Büro Mexiko-Stadt, Mexiko und Karibik

Büro Mexiko-Stadt, Mexiko und Karibik

Die Heinrich-Böll-Stiftung arbeitet in Mexiko und der Karibik zu den Schwerpunkten Ressourcenpolitik, Energie und sozioökologische Transformation sowie Demokratie, Sicherheit und digitale Rechte.

Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Mexiko. Urheber/in: Claudia Wondratschke. All rights reserved.

Die Heinrich-Böll-Stiftung leistet in Mexiko und der Karibik einen Beitrag zur Stärkung demokratischer Strukturen, fördert Debatten und Analysen zu Ressourcen- und Klimapolitik, Menschenrechten und Geschlechtergerechtigkeit sowie zu den Herausforderungen der digitalen Gesellschaft.

In diesem Rahmen fördern wir vor allem den regionalen und internationalen Dialog zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft, Akademiker/innen und Regierungsinstitutionen, veröffentlichen Studien und Analysen.

Unsere vier großen Themenfelder sind:

Natürliche Ressourcen, Energie und sozioökologische Transformation

Für Mexiko als ölproduzierende Nation sind die Herausforderungen, eine nachhaltige Ressourcenpolitik zu betreiben, sehr groß. Der in den letzten Jahren intensiv betriebene Extraktivismus wie Bergbau oder Fracking gefährdet Boden und Gewässer und stellt eine erhebliche Gesundheitsbelastung für die Bevölkerung dar. Die Entwicklungsversprechen der Unternehmen und die (wenigen) neu geschaffenen Arbeitsplätze stehen oft im Widerspruch zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen und der Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten.

Auch Projekte in erneuerbaren Energien gehen mit zahlreichen Menschenrechtsverletzungen einher. Konsultationsprozesse mit der lokalen Bevölkerung – wie von der ILO-Konvention 169 gefordert - finden oft gar nicht statt oder werden lediglich fingiert. Überdies werden die Betroffenen von den Gewinnen ausgeschlossen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitet regionale Debatten, um zusammen mit Organisationen der Zivilgesellschaft auf politische Widersprüche, soziale, Umwelt- und Klimakosten sowie Genderaspekte aufmerksam zu machen und so zu einem gesellschaftlichen Bewusstsein der Notwendigkeit einer sozioökologischen Transformation beizutragen.

Neben punktueller Zusammenarbeit mit verschiedenen Aktivisten/innen und Organisationen der Zivilgesellschaft arbeitet die Stiftung hauptsächlich mit folgenden Partnerorganisationen zusammen:

Demokratie, Sicherheit und digitale Rechte

Spätestens seit dem Verschwinden der 43 Studenten der Pädagogischen Hochschule von Ayotzinapa im Jahr 2014 ist deutlich geworden, dass Mexiko sich in einer schweren Menschenrechtskrise befindet. Mordzahlen und die Zahl von Feminiziden sind weiterhin sehr hoch. Für die Arbeit der Stiftung unmittelbar relevant ist die zunehmende Kriminalisierung sozialer Proteste, u.a. von Menschenrechtsverteidiger/innen und Umweltaktivist/innen. Stark von Gewalt betroffen sind nach wie vor auch Journalist/innen. 98 Prozent aller Verbrechen bleiben straffrei.

Mexiko ist ein Land mit äußerst schwachen Institutionen und einer großen Diskrepanz zwischen den formalen politischen Regelwerken und dem politischen Alltag. Die organisierte Kriminalität übt unmittelbaren Einfluss auf die Politikgestaltung aus.

Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten besteht vor diesem Hintergrund in der kritischen Analyse der staatlichen Sicherheitspolitik. Wir fördern den Austausch zivilgesellschaftlicher Initiativen, die an einem (Wieder)aufbau sozialer Netze arbeiten und den Grundstein legen für den Aufbau demokratischer Strukturen.

Die Gesetzgebung im Bereich sexueller Diversität ist in Mexiko tendenziell fortschrittlich, dennoch klafft eine große Lücke zwischen den gesetzlichen Regelungen und der gelebten Realität der Betroffenen. In diesem Zusammenhang unterstützt unser Büro in Mexiko Partnerorganisationen, die sich für sexuelle und reproduktive Rechte einsetzen.

Eine zentrale Rolle in Mexiko nimmt inzwischen die digitale Welt ein. Mit dem Internet ist ein neuer Journalismus entstanden, der alternative Informationen und Blickwinkel ermöglicht. Soziale Netzwerke stellen einerseits Instrumente für Akteur/innen dar, schaffen jedoch auch Raum für Gewalt und Kriminalität. Auf der digitalen Plattform e_TICS debattieren wir über die Chancen und Risiken der digitalen Gesellschaft und behandeln Themen wie Gewalt gegen Frauen im Internet.

Wichtige Partner im Bereich Demokratie, Sicherheit und digitale Rechte in Mexiko sind:

Dialog und neue Herausforderungen

Die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung bezieht sich zwar stets auf den jeweiligen politischen Kontext der Region und die nationalen und lokalen Debatten, doch möchten wir auch Themen aufgreifen, die über den unmittelbaren politischen, lokalen Kontext hinausgehen und eher konzeptioneller und paradigmatischer Natur sind. Ziel ist, eine interdisziplinäre und methodologisch vielfältige Analyse politischer Entwicklungen zu fördern, in der auch Erfahrungen aus anderen Weltregionen berücksichtigt werden und an der eine Vielfalt von Akteur/innen teilnimmt. Unter Einbeziehung der Genderperspektive leisten wir auf diesem Weg einen Beitrag zu der Entstehung einer inklusiven, pluralistischen und demokratischen politischen Kultur.

Stipendienprogramm

Seit 1996 ermöglicht die Heinrich-Böll-Stiftung das sogenannte Programa de Becas Sur Place, ein Stipendienprogramm, das Studierenden aus Zentralamerika und der Karibik die Chance bietet, ein Aufbaustudium in Mexiko zu absolvieren. Durch die seit 2012 bestehende Partnerschaft mit der mexikanischen Stipendienbehörde CONCACYT wurde das Programm sowohl regional als auch inhaltlich erweitert. Dadurch können jetzt jährlich bis zu 20 Bewerber/innen aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Haiti, Nicaragua, Honduras, El Salvador und Guatemala an ausgewählten Universitäten in Mexiko gefördert werden.

Angeboten werden vor allem Studiengänge im Bereich Umwelt, Sozialwissenschaften und Wirtschaft. Ziel ist es, den Ländern der Region mehr Fachwissen zur Verfügung zu stellen, um besser auf die wachsenden Herausforderungen im Bereich Umwelt und Klimawandel reagieren zu können. Die geförderten Studiengänge werden in den Heimatländern oft nicht angeboten und ermöglichen den Student/innen einen umfassenderen Blick auf die Situation der gesamten Region. Wir setzen uns für einen gleichen Zugang zu Bildung für Frauen und Männer ein und fördern in diesem Rahmen engagierte Menschen, die durch ihre Lernerfahrung in Mexiko in der Lage sind, kritisch zu analysieren und so Veränderungen in ihrem sozialen und politischen Umfeld anzuregen.

 

Büro Mexiko-Stadt - Mexiko und Karibik

Leitung:
Dr. Dawid Danilo Bartelt 

Kontakt:
Fundación Heinrich Böll
Dr. Dawid Danilo Bartelt
Calle José Alvarado 12
Colonia Roma Norte
Delegación Cuauhtémoc
CP 06760 Ciudad de México

Fon: +52-55-5264 1514
Fax: +52-55-5264 2894
E-Mail: mx-info@mx.boell.org

 

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