Fotoausstellung von 2005

Srebrenica - Erinnerungen für die Zukunft

14. Juli 1995, Tuzla, UN-Basis: Schwedischer Soldat erlaubt Flüchtlingen aus Srebrenica den Zutritt zum UN-Flüchtlingslager.

Srebrenica

22. Juli 2010
Am 11.Juli 2005 jährte sich zum zehnten Mal das Massaker in der ostbosnischen Stadt Srebrenica. Annähernd zehntausend bosnisch-muslimische Männer und Jungen wurden in der von UN-Soldaten bewachten „Schutzzone“ ermordet, zehntausende Frauen,Kinder und Alte deportiert.Das größte Verbrechen in Europa nach dem zweiten Weltkrieg fand unter den Augen der Weltöffentlichkeit statt – eine Schande für Europa und die Vereinten Nationen. Noch heute leben tausende Überlebende in Flüchtlingslagern, ohne Aussicht auf Rückkehr.

Die Ereignisse vom Juli 1995 erschütterten die internationale Politik, sie stellten die Routinen der politischen Weltordnung, der Vereinten Nationen und des Völkerrechts in ihrer bis dahin geltenden Form in Frage. Bis heute haben diese Fragen nichts von ihrer Aktualität eingebüßt;sie sind durch die Geschehnisse im Kosovo, in Ruanda oder im Sudan eher noch dringlicher geworden.


SREBRENICA – ERINNERUNG FÜR DIE ZUKUNFT

Mit der internationalen Veranstaltungsreihe „Srebrenica – Erinnerung für die Zukunft“ erinnert die grünnahe Heinrich-Böll-Stiftung an die Geschehnisse im Juli 1995. Filmvorführungen und eine Abenddiskussion laden ein zur Reflexion über die Folgen für die Menschen in der Region und Auswirkungen auf die europäische und internationale Politik.

Im Mittelpunkt steht die Fotoausstellung „Srebrenica“. In eindringlichen Aufnahmen zeigen 10 renommierte Fotografen aus der Region,Großbritannien und Frankreich das Leid der Überlebenden, die Vertreibung, die triste Existenz in den Flüchtlingslagern und die Suche und Identifizierung der Opfer.Viele der Fotografen, unter ihnen international renommierte wie Gilles Peress, Roger Hutchings oder Paul Lowe,dokumentierten die Kriegsjahre im Auftrag großer internationaler Medien wie „Time Magazin“, „Newsweek“, „The New York Times“ oder deutscher Publikationen wie „Der Spiegel“. Einige von ihnen arbeiteten noch während des Krieges für die staatliche bosnische „Kommission zur Sammlung von Fakten über Kriegsverbrechen“.

Was diese Fotografien erreichen können, so der bosnische Fotograf Danilo Krstanovic zur Ausstellung „Srebrenica – Erinnerung für die Zukunft“, ist eine veränderte Wahrnehmung unserer eigenen Verantwortung gegenüber Ereignissen wie Srebrenica, unabhängig davon, ob sie in unserer unmittelbaren Nähe oder irgendwo auf der Welt stattfinden.

Auf Initiative der Heinrich-Böll-Stiftung und in Zusammenarbeit mit ihren Büros in den Regionen wird diese Ausstellung unter anderem in Washington, Brüssel, Straßburg und Berlin sowie in Sarajevo und in Belgrad gezeigt.



GESAMTKOORDINATION
Azra Dzajic, Heinrich-Böll-Stiftung, Regionalbüro für Südosteuropa

  
DIE FOTOGRAFEN
Acif Hodovic
Darko Bandic
Gilles Peress
Zijah Gafic
Roger Hutchings
Danilo Krstanovic
Paul Lowe
Muhamed Mujkic
Simon Norfolk
Almin Zrno

 

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