Büro Kambodscha, Phnom Penh

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen und im kritischen Dialog mit Regierung, Parteien und Geldgebern arbeitet das Büro an einer Veränderung der Geschlechterrollen in der kambodschanischen Gesellschaft.

Team of the Phnom Penh office of the Heinrich Böll Foundation

 

Genderfragen und Entwicklung

Hinter dem massiven Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt fällt die politische Entwicklung Kambodschas zurück. Besonders deutlich wird dies bei den Frauen, die noch immer unter traditionellen Rollenmustern leiden. Viele Mädchen verlassen früher die Schule als Jungen, Frauen sind in den unteren Einkommensklassen stärker vertreten, ihnen fällt gemäß dem konservativen Wertekodex Kambodschas die Rolle der unterwürfigen Ehefrau zu. Sie sind Opfer von häuslicher Gewalt, und auch bei der umstrittenen Landverteilung sind Frauen überproportional von Landraub und Verarmung betroffen. Die Zusage der seit 1993 an der Macht befindlichen Regierungspartei für Frauenförderung sind lediglich Lippenbekenntnisse, weil hier vor allem Seilschaften alter Männer die Strippen ziehen.

Doch die Entwicklung Kambodschas darf nicht auf dem Rücken der Hälfte der Gesellschaft vorangetrieben werden. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen arbeitet das Büro an einer Veränderung der Geschlechterrollen in der kambodschanischen Gesellschaft. Besondere Schwerpunkte legt die Stiftung hierbei auf Jugendliche und indigene Gruppierungen. Gerade die indigene Bevölkerung lebt überwiegend im Subsistenzsektor und ist in erheblichem Maße vom Raubbau an den natürlichen Ressourcen bedroht. Im Bereich Ressourcengovernance hat die hbs in der Vergangenheit wiederholt zu den anhaltenden Landvertreibungen, der massiven Abholzung des Regenwaldes und dem Schutz indigener Gemeinschaften gearbeitet.