Dossier: Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Dossier: Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Blick auf den Zuckerhut und auf den Morro da UrcaBlick auf den Zuckerhut und auf den Morro da Urca. Foto: Rodrigo Soldon from Rio de Janeiro, Brazil (bearbeitet durch hbs). Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Olympische Spiele in Krisenzeiten

In ihrem Vorwort zum Dossier zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro geht Barbara Unmüßig auf Brasiliens derzeitige wirtschaftliche wie politische Krise ein und hinterfragt, ob die Verantwortlichen aus den Fehlern bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gelernt haben.

Von Barbara Unmüßig

Intro: Während der Olympischen und Paralympischen Spiele im August und September erwartet Rio de Janeiro eine halbe Million Besucher/innen. Auf den ersten Blick ein Gewinn für die Stadt. Doch wie schon zur WM 2014 ist Rio Spielfeld politischer und wirtschaftlicher Interessen geworden.

In unserem Dossier setzen wir uns mit der Finanzierung und Nachhaltigkeit der Spiele auseinander. Wir berichten über Sicherheitskonzepte, die Veränderungen in der Stadt und die Vertreibung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen. Wir fragen nach der Verantwortung der Organisator/innen, Menschenrechte zu garantieren.

Versteckte Kosten

Private Spiele?

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Die Olympischen Spiele verschlingen mehr öffentliche Gelder als im offiziellen Budget ersichtlich ist. Eine Analyse von Julia Bustamante und Caio Lima vom Instituto Políticas Alternativas para o Cone Sul (PACS).

Kosten und Transparenz

Olympische Spiele für wen?: Öffentliche Ausgaben

Die Ausgaben für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro haben die 10 Milliarden Euro Marke gesprengt. Rios Stadtverwaltung behauptet, ein Großteil der Gelder käme aus dem Privatsektor. Die brasilianische NGO Criar Brasil, die sich für die Demokratisierung der Medien einsetzt, hat mehrere Themen-Videos zu Menschenrechtsverletzungen rund um die Olympischen Spiele erstellt. Dieses Video handelt von den  „Öffentlichen Ausgaben“. Die Heinrich-Böll-Stiftung Brasilien hat die Produktion und Übersetzung der Videos unterstützt.

Prezi: Wie viel werden die Olympischen-Spiele kosten?Foto: Edition: Marilene de Paula / Source: Bustamante, Julia & Lima, Caio. O que esconde os gastos dos Jogos? PACS: jul/206. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Sicherheit

Wenn Sicherheit zur Ware wird

Lukrativ sind Megaevents vor allem für die private Sicherheitsindustrie. Auch in Brasilien geht sie eine fragwürdige Partnerschaft mit dem Staat ein, der für Olympia nicht nur teure Überwachungstechnologien und Waffen einkauft, sondern sogar Polizei und Militär umorganisiert.

Das Erbe der Megaevents

Dossier: Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien

Massenproteste, Zwangsräumungen, Umweltzerstörung. Die teuerste WM aller Zeiten wird zu 80 Prozent aus öffentlichen Mitteln finanziert – trotz andauernder Misere im öffentlichen Bildungs- Gesundheits- und Transportwesen. Das WM-Dossier beleuchtet die Probleme und fragt: Was bringt diese WM und wem nützt sie?

„Ich wünsche mir eine friedliche Stadt, in der sich Cariocas und Besucher zu jeder Tageszeit frei bewegen können ohne Angst vor Überfällen und Querschlägern.“ Edmar Bacha, Ökonom

Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport, Transparency International, Deutschland und Dawid Bartelt, Leiter des Brasilienbüros der Heinrich-Böll-Stiftung, Brasilien diskutierten am 20. April 2016  über Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten der Austragungsländer und der Weltsportverbände, Menschenrechte zu schützen und Korruption vorzubeugen.

Kehrseite der Medaille

Die Bilanz der Fußball-WM in Brasilien ist ernüchternd. Der positive volkswirtschaftliche Wachstumsimpuls blieb aus. Nun kommen die Olympischen Sommerspiele nach Rio de Janeiro. Der Essay analysiert die Auswirkungen der beiden sportlichen Mega-Events.

Spekulation und Vertreibung in der Stadt

Schon für die Fußball-WM mussten tausende Familien ihre Häuser verlassen, um für neue Sportstätten Platz zu machen. Die Übersichtskarte unseres Brasilien-Büros dokumentiert das Ausmaß der Zwangsräumungen in Rio de Janeiro sowie die künstlich angelegten Neubausiedlungen.

Nachhaltigkeit an den Austragungsorten

Geschlechterverhältnisse im Sport

2012 fand kein einziger Wettbewerb ohne weibliche Beteiligung statt. Heute sind Frauen stark in den Wettkämpfen vertreten. Das könnte glauben machen, der Sport habe die geschlechterspezifischen Hindernisse überwunden. Doch es bleibt noch viel zu tun.

Redaktion:
Dawid Bartelt, Marilene de Paula und Manoela Vianna

Redaktionsassistenz: Selma Clara Creibich, Karina Merencio, Victor Soriano, Petra Tapia, Julia Ziesche

Übersetzung: Manuel von Rahden

Kontakt: Dawid Bartelt, bartelt@br.boell.org

Vor der WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016

Ein gallisches Dorf in Brasilien

Eigentlich sollten die Bewohner/innen der Siedlung Vila Autódromo in Rio de Janeiro das formelle Nutzungsrecht ihrer Grundstücke erhalten. Als wegen WM-Bauvorhaben die Räumung droht, erarbeitet die neu entstandene Protestbewegung einen Volksplan, der die Bürger/innen aktiv miteinbezog und realisierbare Alternativen nannte.

Von Giselle Tanaka

Brasilien: Im Vorfeld der WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016

Brasiliens Stadtverwaltungen wollen die sportlichen Großereignisse für großangelegte städtische Umstrukturierungen ausnutzen. Die Mitglieder des „Comitê Popular da Copa 2014“ versuchen nun, die Gesellschaft zu aktivieren, um das zu verhindern. Ein Gespräch mit Thiago Hoshino, Anwalt der NGO "Terra dos Direitos". Von Ole Schulz

Großevents und Menschenrechtsverletzungen in Brasilien

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Der Jubel über die Fußballweltmeisterschaften in Brasilien war groß. Doch der Bevölkerung wurde schnell klar, dass derartige Events vorwiegend privaten Interessen dienen, außerdem sind Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Das pdf-Dossier will Politik und Zivilgesellschaft für das Thema sensibilisieren.