Tunesien: Bewältigung der Vergangenheit

Tunesien: Bewältigung der Vergangenheit

Ausschnitt aus dem Comic von Othman Selmi. Urheber/in: Othman Selmi. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Seit November 2016 haben zahlreiche Opfer der Diktatur Ben Alis öffentlich vor der Kommission für Wahrheit und Würde ausgesagt. Othman Selmi hat einige der Aussagen in einem Comic dokumentiert.

Trotz heftiger öffentlicher Kontroversen finden in Tunesien seit dem 17. November 2016 öffentliche Anhörungen vor der Kommission für Wahrheit und Würde (L’Instance Vérité & Dignité – IVD) statt. Zahlreiche Opfer der Diktatur Ben Alis sagten ebenso aus, wie andere, die seit der Unabhängigkeit Tunesiens unter Menschenrechtsverletzungen gelitten haben.

Die Anhörungen werden im öffentlichen Fernsehen übertragen. Sie stellen einen Meilenstein in dem Umgang mit den Verbrechen der Diktatur dar. Video-Aufzeichnungen der Anhörungen sind in voller Länge über die Website der IVD zugänglich. Auch die Anhörungen vom 17. November sind dort zu finden. Text und Illustrationen in dem Comic von Othman Selmi fassen die Beobachtungen von diesem Abend zusammen. Die Aussagen der im Text zitierten Ourida Latifa und Sami Brahem sind dort zu sehen.

Hinweis: Für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf das Bild.

Die Illustrationen erschienen in Tunesien auf Arabisch in: Legal Agenda Tunis (Mufakkira Qanuniya Tunis), Ausgabe #07 - Januar 2017.

Verwandte Inhalte

  • Deutsch-tunesische Beziehungen nach dem Fall Anis Amri

    Der tunesische Premierminister Youssef Chahed ist zu Besuch in Deutschland. Während die tunesische Delegation auf eine engere Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich hofft, drängt Deutschland auf eine Ausweitung der Kooperation in Flüchtlingsfragen.

    Von Joachim Paul
  • Tunesien braucht jetzt die Postrevolution

    Wie die Entwicklungspolitik in Tunesien zu einer langfristigen Stabilisierung und damit auch zu mehr Sicherheit beitragen kann, was sich dafür ändern muss und wer es ändern kann, darüber wird sehr kontrovers diskutiert. Eine globale Strategie muss her.

    Von Susanne Kaiser
  • Tunesien: Nach den Protesten ist vor den Protesten

    Als Reaktion auf den Tod des arbeitslosen Tunesiers Ridha Yahyaoui sind in 16 der 24 Provinzen des Landes Proteste ausgebrochen. Der Staat sieht darin vor allem ein Sicherheitsrisiko, in den Medien finden die Forderungen kaum Gehör. Eine politische Lösung ist derzeit nicht in Sicht.

    Von Joachim Paul

Neuen Kommentar schreiben