Promotionskollegs und Themenschwerpunkte
Die Heinrich-Böll-Stiftung konzipiert gemeinsam mit kooperierenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern Promotionskollegs oder Forschungsschwerpunkte zu den Arbeitsbereichen und Themen der Stiftung. Mit unseren Promotionskollegs und Forschungsschwerpunkten greifen wir schon heute Forschungsthemen von morgen auf und unterstützen die fachliche und überfachliche Qualifizierung der Promotionsstipendiatinnen und – stipendiaten.
Aktuelle Promotionskollegs und Themenschwerpunkte
Elitenwandel und neue soziale Mobilisierung in der arabischen Welt (Stiftung Wissenschaft und Politik, ab 2012)
Die SWP und das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung kooperieren in der Umsetzung eines unter Federführung der SWP durchgeführten Vorhabens zu Vernetzung und Austausch in der policy-orientierten Erforschung der Umbrüche in der arabischen Welt. Untersucht werden die Veränderungen innerhalb der politisch relevanten Eliten der von den Ereignissen des „Arabischen Frühlings“ betroffenen Gesellschaften. Das Forschungsprojekt fragt nach Ausmaß, Dynamik und Erfolgsaussichten der eingeleiteten Transformationsprozesse ebenso wie nach methodischen und konzeptionellen Schlussfolgerungen für die Erforschung von Prozessen sozialer Mobilisierung und politischen Wandels in autoritär strukturierten Gesellschaften. Angestrebt wird ein substantieller Beitrag zur analytischen Durchdringung der gegenwärtigen Prozesse unter maßgeblicher Beteiligung von Forscherinnen und Forschern aus der Region.
Die SWP und das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung kooperieren in der Umsetzung eines unter Federführung der SWP durchgeführten Vorhabens zu Vernetzung und Austausch in der policy-orientierten Erforschung der Umbrüche in der arabischen Welt. Untersucht werden die Veränderungen innerhalb der politisch relevanten Eliten der von den Ereignissen des „Arabischen Frühlings“ betroffenen Gesellschaften. Das Forschungsprojekt fragt nach Ausmaß, Dynamik und Erfolgsaussichten der eingeleiteten Transformationsprozesse ebenso wie nach methodischen und konzeptionellen Schlussfolgerungen für die Erforschung von Prozessen sozialer Mobilisierung und politischen Wandels in autoritär strukturierten Gesellschaften. Angestrebt wird ein substantieller Beitrag zur analytischen Durchdringung der gegenwärtigen Prozesse unter maßgeblicher Beteiligung von Forscherinnen und Forschern aus der Region.
Verantwortliche Hochschule
Hochschulen sind Schlüssel einer wissensbasierten Ökonomie, sind Experteneinrichtungen mit hoher Autonomie, sind Diskursarenen für gesellschaftlich relevante Themen, stellen einen erheblichen Anteil der Bildungsausgaben des Staates und sind einer der größten Arbeitgeber. Die Promotionsprojekte des an der Universität Flensburg angesiedelten Kollegs bearbeiten aus interdisziplinärer Perspektive (Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften) aktuelle Fragen Hochschulforschung.
Sprecher des Kollegs: Prof. Dr. Gerd Grözinger, Universität Flensburg
Ressourcenpolitik und Geschlechtergerechtigkeit in der Globalisierung (Humboldt-Universität zu Berlin, Leuphana Universität Lüneburg: ab 2011)
Die Zukunft der Ökonomie und des Sozialen und die Zukunft der Ökologie können nur gemeinsam gedacht und gestaltet werden. Globale soziale und ökonomische Prozesse lassen sich daher nur angemessen analysieren und verstehen, wenn eine Geschlechterperspektive auf den Zugang zu und die Nutzung und den Umgang Ressourcen einbezogen wird. Die Kategorie Gender ist unabdingbar, um die Ressourcenpolitik im globalen Kontext angemessen analysieren, verstehen und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gestalten zu können. Die Dissertationen werden sich aus verschiedenen Perspektiven mit der Frage befassen, inwieweit nachhaltige Entwicklung und Geschlechtergerechtigkeit einander bedingen (Kurzfassung, Langfassung).
Sprecherinnen: Prof. Dr. Sabine Hofmeister, Leuphana Universität Lüneburg, und Prof. Dr. Christine Bauhardt, Humboldt Universität zu Berlin
Dresdner Promovierendenkolleg „Kostenwahrheit im Verkehr“ - DIKE (Technische Universität Dresden: 2009 – 2012)
Wie wird Mobilität in der Zukunft aussehen? Die negativen Folgeerscheinungen des motorisierten Verkehrs können nicht allein durch technologische Innovationen bewältigt werden. Erforderlich sind darüber hinaus eine Verringerung der Verkehrsnachfrage (Travel Demand Management) und Veränderungen umweltbelastender Verhaltensweisen. Eine zentrale Stellgröße ist dabei die Herstellung von Kostenwahrheit im Verkehr durch eine gerechte Berücksichtigung negativer externer Effekte. Die Dissertationsprojekte untersuchen aus verschiedenen disziplinären Perspektiven Hintergründe und Möglichkeiten für eine zugleich ökologisch effiziente, sozial gerechte und psychologisch akzeptierte Organisation zukünftiger Mobilität.
Sprecher: Prof. Dr. Schlag und Prof. Dr.-Ing. Becker, Technische Universität Dresden
Zivilgesellschaft und externe Demokratisierung im postsozialistischen Europa (Europa Universität Viadrina, Frankfurt (O) / ETH Zürich: 2008 – 2011)
Das 2008 gegründete Promotionskolleg setzt sich mit den vielfältigen Tätigkeiten von Zivilgesellschaften in europäischen Post-Transformationsstaaten auseinander. Im Mittelpunkt des Kollegs steht neben der Analyse von Präsenz und Aktivitäten der Zivilgesellschaften vor allem die Frage nach den Wirkungen zivilgesellschaftlichen Handelns und seiner Interaktion mit externen Demokratisierungsbemühungen, insbesondere durch Regionalorganisationen wie Europarat oder Europäische Union, Nichtregierungsorganisationen und transnationale Netzwerke. Im Rahmen des Promotionskollegs wird ein wissenschaftliches Begleitprogramm angeboten. Ein besonderes Format stellen dabei Exkursionen dar, die in Zusammenarbeit mit den Regionalbüros der Heinrich Böll Stiftung organisiert werden. In Hintergrundgesprächen mit Vertreter/innen von Nichtregierungsorganisationen, Geberorganisationen, PolitikwissenschaftlerInnen, staatlichen Beamt/innen und Journalisten/innen erhalten die Stipendiat/innen einen Einblick in die unterschiedlichen Präferenzen, Sichtweisen und Problemlagen der beteiligten Akteure. Die bisher durchgeführten Exkursionen führten in die Länder Bosnien-Herzegowina, Georgien, Russland, Serbien und die Ukraine.
Sprecher: Prof. Dr. Timm Beichelt, Europauniversität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Global Social Policies and Governance: Nord-Süd-Beziehungen aus sozial-ökologischer Perspektive (Universität Kassel: ab 2007 – 2011, 2011 – 2014)
Die bisherigen nationalen als auch internationalen Antworten auf die globale Finanzkrise und den Klimawandel veranschaulichen, vor welchen Herausforderungen Parteien und zivilgesellschaftliche Kräfte stehen, wenn sie Politiken des sozialen Ausgleichs oder der ökologischen Nachhaltigkeit verfolgen. Das Kolleg wurde im April 2007 gemeinsam von der Heinrich Böll Stiftung und der Hans Böckler Stiftung an der Universität Kassel eingerichtet. Die Dissertationsprojekte adressieren zwei übergreifende Schwerpunkte: Zum werden die Grundlagen und konkreten Bedingungen für sozial- und umweltpolitisches Handeln in den Ländern und Regionen des Südens analysiert. Zum anderen wird untersucht , ob und wie über politische Steuerung im Bereich der Sozial- und Umweltpolitik die Rückwirkungen des weltgesellschaftlichen Strukturwandels und der hiermit verknüpften globalen Veränderungen auf die OECD und die Länder des Südens interdependent behandelt werden können. Die 2011 beginnende zweite Förderrunde widmet sich den Nord-Süd-Beziehungen aus sozial-ökologischer Perspektive.
Sprecher: Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt und Prof. Dr. Christoph Scherrer, Universität Kassel
Abgeschlossene Kollegs:
- Die Zukunft der europäischen Stadt. Formen und Folgen von New Urban Governance (Humboldt-Universität zu Berlin, Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung/Universität Bremen: 2006 – 2009)
- Exklusionsrisiken und Inklusionsstrategien im erweiterten Europa (Universität Bremen, Graduate School of Social Sciences: 2005 – 2008)
- Ökologie und Fairness im Welthandelsregime (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie: 2005 – 2008)
- Überwindung von Diktaturen und Aufbau von Zivilgesellschaften im Ost-West-Vergleich (Universität Heidelberg/Universität Wien: 2005 – 2008)
- Verfasstheit der Wissensgesellschaft (Grüne Akademie: 2003 – 2006)
- Gunda-Werner-Kolleg: Genderdynamiken in gewaltförmigen Konflikten (Universität Bremen, Zentrum für feministische Studien: 2003 – 2006)
- Gunda-Werner-Kolleg: Geschlechterdemokratie und Organisationsreform im globalen Kontext (Universität Bochum/Universität Bielefeld: 2000 – 2005)
- Perspektiven und Konsequenzen technischer Innovation (2000 – 2003)


