Wir sind Helden
Wir sind Helden am Samstag den 30. August in Mainz
Wir sind Helden mit Sängerin Judith Holofernes hat sich seit 2003 zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands der Gegenwart gemausert - ein Trend, der sich 2007 mit der Veröffentlichung von „Soundso”, dem dritte Album der Band, fortgesetzt hat.
Die Band, die sich letzten Herbst zurückzog, um Windelwechseln zu lernen, kindgerechte Busse zu entwerfen und ganz nebenbei eine neue Platte aufzunehmen, kommt außerordentlich ausgeruht aus der Babypause zurück.
Und ausgeruht heißt in diesem Fall: mit entwaffnender Klarheit und Direktheit. Wer zur neuen Platte eine sanftmütige Muttersau Holofernes samt väterlich lächelnder Mithelden erwartet, wird von der neuen Platte „Soundso“ überrascht sein, denn die dritte Helden -Platte ist zwar freundlich, aber sehr bestimmt.
Die Musik auf „Soundso“ nimmt keine Gefangenen - ohne Angst vor Größe, Schönheit und generellem Wumms. Und schamloser denn je bedienen sich die Helden des Absurden, schrecken vor Meatloafgitarren, Saxofonsoli, Dosenstreichern, schmoovem Duettgesang, donnernden Arbeiterchören und deutsch singenden Backgroundsängern mit englischem Akzent (Hair luss deezn Kneelch un mere foroober gain) nicht zurück.
Und die Texte, die holofernesschen, strahlen eine neue Qualität von Selbstsicherheit aus, von Selbstverständlichkeit und Selbstvergessenheit. Sie sagen, was sie sagen wollen, für die, die es hören wollen.
Und wenn Texte und Musik zusammenkommen, kann man sich nur wundern, wie gut das funktioniert: so viele im besten Sinne „unterhaltungsferne“ Themen so gnadenlos unterhaltsam zu verpacken.
Die neue Platte "Soundso"
Jean-Michel Tourette: „Bei der Suche nach dem Albumtitel haben wir gemerkt, dass wir keinen Namen finden konnten, der dem ganzen Album gerecht wird, dass jeder Vorschlag irgendetwas zusammen zu fassen schien, dass sich nicht zusammenfassen lassen wollte. Wenn ein Name zur Hälfte der Lieder gepasst hat, ist irgendein anderes Lied aus der Reihe getanzt und hat unwirsch „Äh, ich aber nicht.“ gemurmelt“.
Mark Tavassol: „Als wir über dieses „nicht benennen können“ oder „nicht vereinfachen wollen“ geredet haben, fiel uns auf, dass wir damit aus Versehen doch über einen roten Faden gestolpert waren –wenn sich nämlich irgendetwas durchzieht, dann ist es das: die Beschäftigung mit Außen- und Innenwahrnehmung, mit Subjektivität, mit dem Festreden von Identität.“
Pola Roy: „Neben den Liedern, die auch bei diesem Konzept weiter „Äh, ich aber nicht“ sagen, sind sich eine Menge Lieder dann doch einig darin, dass sie Vorstellungen an den Kragen gehen wollen. Den Vorstellungen, die wir uns von Anderen und uns Selbst machen (Soundso, The Geek (shall inherit), Kaputt) von dem, was ein gutes Leben ausmacht (An die Arbeit, Die Konkurrenz), Vorstellungen, die uns austricksen und in die Irre führen (Endlich ein Grund zur Panik, Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst). Und am Ende landet man bei der Sehnsucht danach, alle Vorstellungen fallen lassen zu können und in etwas aufzugehen, das ohne Sprache und Namen auskommt (Hände hoch, Lass uns verschwinden, Stiller).
Judith Holofernes: „Ich habe mich immer dafür interessiert, was Menschen glücklich macht, was wir alles ausprobieren, um glücklich zu werden, und wie Vieles davon nicht funktioniert. Wir machen uns so viele Vorstellungen von uns, von den Anderen, vom Soundso -Sein der Welt. Und wenn man genauer hinschaut, merkt man, dass keine dieser Vorstellungen Wirklichkeit abbildet. Dass es uns, obwohl wir es uns selbst ausgedacht haben, noch nicht mal in die Nähe von echtem Glück bringt.“
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