Abstract

Hochschulpolitik und Internationalisierung: Studiengänge deutscher Hochschulen im Ausland

Nadin Fromm, Universität Flensburg

28. Oktober 2009
Das Bundeskabinett verabschiedet 2008 die Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung und bündelt so unterschiedlichste Aktivitäten von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Auswärtigen Amt (AA) zur Internationalisierung deutscher Bildungs- und Forschungsinstitutionen zu einem politischen Programm. Die Hochschulen stehen im Zentrum der Strategie, kommt ihnen als Standort von Wissenschaft und Forschung sowie in ihrer Funktion der Aus- und Weiterbildung eine zentrale Rolle zu.

Das durch den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) unterstütze Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“ ist Bestandteil der Strategie und beinhaltet den Auf-/ Ausbau universitärer Strukturen mit deutscher Referenz im Ausland. Deutsche Hochschulen und engagierte Hochschullehrer installieren seit 2001 deutsche Studiengänge, Fakultäten oder Universitäten in Asien, Lateinamerika und im arabischen Raum, um ausländische Studierende mit Deutschlandbezug auszubilden. Dabei setzen sie auf Kooperationen mit Hochschuleinrichtungen vor Ort und befinden sich im starken Wettbewerb mit anderen Ländern, die sich in der Ausbildung künftiger Arbeitskräfte wissensintensiver Tätigkeitsbereiche zu profilieren suchen. Derzeit befinden sich, nach Angaben des DAAD, 134 deutsche Studienprogramme in 38 universitären Projekten in Förderung des DAAD.

Das Promotionsvorhaben hat das Ziel, die Bedeutung des „Studienexports“ als eine wichtige strategische Ausrichtung einer wissens- und wissenschaftsgeleiteten Politik der Bundesregierung im Bereich der Internationalisierung deutscher Hochschulen herauszustellen. Dabei konzentriert sich die Studie weniger auf die Aktivitäten des AA in dem Bereich, die unter dem Begriff der Außenwissenschaftspolitik firmieren. Vielmehr interessieren die Regelungskompetenzen des BMBF und den Mittlerorganisationen. Eine solche Analyse zielt in ihrer Fragestellung auf die politische Steuerung der Hochschulen beim „Studienexport“. Dabei geht es weniger um die Struktur der politischen Entscheidungen innerhalb des BMBF, sondern Themenschwerpunkt sind die Umweltbeziehungen des Ministeriums zum Steuerungsadressaten und die Maßnahmen und Wirkungen dieser Steuerung. Ziel ist es, die Steuerungselemente zu erarbeiten, die sich aus den ersten Erfahrungen der Hochschulen vor Ort ergeben, Realitätsadaptionen und ein „Nachjustieren“ der politischen Steuerung bewirken können, um die „Studienexport“-Projekte deutscher Hochschulen erfolgreich zu begleiten.

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