Man lernt am besten, indem man übt

Jennifer Kulik
Beim Seminar „Das politische Interview“ wurden die Stipendiat/innen ins kalte Wasser geschubst

Von Jennifer Kulik

Wie oft darf ich bei Interviews nachhaken? Wie kontrovers muss ich sein? 
Diese und andere Fragen stellten sich alle Teilnehmer/innen zu Beginn des Seminars „Das politische Interview“ am letzten Märzwochenende in Berlin. Dozentin Gudula Geuther, Mitarbeiterin des Deutschlandradios und Korrespondentin des Hauptstadtstudios, versuchte uns so gut sie konnte zu beruhigen, um uns dann doch ins kalte Wasser zu schubsen.

Die meisten der Seminarsteilnehmer/innen hatten schon einmal Interviews geführt. Doch nicht alle kannten sich aus mit der besonderen Form von Hörfunkinterviews. Da diese häufig nicht mehr geschnitten oder nachbearbeitet werden und in ihrer Länge stark beschränkt sind, stellen sie eine besondere Herausforderung für Interviewer/innen und Interviewte dar. Im Seminar konnten wir Können und auch Nicht-Können an Gesprächspartner/innen aus Politik und Wirtschaft unter Beweis stellen. Anschließend besprachen wir mit den anderen Teilnehmer/innen, Gudula Geuther und den Gesprächspartner/innen unsere Produkte. Durch die offenen und ehrlichen Stellungnahmen der Gäste bekamen wir wertvolle Tipps. So bemerkten wir beispielsweise schneller, wenn jemand unseren Fragen auswich oder geschickt vom Thema ablenken wollte.

Viele der Stipendiat/innen zuckten zusammen, als sie das erste Mal ihre Stimme auf Band hörten. Sie schmunzelten, als sie bemerkten, wie viele „ähms“ die Aufnahmen schmückten. Gleichzeitig bemerkten wir mit Freude, dass unsere zweiten Interviews besser waren als unsere ersten Versuche.

Viele nutzten die Gelegenheit, um einmal einen ganz anderen, kontroverseren oder provokanteren, Interviewstil auszuprobieren. Zwischen den Interviewterminen beschäftigten wir uns mit der umfangreichen Theorie des politischen Interviews. Schnell wurde klar, dass diese weit über die Frage nach verschiedenen Arten von Interviews hinausgeht.

Schon im Vorfeld des Interviews müssen Journalist/innen zahlreiche Fragen klären: Ort, Sitzplatzwahl, technische Details, Verständlichkeit des Themas, Persönlichkeit des Interviewpartners. Und: Wie reagieret man angemessen auf einen Gesprächspartner, der ohne Punkt und Komma redet? Wie geht man mit jemandem um, der nur kurze, knappe Antworten gibt? Was tun, wenn man selbst von der Person und ihren Erzählungen so fasziniert ist und vom kritischen Nachfrager zum netten Zuhörer mutiert?

Eines ist wohl allen Teilnehmern klar geworden: Diese und all die anderen Fragen kann man theoretisch zwar beantworten, den richtigen Umgang mit ihnen lernt man  aber immer noch am besten, in dem man übt.

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