Weltweit vertreten Künstlerinnen und Künstler Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Durch ihren Einsatz für die Freiheit des Geistes leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung und zum Erhalt von Demokratie und Menschenrechten. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt dieses Engagement durch ihr Stipendienprogramm im Verein Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.
In bewährter Zusammenarbeit mit der Stadt Düren und dem Land Nordrhein-Westfalen konnten seit Gründung des Vereins Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V. im Jahr 1989 nahezu 150 Gäste aus Afrika, Asien, Lateinamerika, Ost- und Südosteuropa eingeladen werden. Das Haus, in den 60er Jahren von der Familie Böll erworben, wurde zu einem ruhigen Ort des Arbeitens und des Austausches für Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt.
Das Heinrich-Böll-Haus Langenbroich ist Teil eines internationalen Netzwerkes von Institutionen, die politisch verfolgte Autorinnen und Autoren unterstützen.
- Das Heinrich-Böll-Haus und seine Gäste (PDF, 2 Seiten, 372 KB)
Sie können dazu beitragen, dass SchriftstellerInnen und KünstlerInnen einen Ort der Ruhe und Konzentration und auch der Zuflucht erhalten.
Die Gäste im Heinrich Böll Haus Langenbroich:
Neue Gäste seit Juni 2011
Der chinesische Schriftsteller Liao Zenghu, alias Ye Kai geboren in 1969 im Provinz Guangdong, VR China, ist Doktor der modernen chinesischen Literatur. Als Redaktionsleiter arbeitet er für die renommierte Literaturzeitschrift Harvest (Shou Huo). Fünf Romane hat er bereits veröffentlicht. Zudem bringt er zurzeit eine Essayreihe in der Zeitschrift Chinese Teaching and Study heraus, in der er die Probleme der chinesischen Lehrbücher für Grundschulen anprangert. Sein letzter Roman wird zwar im Jahr 2002 veröffentlicht, jedoch um ein Drittel gekürzt. Mit finanzieller Unterstützung eines Sponsors aus Hongkong wird der Roman verfilmt. In China ist der Film jedoch verboten. Ye Kai wird während seines Aufenthaltes im Heinrich Böll Haus an seinem neuen Roman arbeiten.
Der irakische Schriftsteller Ali Badr, einer der besten arabischen Autoren seiner Generation, wurde 1964 in Bagdad geboren. 1985 machte er sein Bakkalaureat in französischer Literatur. Die meiste Zeit seines Militärdienstes leistete er während des Irak-Iran-Kriegs ab. Anschließend hat er Buchwesen und Restaurierung von Handschriften an der Nationalen Handschriftensammlung in Bagdad erlernt. 1996 legte er eine Arbeit über Roland Barthes vor, um sein Studium der französischen Literatur abzuschließen. Daraufhin wurde er von der Universität ausgeschlossen. Bekannt wurde Ali Badr mit dem Roman „Papa Satre“, in dem er den Existenzialismus im Bagdad der 50er und 60er Jahren zum Thema macht. Noch weiter in die Geschichte greift Ali Badr mit seinem Roman „Das nackte Gastmahl“ zurück: Vor dem Hintergrund des späten 19. Jahrhunderts bis hin zum Einmarsch der Engländer in Bagdad während des ersten Weltkriegs entfaltet sich die „Nahda“, der Beginn der arabischen Neuzeit. Im Mittelpunkt der Handlung stehen ihre geistigen und gesellschaftlichen Auswirkungen, der Generationskampf und Nietzsches Ideenwelt, welche die Bagdader Intellektuellen in heftige Diskussionen stürzt.
Der tunesischen Schriftsteller Hassouna Mosbahi wurde 1950 als Sohn einer kinderreichen tunesischen Beduinenfamilie im Hinterland von Kairuan geboren. Bereits als Jugendlicher begann er Erzählungen zu schreiben, mit denen er 1968 den Preis des tunesischen Rundfunks gewann. Längere Studienaufenthalte in Paris, Madrid und London führten ihn 1985 nach München, wo er bis 2004 als Journalist, Literaturkritiker und freier Schriftsteller lebte, bevor er nach Tunesien zurückkehrte. Hassouna Mosbahis Romane erzählen vom Exil.
- Adieu Rosalie. Roman, A1 Verlag, München
- Der Ölbaum der Kamele. Beduinengeschichten, A1 Verlag, München
- Rückkehr nach Tarschisch. Roman, A1 Verlag, München
Bis August 2011
Alaa Khaled, Schriftsteller aus Ägypten
1960 in Alexandria, Ägypten geboren. Nach dem Studium der Biochemie wurde er als Lyriker, Essayist und Romanautor bekannt. In seinem Schreiben hebt er die formalen Trennungslinien zwischen den Genres auf. Als Lyriker ist er im Prosagedicht zu Hause. Seine journalistischen Texte weisen literarischen Charakter auf, und seine Prosa ist teils poetisch, teils journalistisch gefärbt. Khaled ist ein entschiedener Gegner jeglicher Normen, die dem Einzelnen vorgeschriebene Denk- und Verhaltensmuster aufzwingen. Bekannt ist Khaled auch als Herausgeber der Kulturzeitschrift „Amkenah“, die, 1999 gegründet, in der gesamten arabischen Welt hohes Ansehen genießt. „Amkenah“ („Orte“) versteht sich als Forum einer sprachlich und künstlerisch unkonventionellen, alltagsnahen Auseinandersetzung mit dem „Ort“ als konkretem Raum, aber auch als ideellem Konzept.
Khaleds Reportage “Everything Happens Quietly With No Surprises” (Alexandria 12/2004) wurde 2005 für den Lettre Ulysses Award nominiert.
Zuletzt in Deutsch erschienen: Das Buch des Flusses Nil, Lettre International, Nr. 71.

