten kocht er Spinat-Lasagne, „das ist nämlich auch mein Lieblingsgericht“, so Tom. Dabei bereitet er frischen Spinat aber eigentlich sehr ungern zu. „Den muss man ewig waschen und wenn man ihn gekocht hat, bleibt kaum was über.“
Die Lebensmittel an diesem Wochenende auf Neuwerk bereiten auch ihm viel Freude. „Bio ist einfach sexy“, weiß Tom. „Ich koche gerne bio, weil es viel näher dran ist an der Natur und am LEBENsmittel.“
Und die Teilnehmenden wissen nun, dass Kuchen mit Basilikumcreme und Brombeeren einen ungeahnten Genuss bietet. Wenn es also im kommenden Jahr wieder ein Norddeutsches Klimatreffen gibt, dann auf alle Fälle wieder mit Tom Korn - darüber sind sich alle einig.




