Forum 2

27. Februar 2008

Dossier: Klima und Wandel in Amazonien

Lokale Potentiale und Lösungsansätze in Amazonien im Kontext globaler „soft-law”-Konzepte – Brasilianisch-deutsche Bündnisse zivilgesellschaftlicher Lobbyarbeit (Fairtrade, CSR-Initiativen,Konsumverhalten etc.) 

Potenciais locais e propostas de solução na Amazônia no contexto dos conceitos globais de “soft-law” – Identificação das possibilidades de influência para alianças entre a sociedade civil brasileira e a alemã, tais como comércio justo, iniciativas de CSR, comportamento de consumo etc.

» Ana Paula Santos Souza, FVPP
» Dr.Alonso Moreno, GTZ-Ecuador
» Bia Martins Costa, Planeta Organico
» Luuk Zonnevel, Transfair
» Flávio Melo, Brasilianische Botschaft Berlin / Embaixada Brasileira Berlin
» Wolfgang Hees, Caritas International

Moderation / Moderação:
Stefan Knauer

Rapporteur / Relator: Jes Weigelt

Reaktionen (2)

1_ Jes Weigelt
28. Februar 2008, 14:51 Uhr

Vielen herzlichen Dank den ReferentInnen für die gegebenen Einblicke und herzlichen Dank der Böll Stiftung für die Möglichkeit einzelne Diskussionsstränge an dieser Stelle weiterzuverfolgen. Prima.

Ich möchte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe hier nicht wiederholen, da sie an anderer Stelle im Webdossier veröffentlicht werden. Stattdessen möchte ich noch zwei offene Fragen aus dem Plenum wiedergeben. Außerdem füge ich noch ein paar Punkte an, zu denen ich mir eine Vertiefung wünschen würde.

Offene Frage aus dem Plenum:

- Wie ist unsere Vision einer Entwicklung innerhalb Amazoniens?

- Wie ist das Potential marktbasierter Lösungsansätze einzuschätzen? (Bsp.: Gegenwärtig zu beobachtende Zunahme in der Bedienung des Marktes ökologischer tropischer Produkte durch Großunternehmen anstelle von kleinbäuerlicher Produktion)

Punkte, bei denen ich mir eine Vertiefung im weiteren Verlauf der Veranstaltung wünschen würde:

- Von der Zielbeschreibung zur Umsetzung: So spannend die Beiträge zu "best practices" und den entsprechenden Zielbeschreibungen sind, so wenig wurden konkrete Umsetzungsfragen diskutiert. Bsp.: Wie ist das Potential von Zertifizierung vor dem Hintergrund allg. geringer Überwachungskapazitäten einzuschätzen? Hier würde ich mir mehr "Butter bei die Fische" wünschen.

- Akteure: So zentral die Unterstützung indigener und traditioneller Bevölkerungen und ihrer Lebensweise ist, so dürfen sich Lösungsansätze nicht allein auf sie beschränken. Diese Bevölkerungsgruppen sind häufig Prozessen ausgesetzt, die von anderen Akteursgruppen gesteuert werden (Bsp.: Grilagem (Landraub) durch die industrialierte Land- oder Holzwirtschaft). Sinnvolle Unterstützung indigener und traditioneller Bevölkerungsgruppen durch die internationale Zusammenarbeit, muss deswegen auch verstärkt in den Bereichen ansetzen, die jenseits des direkten Einflussbereiches dieser "lokalen Gemeinschafen" liegen. Wie geht die EZ mit dem Fakt um, dass ca. 80% der Entwaldung auf die industrialisierte Landwirtschaft zurückzuführen sind (mit den entsprechenden sozialen Folgen)? Und wie ist vor diesem Hintergrund der Fokus der EZ auf Ansätze einzuschätzen, die die kleinbäuerliche Bevölkerung als Zielgruppe hat ("educacao ambiental, manejo comunitário")? Was sind mögliche Allianzen und Strategien in konflikten Bereichen wie, z.B., die Unterstützung bras. Behörden bei der Sicherung tradierter Landrechte in Grenzregion (Bsp.: BR-163)?

- Win-win Situationen? Mit dem vorherigen Punkt im Zusammenhang stehend: Die bewusste Einflussnahme zu Gunsten indigener und traditioneller Bevölkerung und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ("agricultura familiar") produziert Verlierer (so die Unterstützung erfolgreich verläuft). Diese Tatsache geht in häufig von win-win Situationen geprägten Denken unter. Wieder: Was heißt dies bzgl. Allianzen und Strategien?

Jes Weigelt, Rapporteur Forum 2 (Feb 28 - 14:30)

2_ Wilhelm Knabe
29. Februar 2008, 12:27 Uhr

Wir müssen vielleicht eine Ebene oder Schicht tiefer oder früher ansetzen als bei der Aufklärung von Erwachsenen.
Naturschutz durch Konsumverhalten wie z.B. Walderhaltung durch "fair trade" braucht emotionale Beteiligung, ein Appell an den Verstand allein genügt nicht, das teuere Produkt zu kaufen.

Frühe Begegnungen mit der lebenden Natur als Kind können solche emotionalen Bindungen erzeugen, so dass sie ein Leben lang halten.
Auch ein Wirtschaftsmensch, Politiker oder Lehrer wird sich anders für den Naturschutz einsetzen, wenn solche Bindungen bestehen. Deshalb sind Waldschulen oder das Spielen mit anderen Kindern im Wald so wichtig, weil alle Sinne daran beteiligt sind und nicht nur das Auge beim Fernsehfilm oder im stets zweidimensionalen Computerabbild der Natur.

Die Förderung solcher Projekte in Deutschland wäre ein Beitrag
unserer Zivilgesellschft zur globalen Problemlösung.

Doch wir sollten auch unsere brasilianischen Freunde ermutigen und ihnen helfen, solche Projekte mit Kindern zu versuchen, gerade in den Städten im Amazonasgebiet.

Natürlich brauchen Kinder und Erwachsene zusätzlich ausreichende Informationen. Eindrucksvoll waren für mich bunte Tafeln in einem brasilianischen Schutzgebiet, auf denen der Unterschied zwischen den Folgen eines kleinräumigen Eingriffs im Wald von der Abholzung ganzer Gebiete gezeigt wurde. Gibt es keinen Wald mehr in der Nähe, fehlen die Symbionten und anderen Glieder der Lebensgemeinschaft z.B. Vögel. die zur Bestäubung oder Samenverbreitung gebraucht werden.

Kommentar schreiben




 Bitte Zahlenkombination eingeben und anschließend auf den grünen Pfeil klicken.
Ihr Warenkorb

 

Lieferbedingungen
Allgemeine Geschäftsbedingungen der Heinrich-Böll-Stiftung (AGB hbs)
Hier finden Sie Informationen rund um die Bestellung: Porto-Kosten, Hinweise zum Datenschutz, Ausnahmeregelungen oder die Nummer der telefonischen Beratung. mehr»
Hilfe
So bestellen Sie auf boell.de
Der Bestellvorgang auf boell.de Schritt für Schritt erklärt: Hier erfahren Sie ausführlich, wie Publikationen auf boell.de bestellt werden. mehr»
Blog: Klima-der-Gerechtigkeit.de
loader
Die Stiftung in Social Networks
Icon Facebook, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Facebook Icon Twitter, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Twitter
Icon YouTube, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com YouTube Icon Flickr, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Flickr
Icon SoundCloud SoundCloud Icon RSS-Feed Feeds
"Klima schützen, Armut verhindern" Die Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien (ERENE) CC BY-SA 2.0 Blog: "Klima der Gerechtigkeit" Banner Tuwas Stiftung Blog "Baustellen der Globalisierung" von Rainer Falk The Climate Network-Transatlantic Solutions for a Low Carbon Economy