Sabine Lippert, Universität - Trier

Sabine Lippert, Universität - Trier

Der aktuelle Flüchtlingsdiskurs scheint die fast vergessene, dichotome Auffassung von Inklusion und Exklusion räumlicher Grenzziehungen wiederzubeleben. Die tiefgreifende Verkopplung von Raum, Kultur, Identität und Macht zeigt sich nicht nur in der normativen Zuschreibung eines „Wir gegen Sie“, sondern vor allem an den Kämpfen um physische, räumliche Grenzen (und deren Überwindung). Diese wiederum ermöglichen jedoch erst das Herausbilden nationaler Identitäten, denn „ohne Grenzen gibt es keine Identität, und Grenzen ‘im Raum‘ sind die Linien, an denen entsprechende Konstruktionen des Eigenen und des Fremden besonders sichtbar werden [...]“ (Reuber 2012, S. 59). Es geht also insbesondere um Fragen nach dem Wesen der Kultur, des Deutschseins, der nationalen Identität. Differenzierten Antworten auf diese Fragen müssen im Rahmen einer politischen und interkulturellen Bildung auch Eingang in die Schule als Ort sekundärer Sozialisation finden. Hierzu ist es sinnvoll, sich insbesondere dem Geographieunterricht zu widmen, da sich dieser wie kein anderes Fach mit Fragen der Interkulturalität, der Migration und der Grenzziehungen beschäftigt. Um zu ergründen, ob und wenn ja, auf welche Weise kulturalisierende und nationalisierende Schemata im Geographieunterricht reproduziert werden, liegt der Fokus der empirischen Untersuchungen auf (angehende) GeographielehrerInnen (wer unterrichtet?) und auf Schulbücher (mit was wird unterrichtet?).

 

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