Geschlechterpolitik macht einen Unterschied

Geschlechterpolitik macht einen Unterschied

Heinrich-Böll-Stiftung
Kostenlos
Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: 2. Juli 2009
Seitenanzahl: 75
ISBN: --

Publikation

Geschlechterpolitik macht einen Unterschied

2. Juli 2009

Die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern sind überall auf der Welt in Bewegung geraten. Wirtschaftliche und kulturelle Umwälzungen bringen immer neue Lebens- und Arbeitsformen hervor. Wenn dies auch zum Vorteil von Frauen geschieht, dann ist dies meist das Ergebnis feministischer Netzwerke, kleiner wie großer Gender-Organisationen und einzelner mutiger Frauen. Sie wehren sich gegen ihre soziale und politische Exklusion, gegen die Verarmung ihrer Lebenswelt, gegen Unterdrückung und Gewalt. Auch sexuelle Minderheiten wehren sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung und suchen verbündete überall auf der Welt. Es gibt auch immer mehr Männer, die sich für eine geschlechtersensible Politik engagieren. Doch die neue Geschlechterdynamik hat auch Gegenkräfte mobilisiert, die alte Rollenzuweisungen und Privilegien verteidigen, zum Teil unter Berufung auf Tradition und Religion.

Verglichen mit der Situation der Frauen vor 100 Jahren sind zwar große Fortschritte zu verzeichnen. Aber das Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern besteht weitgehend zugunsten der Männer fort. Dabei braucht die Politik längst eine feste Geschlechterperspektive in allen Bereichen – egal, ob es um Wirtschaft, Sicherheit oder Umwelt geht. Politik kann erst dann erfolgreich sein, wenn sie alle Geschlechter einbezieht.Geschlechtergerechtigkeit ist ein ambitioniertes Ziel. Die Heinrich-Böll-Stiftung setzt sich mit vielen Verbündeten weltweit dafür ein. Diese Publikation gibt einen Überblick über dieses Engagement.

Hinweis: Die Printversion ist leider vergriffen.


Inhalt

  • Vorwort
  • Leitbild
  • Einleitung
  • Porträt: Ludmila Kabanowa

I. Macht gewinnen

II. Gesellschaft geschlechtergerecht gestalten

  • Gesellschaft umgestalten
  • Mein Bild gehört mir 
  • Wider die Gewalt gegen Frauen 
  • Porträt: Ana Paula Assubuji

III. Wirtschaft geschlechtergerecht gestalten

  • Porträt: Romy Schapira

IV. Frieden stiften und sichern

  • Frauen an den Verhandlungstisch! 
  • Vergangenheitsbewältigung 
  • Porträt: Saima Jasam
  • Gunda-Werner-Institut
  • Adressen der Auslandsbüros


Vorwort


„Frauen sind weltweit besonderer Diskriminierung und Gewalterfahrungen ausgesetzt.“

Von Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Geschlechterpolitik, feministische Analysen und Diskurse haben in der Heinrich-Böll-Stiftung seit ihrer Gründung einen festen Platz. Sie sind – neben Ökologie- und Demokratiepolitik – Schwerpunkt unserer In- und Auslandsarbeit sowie Leitprinzip bei der Studienförderung und in der eigenen Organisationsstruktur.

Unsere Arbeit im Ausland ist noch mehr als in der Bundesrepublik dadurch geprägt, sich mit einer Vielfalt von Lebensund Arbeitsformen und einer Pluralität politischer Kulturen und Strategien auseinanderzusetzen. Selten jedoch präsentieren wir unsere Arbeit im Ausland in solch komprimierter Form wie mit dieser Broschüre. Wir wollen Einblicke in diese Vielfalt geben und zeigen, wie wir mit unseren Partnerinnen und Partnern und Netzwerken an einer geschlechtergerechten Welt arbeiten. Einzigartig ist, dass alle Auslandsbüros der Heinrich-Böll-Stiftung – insgesamt 28 weltweit –, das Thema Geschlechterpolitik bearbeiten. Das "Wie" fällt allerdings sehr unterschiedlich aus (siehe dazu auch den Text "28 Auslandsbüros – und 28 Antworten …" auf der Seite 7). Welche Themenfelder wir vorrangig bearbeiten, belegen die Erfahrungsberichte und Kurzanalysen in dieser Publikation. Über alle Regionen hinweg geht es darum, besonders in Geschlechterfragen die Kritik und vor allem den Kampf gegen patriarchale und gewaltsame Herrschafts- und Machtstrukturen – auf allen Ebenen, ob in sozialen Beziehungen, ob in Politik und Wirtschaft, ob in Kultur oder Öffentlichkeit – zu befördern und zu unterstützen.

Frauen sind weltweit besonderer Diskriminierung und Gewalterfahrungen ausgesetzt. Gleiches gilt für alle, die nicht in die heterosexuelle Norm passen. Lesben, Schwule, Transgender, Bisexuelle – sie alle werden in den meisten Ländern geächtet, vielfach brutal verfolgt und getötet.

Gegen soziale und politische Exklusion, gegen die Prekarisierung ihrer Lebenswelt, gegen den Raubbau an der Umwelt, gegen Unterdrückung und Gewalt wehren sich Frauen und Männer auf der Welt. Sexuelle Minderheiten suchen Verbündete in ihren Ländern, transnational bilden sie Allianzen und Netzwerke und suchen die Öffentlichkeit. Hier setzt das Engagement der Heinrich- Böll-Stiftung an, sie sucht Verbündete und Partnerinnen und Partner.

In dieser Veröffentlichung beschreiben wir Erfahrungen, Rückschläge und Erfolge. Sie sind lediglich ein Ausschnitt unserer Arbeit in « aller Herren Länder ». Eine Vielzahl unserer Partnerinnen und Partner bzw. deren Projekte werden nicht ausschließlich durch die Heinrich-Böll-Stiftung, sondern auch aus anderen Geldquellen und politischen Zusammenhängen heraus unterstützt. Wenn wir unsere Rolle aufzeigen, dann ist dies auch ein Verweis darauf, dass wir mit unseren politischen und finanziellen Beiträgen häufig Teil eines größeren Netzwerks sind, aber wissen, dass sie einen Unterschied machen – für mehr Geschlechtergerechtigkeit.

Recherchiert und geschrieben hat diese Texte Renate Wilke-Launer. Sie hat die vielen einzelnen Informationen zusammengetragen, mit unseren Büros korrespondiert, mit Partnerinnen und Partnern Kontakt aufgenommen und viele Gespräche geführt. Das alles zu bündeln war nur mit redaktionellem Geschick, viel geschlechterpolitischer Erfahrung und Sensibilität möglich. Entstanden ist am Ende eine Mischung aus Analyse, Reflexion, Bericht und Erzählung, ganz ähnlich dem, was auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Büros bewegt. Ihr gilt mein ganz besonderer Dank. Ebenso ein großes Dankeschön an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Auslandsbüros.

In der Heinrich-Böll-Stiftung waren – ungewöhnlich genug – Konzeption und Organisation dieser Zusammenschau in meinem Vorstandsbüro angesiedelt. Claudia Rolf, wissenschaftliche Mitarbeiterin, hat die Fäden zusammengehalten und das Projekt in all seinen Facetten koordiniert. Ihr danke ich sehr herzlich für ihren Rat, ihre Übersicht und Geduld.


Erfahrungen der Heinrich-Böll-Stiftung in vieler Herren Länder -
Geschlechterpolitik macht einen Unterschied
   
Herausgeber/in Heinrich-Böll-Stiftung
Erscheinungsort Berlin
Erscheinungsdatum 2. 2009
Seiten 75
ISBN --
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