Neofeudalismus - Die Wiederkehr Der Ständegesellschaft

Podcast-Episode

Neofeudalismus - Die Wiederkehr Der Ständegesellschaft

Im Finanzmarktkapitalismus, so lautet die These des Hamburger Soziologen Sighard Neckel, werden Einkommen und Macht nach vormodernen Mustern verteilt. Anstelle des Verdienstes nach Leistung hat sich eine ständisch privilegierte Managerklasse etabliert, deren Einkommen reine Statussymbole sind. Neckel sieht in Einkommen, die um ein Zweihundertfaches über dem Durchschnittsverdienst liegen, die Wiederkehr jener aristokratischen Maßlosigkeit, gegen die das Bürgertum im 17. Jahrhundert einst Gewerbefleiß und Arbeitsethos setzte. Während sich heute die gesellschaftlichen Spitzen eines historisch einmaligen Reichtums erfreuen, werden untere Schichten zunehmend Arbeitsverhältnissen ausgesetzt, die nicht mehr den elementaren Standards moderner Vertragsverhältnisse entsprechen. Sighard Neckel spricht über die Illusion gerechter Märkte, ererbte Privilegien und die Wiederkehr ständischer Ungleichheit.

Mit:
Sighard Neckel, Soziologe, Universität Hamburg
Moderation: Peter Siller, Jurist und Philosoph, Heinrich-Böll-Stiftung

Bild: geralt/Pixabay. Public Domain

Dieser Podcast ist Teil der Serie »Böll.Mitschnitt«
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