"Das Geld ist nicht weg – es hat nur jemand anderes." So heißt der Standard-Trost der Börsianer, wenn man sich verspekuliert hat. Jetzt hat die Commerzbank errechnet, dass die globale Finanzkrise satte 10.000 Milliarden Dollar Verlust produziert hat.
Womit sich die Frage stellt: Wer hat die zehn Billionen? Sowas rechnen Banker leider nicht aus. Versuchen wir's also selber:
Jeweils etwa die Hälfte des "Verlusts" entfällt auf Wertberichtigungen und Wachstumsrueckgaenge. Die Wertberichtigungen verteilen sich auf faule Kredite und den Preisverfall bei Häusern. Was die Kredite angeht: Da haben Leute Geld bekommen, die es nicht mehr zurückzahlen können. Das Geld haben sie ausgegeben und damit das Welt-Sozialprodukt der vergangenen Jahre um ein paar Billionen gesteigert. Ähnlich bei den Häusern: Da haben Baukonzerne und Hausverkäufer ein paar Billionen mehr erlöst, als die Hütten eigentlich hätten einbringen dürfen – auch das führte zu einer Aufplusterung vergangener Wachstumszahlen.
Und die Verluste durch den Produktionseinbruch der vergangenen Monate? Sind zum großen Teil nur Resultat einer erzwungenen Rückkehr zu einer etwas vernünftigeren Lebensweise, bei der Geld erst verdient und dann ausgegeben wird. Es geht also ein Wachstum "verloren", das es eigentlich gar nicht hätte geben dürfen.
Was bleibt übrig? Nur jene ziemlich genau zwei Billionen Dollar, die die Staaten in die Konjunkturstützung gepumpt haben. Und zumindest bei diesem Betrag weiß man genau, wer ihn hat: wir – als Staatsschulden.
Detlef Gürtler ist Chefredakteur des schweizerischen Wissensmagazins GDI impuls.