Tanja Schlemm, Universität Potsdam

Tanja Schlemm, Universität Potsdam

Zukünftiger Meeresspiegel: Vergleich von Kalbungsgesetzen anhand von  Pa­leosimulationen der Antarktis

Der Meeresspiegelanstieg infolge des Klimawandels bedroht viele Küstenregionen weltweit und auch die deutsche Nordseeküste. Der Anstieg wird verursacht durch die Wärmeausdeh­nung des Ozeans sowie das Ab­schmelzen von Gebirgsgletschern und den kontinentalen Eis­schilden in Grön­land und der Antarktis. Das Kalben von Eisbergen ist für einen Großteil des Masseverlusts an den antarktischen Schelfen verantwortlich und ist somit ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des antarkti­schen Eisschilds in einem wärmeren Kli­ma. Eisberge lösen sich vom Rand eines Schelfs oder Gletschers, wenn Eisspalten bis zum Grund des Eises vordringen und einen Eisberg vom Rest des Eises abtrennen.

Theorien, welche die Entstehung und Entwick­lung einzelner Spalten beschreib­en, sind viel zu rechenaufwändig um sie in Simulationen der Antarktis über große Zeiträu­me zu verwenden. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Ansätzen zur Parametrisierung von Kal­bungsprozessen.

Ich werde die verschiedenen Kalbungsarten in das Parallel Ice Sheet Model inte­grieren um genauerer Vorhersagen zu ermöglichen. Eine Simulation der Antark­tis von der letzten Warmzeit über die letzte Kaltzeit bis in die Gegenwart wird als Sensitivitätstest dienen. Ein Ver­gleich mit Paleodaten über die Ausdehnung des antarktischen Eisschilds ermöglicht eine Beurtei­lung der Kalbungsgesetze und ihrer Wir­kungsweisen. Anschließend werden mit den gefundenen Pa­rametern und den implementierten Kalbungsge­setzen Simulationen für die zukünftige Entwicklung des antarktischen Eisschilds durchge­führt.

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