Wie China debattiert
Neue Essays und Bilder aus China
Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.)200 Seiten;
zahlreiche Fotografien
ISBN 978-3-86928-009-7
China erhitzt die Gemüter. Für die einen ist es ein Land des schwierigen Umbruchs, das den wirtschaftlichen Erfolg sucht und sich langsam der Demokratie öffnet; für die anderen ist es ein autoritärer Staat, der die Rechte von Minderheiten und Regimegegnern mit Füßen tritt. Tatsächlich wird über die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Reformen in China zunehmend auch öffentlich und kontrovers debattiert. Die Akteure und Inhalte dieser Debatten sind außerhalb Chinas allerdings kaum bekannt. Das wird sich mit diesem Sammelband ändern. Er stellt einige kritische chinesische Intellektuelle mit aktuellen, anregenden Essays in deutscher Erstveröffentlichung vor. Alle Texte sind in China publiziert worden und haben die politischen Debatten stark beeinflusst.
Der Band bietet Beiträge von Xu Youyu, Cui Weiping, Qin Hui, Fu Guoyong, Li Changping, He Weifang, Yu Jianrong, Zhan Jiang, Hu Angang, Liu Junning und Yu Keping.
Das Buch ist gegen einen Unkostenversandbeitrag von 10,00 € bei der Heinrich-Böll-Stiftung erhältlich.
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Sie können das komplette Buch auch als PDF downloaden (PDF, 5.25 MB, 201 Seiten)
Veranstaltung zum Thema:
- Bericht zur Lesung "Demokratie ist eine gute Sache" – Neue Essays chinesischer Intellektueller" (19.Oktober 2009)
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Pressestimmen:
- taz.de: Chinesen muss niemand fürchten
- Frankfurter Allgemeine: Wir wussten, was kommt, und können viel erdulden
- Jetzt.de/ Süddeutsche Zeitung: Unbemerkte Freiheiten
- süddeutsche.de/ Süddeutsche Zeitung: Variationen von Wirklichkeit
- Zeit Online: China im Wandel - Demokratie ist eine gute Sache
- Frankfurter Rundschau: Interview mit Jing Bartz - China ist weiter, als es sich gibt
- taz.de: Thinktanks und Avantgarde
- Frankfurter Allgemeine: Zeitung zur Buchmesse (PDF, 9 MB)
Die Heinrich-Böll-Stiftung auf der Buchmesse in Frankfurt 2009
China ist überall
– zumindest in diesem Jahr auf der Buchmesse in Frankfurt. Das Gastland präsentiert sich modern, dynamisch, bunt, charmant; aber wie immer, wenn man nur seine beste Seite zeigen will, auch etwas einseitig. Dem Besucher bieten sich trotzdem einige gute Gelegenheiten, um sein Bild von China zu vervollständigen. Die Heinrich-Böll-Stiftung widmet sich auf drei Veranstaltungen der aufstrebenden Macht. Gleich die erste Veranstaltung am Mittwoch, „Nachrichten aus dem Reich des Bösen? Das Chinabild in den deutschen Medien“, machte deutlich, wie schwierig es ist, eine adäquate Berichterstattung über das Land zu machen. Die Wissenschaftler Kai Hafez und Thomas Heberer, der Journalist Stefan Niemann sowie die Medienexpertin Zhu Yi aus dem Pekinger Büro der Heinrich- Böll-Stiftung diskutierten über die Möglichkeit einer „objektiven“ Berichterstattung, die vor allem umfassend sein sollte und nicht Trends hinterherlaufe. Die Heinrich-Böll-Stiftung erstellt zurzeit in Zusammenarbeit mit den Universitäten Erfurt und Duisburg-Essen eine Studie zum Chinabild der deutschen Medien.Zwei kritische chinesische Intellektuelle, Qin Hui und Yu Jianrong, waren am Donnerstag Gäste der Stiftung und diskutierten im Forum Dialog der Buchmesse über Zivilgesellschaft, Freiheit und Demokratie in China. Beide Wissenschaftler sind Autoren des Buchs Wie China debattiert, das anhand von 13 Essays aus China belegt, dass kritische Stimmen gehört werden können, aber dass sie es auch sehr schwer haben. Meist hilft das Internet, die Missstände im Land anzuprangern. Qin Hui verwies auf die große Zahl von Internetnutzern in China, rund 300 Millionen; aber sie gebrauchten es vor allem für Unterhaltung und Konsum. Trotzdem habe sich auch eine lebendige Szene entwickelt, die im Netz politisch diskutiere. Yu Jianrong stellte fest: So lange man konkrete Probleme benenne und die Staatsideologie nicht antaste, habe man einen gewissen Spielraum. Es komme, so Yu, in nächster Zeit vor allem darauf an, den Rechtsstaat in China zu stärken – und das heiße: ihm seine Unabhängigkeit zu geben. Im Moment sei die Justiz noch zu vielen Einflüssen ausgesetzt. Qin Hui ist optimistisch: Auch in China ist eine Demokratie möglich; es gebe kein Gen, dass das verhindern würde.
Die zahlreichen Zuschauer wollten noch mehr wissen: Das Buch Wie China debattiert fand reißenden Absatz.
Von Bernd Rheinberg, Lektor der Heinrich-Böll-Stiftung











