MARIANNE BIRTHLER
Marianne Birthler arbeitete nach dem Abitur im Außenhandel der DDR und absolvierte parallel dazu ein Fernstudium im Bereich Außenhandelswirtschaft.
Nach einer längeren Familienpause und einer Ausbildung zur Katechetin und Gemeindehelferin war sie in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit tätig, zuerst im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, dann als Jugendreferentin im Berliner Stadtjugendpfarramt. Zugleich engagierte sie sich seit Mitte der achtziger Jahre in verschiedenen Oppositionsgruppen wie dem Arbeitskreis Solidarische Kirche und der Initiative Frieden und Menschenrechte.
Nach der Revolution 1989 beteiligte sich Marianne Birthler an der Arbeit des Zentralen Runden Tisches, bis sie im März 1990 in die Volkskammer gewählt wurde. Dort war sie Sprecherin der Fraktion für das Bündnis 90. Marianne Birthler kandidierte erfolgreich bei den brandenburgischen Landtagswahlen 1990 und wurde in der Koalition aus SPD, FDP und Bündnis 90 zur Ministerin für Bildung, Jugend und Sport ernannt. 1992 trat sie in Reaktion auf die bekannt gewordene Zusammenarbeit des Ministerpräsidenten Manfred Stolpe mit der Staatssicherheit der DDR von ihrem Amt zurück.
Nach der Vereinigung von Bündnis 90/Die Grünen im Mai 1993 stand Marianne Birthler für zwei Jahre als Bundesvorstandssprecherin an der Spitze der neuen Partei. Danach arbeitete sie für die bündnisgrüne Bundestagsfraktion und absolvierte zugleich eine vierjährige Ausbildung zur Organisationsberaterin.
Am 29. September 2000 wurde Marianne Birthler vom Deutschen Bundestag zur Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gewählt und am 11.Oktober 2000 vom Innenminister in das Amt eingeführt. 2006 erfolgte die Wiederwahl für weitere fünf Jahre. Ihre Amtszeit endete im März 2011.
Marianne Birthler hat neben ihrer Mitgliedschaft in der Grünen Akademie mehrere Ehrenämter inne: Sie ist u.a. Mitglied von UNICEF Deutschland, der Heinrich Böll Stiftung, des Stiftungsrates der Körber-Stiftung und des Kuratoriums der Friede Springer Stiftung, der Bürgerstiftung Berlin, des Beirats der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Evangelischen Akademie zu Berlin.

