Dossier

Biodiversität

Nachhalten #30: Der bedrohte Artenreichtum

31. Januar 2008
Die Verhandlungen zum Schutz der biologischen Vielfalt auf dem Prüfstand
Gespräche zur Globalisierung und Nachhaltigkeit

Montag, 5. Mai 2008 (19:00 bis 20:30 Uhr), Galerie Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Mit: 
Manfred Konukiewitz - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, 
Günter Mitlacher - Projektbüro CBD COP9/MOP4, Forum Umwelt & Entwicklung/ Deutscher Naturschutzring
Steffi Lemke - Politische Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen
 
Moderation: Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Informationen
Claudia Rolf
Fon: 030-285 34 116
E-Mail: rolf@boell.de

» Veranstaltungsdetails
» Flyer zur Veranstaltung (PDF)
» Übersicht Reihe "Nachhalten"

I. Biodiversität in Amazonien

II. Zivilgesellschaftliche Initiativen anlässlich von COP 9 / MOP 4 im Mai 2008 in Bonn

  • Eine spannende Website mit aktuellen und Hintergrundinformationen zur Biodiversität hat das NGO-Netzwerk zur Biologischen Vielfalt eingerichtet

  • Während der Verhandlungen der Konvention zur Biologischen Vielfalt und ihres Cartagena Protokolls zur Biologischen Sicherheit im Mai 2008 in Bonn wird "Planet Diversity" stattfinden, ein Festival und ein Kongress zur Vielfalt von Lebensmitteln und Landwirtschaft. Hier soll debattiert werden wie Landwirte und Verbraucher und ihre Gemeinden gemeinsam die natürliche und kultivierte Vielfalt von Pflanzen und Tieren besser nutzen und erhalten können. Die Heinrich Böll Stiftung ist Mitunterstützerin von Planet Diversity
    >> Anmeldung

III. Text der Konvention zum Schutz der Biodiversität

IV.  Eine Auswahl von Organisationen und Verbänden, die zum Schutz von Biodiversität arbeiten:

V.  Aus dem INKOTA Brief 142, Berlin, Dezember 2007
"Gentechnik und Biopiraterie - Mensch und Natur in Gefahr":

Foto: © Lalo de Almeida/The New York Times/Redux/laif

Böll.Thema Ausgabe 1/2008

Biodiversität. Bedrohung und Erhalt
Die Zerstörung der Ökosysteme findet überall statt und der Klimawandel wird diesen Trend noch verstärken. Es geht um mindestens fünf Millionen Pflanzen- und Tierarten. Die Fülle ist faszinierend, ihre Bedrohung sehr real. Darüber und wie die Ziele Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung verbunden werden können, lesen Sie in diesem Heft. Mit Beiträgen von Barbara Unmüßig, Matthias Glaubrecht, Tewolde Berhan Gebre Egziabher, Sheldon Cohen, Alonso Moreno u.a.m.  » mehr

Sie können die Printausgabe des Magazins per E-Mail bestellen oder es kostenlos als PDF-Datei (3,15 MB) hier herunterladen.

Artenvielfalt in Gefahr

Der Schutz der Biodiversität ist ein bislang unerfülltes Versprechen
Von Barbara Unmüßig

Auf der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wurde unter anderem die Konvention über biologische Vielfalt verabschiedet. Gebracht hat das Abkommen bislang wenig. Beim nächsten Treffen der Vertragstaaten im Mai muss der Gastgeber Deutschland Weichen stellen: für die Einrichtung von Schutzgebieten und gegen die Biopiraterie großer Pharma-, Agrar- und Kosmetikfirmen. » mehr

„Planet Diversity“ – ein Weltgipfel der Vielfalt

Internationaler Kongress zur Zukunft von Lebensmitteln und Landwirtschaft
12. bis 16. Mai 2008 in Bonn

» Pressemitteilung zum Kongress

„Lokal, Vielfältig, Gentechnikfrei“ ist das Motto von  „Planet Diversity“, dem internationalen Kongress zur Zukunft von Lebensmitteln und Landwirtschaft. Er wird vom 12. bis 16. Mai 2008 in Bonn parallel zu den Verhandlungen der UN -Konvention zur Biologischen Vielfalt und des Cartagena Protokolls zur Biologischen Sicherheit stattfinden
Der rapide Verlust der Biodiversität und der Klimawandel sind die größten ökologischen Herausforderungen in der Geschichte der Menschheit. Die Auswirkungen dieser eng miteinander verbundenen Phänomene mögen uns als Naturkatastrophen erscheinen, die unsere Zivilisation gefährden. Doch sie sind das Ergebnis gegenwärtig vorherrschender Formen dieser Zivilisation. Können diese globalen Bedrohungen mit denselben Rezepten gemeistert werden, die uns an diesen kritischen Punkt der Menschheits- und Naturgeschichte geführt haben? Ernährung und Landwirtschaft stehen im Zentrum des Problems. Eine Beschleunigung der Industrialisierung, Vereinheitlichung und Globalisierung der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ist mit Sicherheit nicht die Lösung, sondern wird die Probleme mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter verschärfen.

Vom 12. bis 30. Mai verhandeln in Bonn die Vertreter von 190 Staaten im Rahmen der UN- Konvention für Biologische Vielfalt (CBD) darüber wie das weltweite Artensterben gestoppt werden kann. Die Lage ist dramatisch: 30 Prozent aller Arten, so schätzt die CBD, werden in diesem Jahrhundert aussterben. Auch die landwirtschaftliche Vielfalt steht vor dem Abgrund: 75 Prozent der zur menschlichen Ernährung genutzten Kultursorten sind nach Angaben der Welternährungsorganisation in den letzten hundert Jahren verschwunden... » mehr 

Neue Etappe in Bonn

Wie stehen die Chancen für globale Regeln zum Schutz biologischer Vielfalt?
Von Barbara Unmüßig

Der Schutz der Artenvielfalt hat eine lange Tradition in der internationalen Umweltpolitik. Doch wer kennt schon die Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten und Lebensräumen für Wasservögel, die 1975 im iranischen Ramsar unterzeichnet wurde? Es ist eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Umweltschutz. Wer kennt die Bonner Konvention zum Erhalt wandernder Tierarten von 1979? Oder das europäische Abkommen zum Schutz der Fledermäuse? Bekannter ist das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES, 1973), das den Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten regelt. Immerhin enthält es Verbotsbestimmungen – etwa über den Handel mit Elfenbein oder gefährdete Tropenholzarten. Durch das Abkommen sind heute 8 000 Tier- und 40 000 Pflanzenarten unter Schutz gestellt. » mehr

Der Beitrag ist erschienen in: "Böll.Thema: Biodiversität. Bedrohung und Erhalt" (Ausgabe 1, 2008, S. 20-21)

Hintergrundmaterial Biodiversität

Eine Auswahl an Materialien, die vom Forum Umwelt und Entwicklung zum Thema Biodiversität herausgegeben wurden:
(die Heinrich Böll Stiftung arbeitet im FUE mit)

weitere Materialien:

  • Eine Website wie ein Wörterbuch: wer schnell Basisinformationen rund um das Thema Biodiversität finden will, findet viele davon auf der Internetseite von der Deutschen Umwelthilfe und dem Verein BildungsCent angeboten. Sie ist als offenes Wiki-Lexikon konzipiert und lädt alle Fachkundigen ein, ihr Sachwissen zu veröffentlichen

  • Gregor Kaiser 2006: Biopiraterie - der neue Kolonialismus, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 10/2006, S. 1172-1176

  • NGO Call to the UN Commission on Sustainable Development
    Representatives of NGOs from Belorussia, Moldova, Russia and Ukraine discussed the issues of GMOs during the Consultations of NGOs on Sustainability in Moscow, Russia (February 16-18, 2007)

  • GMOs in Russia
    Russia does not officially grow GM-crops. Several recent GMO information suits against responsible ministries that were won by NGOs but never had practical results demonstrated it.

  • Agricultural Biodiversity Conservation and Biosafety Status of Botswana
    By Tidimalo Coetzee

  • Buchtip:
    Michael Frein und Hartmut Meyer, Die Biopiraten
    Milliardengeschäfte der Pharmaindustrie mit dem Bauplan der Natur

    Mit einem einzigen Krebsmedikament, gewonnen aus den Wirkstoffen einer tropischen Pflanze, erzielte ein großer amerikanischer Pharmakonzern in einem Jahr 88 Millionen Dollar Reingewinn. Die Herkunftsländer der Pflanze gingen leer aus - ein klassischer Fall in der langen Geschichte der Biopiraterie. Pharma- und Kosmetikfirmen sind laufend auf der Suche nach neuen wirksamen Substanzen. Die Basis ihrer Milliardengeschäfte liegt oftmals im Urwald und in tropischen Zonen. Westliche Unternehmen beuten das Wissen der Naturvölker aus, patentieren das „Grüne Gold der Gene“ und sichern sich exklusiv alle Verwertungsrechte an diesen Ressourcen. Die Biopolitik-Experten Michael Frein und Hartmut Meyer erläutern, wie Biopiraterie funktioniert. In ihrem Buch enthüllen sie an konkreten Beispielen die Ausbeutung der Länder der Dritten Welt durch westliche Pharmafirmen. Sie zeigen auch, was getan werden müsste, damit die Menschen in Entwicklungsländern an einer Nutzung ihrer Naturschätze angemessen beteiligt werden.
    Econ Verlag
    ISBN 978-3-430-30022-3
    Ca. 260 Seiten
    € (D) 16,90.- / € (A) 17,40 / sFr 29,90
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