Dossier: Für Demokratie

Dossier: Für Demokratie

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Demokratie muss erkämpft, mit Leben gefüllt und erneuert werden. Institutionen wie die Heinrich-Böll-Stiftung müssen seit einiger Zeit mit Gegenwind umgehen, der autoritäre Entwicklungsstaat gewinnt an Boden. Mit der Publikation „Für Demokratie“ und diesem Dossier analysieren wir die Möglichkeiten der Demokratieförderung - weltweit. Und wir geben Einblicke in die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung, erläutern konkrete Fallbeispiele und liefern regionale Analysen. Mit den Beiträgen ziehen wir Bilanz und schauen auf die vor uns liegenden Herausforderungen.

Dokumentation der Veranstaltung

von

Weltweit schränken Regierungen die Aktivitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen immer stärker ein und drangsalieren Personen, die sich für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz einsetzen. Am 27. April 2016 diskutierten Expertinnen und Experten die Hintergründe und Folgen.

Videos

Einführungen

Darth Vader
von

Weltweit gehen Regierungen so massiv gegen zivilgesellschaftliche Akteur/innen vor wie seit 25 Jahren nicht mehr. Das Thema muss endlich auf die außen- und entwicklungspolitische Agenda demokratischer Regierungen.

Der Tahrir-Platz in Kairo im Juli 2011
von

Fünf Jahre nach dem Beginn des Arabischen Frühlings ist die Aufbruchsstimmung der Ernüchterung gewichen. Angesichts der nicht enden wollenden Gewalt, der Wiederkehr autoritärer Herrschaftsformen oder gar des Staatszerfalls gilt die „Arabellion“ als gescheitert.

Graffitti "Meine Stimme für die Zukunft"...
von

Die Menschen wollen Demokratie. Das zeigen Befragungen überall auf der Welt. Doch was ist der richtige Weg, um Menschen auf dem Weg in ein besseres Leben in einer freiheitlichen Demokratie zu unterstützen? Mit unserer langjährigen aktiven Arbeit in der Demokratieförderung unterstützen wir vor allem engagierte Menschen in den bestehenden oder entstehenden Zivilgesellschaften.

Die Publikation

Cover: Für Demokratie. Vom Engagement der Heinrich-Böll-Stiftung in der Welt

Die Vorkämpferinnen und Vorkämpfer politischer Freiheit müssen derzeit weltweit mit Gegenwind umgehen. Diese Publikation gibt Einblicke in die Arbeit der weltweiten Demokratieförderung und macht mit Fallbeispielen, Analysen und Essays das Engagement der Heinrich-Böll-Stiftung anschaulich.

Demokratie gestalten

Demokratie ist sowohl die liberale politische Ordnung als auch eine Utopie und ein weitreichendes Versprechen. Unsere Projekte werben für demokratische Verhältnisse und haben die Aufgabe, Demokratie lebendig zu halten und weiterzuentwickeln – in der Gesellschaft, in Parteien und Institutionen. Hierzu gehören auch Konzepte für gute Migrationspolitik und gerechte Verhältnisse zwischen den Geschlechtern.

International arbeitet die Heinrich-Böll-Stiftung in vielen Krisenregionen, die von Gewalt und Staatszerfall geprägt sind. In dem Zusammenhang fördern wir Programme zur Konfliktbearbeitung, zur Versöhnung und zum Wiederaufbau demokratischer Institutionen.

Böll.Thema

Böll.Thema 2/2016: Die große Verunsicherung. Die Krise der liberalen Moderne

Europa ist nicht länger eine Insel der Stabilität in einer unruhigen Großwetterlage. Die politischen Turbulenzen haben inzwischen auch die Kernländer des Westens erfasst. Wie gewinnen wir die Zuversicht zurück, dass wir die Dinge gestalten können, statt ihnen ausgeliefert zu sein? Diesen Fragen wollen wir mit dem vorliegenden Heft nachgehen.

Fachkommission

Notunterkunft in Mainz, aufgenommen September 2015

Die Kommission zu Flüchtlings- und Einwanderungspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung wird in den kommenden zwei Jahren die Herausforderungen auf dem weiten Feld von Flucht und Arbeitsmigration beleuchten.

Veranstaltungen

Jan 17
Jahresrückblick zur Lage russischer Nichtregierungsorganisationen in Russland 2016
Berlin
Jan 26
Zum Zustand des türkischen Rechtsstaates - Zehn Jahre nach dem Attentat auf Hrant Dink
Berlin
Feb 15
Das Thema ist immer noch Gewalt
Berlin

Projektbeispiele

Ein Demonstrationszug aus Zivilisten und Mönchen in Rangun.

Deliberative Demokratie: Seit mehr als zehn Jahren fördert die Heinrich-Böll-Stiftung Studierende aus Myanmar, die jetzt aktiv am politischen Transformationsprozess ihres Heimatlandes beteiligt sind.

Einmischen lernen: Der Nordosten Indiens liegt in vieler Hinsicht abseits und bringt die größte Demokratie der Welt an ihre Grenzen. Ziel der Heinrich-Böll-Stiftung ist es der Vernachlässigung der Gebiete etwas entgegenzusetzen.

Geschlechterdemokratie: In Chile arbeitet das Regionalbüro der Heinrich-Böll-Stiftung vor allem mit feministischen Frauenorganisationen zusammen.

Einmischen lernen: Vor 10 Jahren hat die Heinrich-Böll-Stiftung die erste indigene Jugendorganisation Kambodschas mit aufgebaut.

Kartlis Deda Statue in Tiblissi.

Geschlechterdemokratie: Mit Beginn der Transformation Georgiens war auch eine selektive Rückbesinnung auf Tradition, Religion und Geschichte verbunden, die zu Lasten der Gleichberechtigung der Geschlechter ging.

Öffentliche Demokratie: Die Gleichung „neue Medien führt zu erhöhter politischer Partizipation“ geht nicht immer auf: Das „Freedom of Expression Documentation Centre“ dokumentiert die verschärften Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit in Thailand.

„Die schützende Kraft einer Demokratie mag man nicht vermissen, solange keine größeren Probleme auftauchen“, sagte der indische Ökonom Amartya Sen. Wenn sie aber auftauchen, wird man sie brauchen.

Geteilte Demokratie: Über sechzig Jahren nach seinem Tod erzeugt Josef Stalin im postsowjetischen Raum immer noch ein besorgniserregend hohes Maß an Bewunderung. Die Heinrich-Böll-Stiftung arbeitet daran, den Kreis der in der Geschichtsaufarbeitung Agierenden zu erweitern.

Geteilte Demokratie: Seit 25 Jahren arbeitet die Heinrich-Böll-Stiftung mit Memorial zusammen, der wohl bekanntesten russische NGO. Im Laufe der Jahre hat sich eine ”politische Freundschaft” entwickelt, die Grundlage für viele gemeinsame Projekte ist.

Horsh-Park in Beirut

Alltagsdemokratie: Nur „Lizenznehmer“ dürfen den Stadtpark Horsh Beirut nutzen – eine Tendenz, die sich für viele Grünflächen der libanesischen Hauptstadt abzeichnet. Unterstützt von der Stiftung, wollen Kampagnen und Organisationen die Stadt für die Bevölkerung zurück erobern.

Alltagsdemokratie: Die Bewohner des Kiewer Stadtteils Podil haben das Interesse an dem Gebäude Frunze35 längst verloren. Die einst schmucke Fabrik mit der ersten dem Jugendstil nachempfundenen Fassade der Stadt steht seit mehr als zehn Jahren leer und verfällt langsam. Dabei wurde hier einst Industriegeschichte geschrieben.

Länderbeispiele

Südafrikas Demokratie wurde hart erstritten, der Grundrechtekatalog ist heute einer der fortschrittlichsten der Welt,doch diese müssen eingefordert werden. Unser Büro in Kapstadt fördert feminsitische Fortbildungen, Schulbildung und die Selbstorganisation diskriminierter Gruppen.

Auf absehbare Zeit wird die politische Kultur in Bosnien-Herzegowina autoritär bleiben. Große Teile der Gesellschaft streben noch immer nach ethno-nationaler Zuordnung und Sicherheit.