Dossier: Rassismus und Rechtspopulismus

Dossier: Rassismus und Rechtspopulismus

Anne Will - Studio

Seit dem Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt vor einem Jahr läuft die Debatte zur AfD und den Medien. Im Interview spricht Rechtsextremismus-Experte David Begrich über die anfängliche „Dauerrepräsentanz des Ressentiments“, Alternativen zur Talkshow - und über die Unfähigkeit von Politiker/innen, dem vorgeblich „gesunden Menschenverstand“ der AfD eine eigene Sprache entgegenzusetzen.

Zur Sache! Was die AfD wirklich will

Gegen "Altparteien", "Genderismus" und "Systemmedien" – die AfD stellt sich dar, als wäre sie die einzige Alternative. Doch was für eine Alternative wäre das? Dieses kompakte Broschüre gleicht die Selbstdarstellung der AfD mit ihren Positionen und ihrem Programm ab.

Die neue „Mitte"-Studie zeigt: Klassisch rechtsextreme Einstellungen haben sich in Deutschland kaum verändert. Gleichzeitig wächst die Abwertung von Asylbewerber/innen, Muslimen und Sinti und Roma. Wie ist diese Entwicklung zu erklären?

Die täglichen Angriffe auf Flüchtlingsheime zeigen: Der Rassismus ist in unserer Gesellschaft nach wie vor tief verwurzelt. Das Entstehen der AfD und die wöchentlichen Pegida-Aufmärsche waren Anzeichen dafür, dass sich die Abwertung bestimmter Menschengruppen in Zeiten der Krise noch verstärkt. Und im Prozess gegen Beate Zschäpe und den NSU-Untersuchungsausschüssen ist die Spurensuche längst noch nicht abgeschlossen.

In diesem Dossier sammeln wir unsere Beiträge zu Rassismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Hier können Sie den RSS-Feed abonnieren.
(Teaser-Foto: Der Bildermacher/CC-BY-SA)

Mehr Informationen zu Rassismus und Empowerment finden Sie auf unserem migrationspolitischen Portal Heimatkunde.

Veranstaltungen zum Thema

Mai 16Jun 16
Comic-Ausstellung über rechten Terror
Dresden
Mai 30
Unser Gast: Daniel Bax, Journalist bei der taz und Buchautor
Biesenthal
Jun 02
Neonazistische Aktivitäten im Vogtland
Plauen

Regionale Schwerpunkte unserer Landesstiftungen

Die "Alternative für Deutschland"

Obwohl die AfD meidet, sich selbst als christliche Partei zu inszenieren, ist sie ideologisch und personell aufs engste verwoben mit evangelikalen Organisationen und Netzwerken. Wer sind die Akteur/innen? Welche Themen werden bearbeitet? Ein E-Paper über den sächsischen Bible-Belt.

Wie aktiv ist die AfD im Sächsischen Landtag? Mit welchen Themen beschäftigt sie sich? Miro Jennerjahn hat das parlamentarische Wirken der Partei untersucht.

Im Bereich Umwelt und Klima zeigt die AfD ein recht deutliches, aber keinesfalls einheitliches Muster: Wie sieht das Programm aus, das die Partei im Namen des "Heimatschutzes" betreibt, und wo gibt es Überschneidungen zu traditionell grünen Positionen?

von

Die AfD hat auf ihrem Parteitag in Stuttgart nach eigenen Angaben ihre DNA offen gelegt. Die Partei repräsentiere einen modernen Konservatismus, eine konsequente Freiheitlichkeit und einen gesunden Patriotismus. Was für eine Weltanschauung steckt hinter diesen Begriffen?

Sprache und Diskurs

Querfront - Illustration zum Vortrag von Volker Weiß

Der Begriff "Querfront“ taucht meist im Zusammenhang mit Versuchen auf, im politischen Kampf gegen die Globalisierung eine Allianz aus Rechten und Linken zu schmieden. Der Ansatz ist keineswegs neu, wie der Historiker Volker Weiß in seinem Vortrag darlegt.

Pegida

von

Pegida hält nicht nur die Stadt in Sachsen in Atem: Beobachtungen zu Staat, Zivilgesellschaft und politischer Kultur in Dresden.

Legida-Demo
von

Tausende gehen Montag für Montag auf die Straße: Pegida mobilisiert und polarisiert. Wer läuft mit und wofür stehen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“?

Bärgida Demonstration im Januar 2015 in Berlin
von

Nazis oder keine Nazis? Diese Frage stellt sich, nicht zuletzt wenn es darum geht, ob mit den PEGIDA-Demonstrant/innen geredet werden soll. Ist ein ernsthafter Dialog überhaupt möglich? Dazu lohnt ein kurzer Rückblick auf die Entwicklung der Proteste

Ideologien der Ungleichwertigkeit

Protestschild
Anfang 2014 wurde die Bund-Länder-Fachkommission "Ideologien der Ungleichwertigkeit und Neonazismus in Deutschland" vom Verbund der Heinrich-Böll-Stiftungen ins Leben gerufen. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die Analyse von rassistischen Grundierungen in der Gesellschaft.

Tagung

Am 15. April 2016 fand in Dresden die Tagung "Schön deutsch? Zivilgesellschaftliche Ansätze in der Auseinandersetzung mit Ideologien der Ungleichwertigkeit" statt. Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen hat einen Rückblick mit zwei Vorträgen online gestellt.

Publikation: Ideologien der Ungleichwertigkeit

Rassismus ist in Deutschland weit verbreitet. Mit der Fachkommission zu „Ideologien der Ungleichwertigkeit und Neonazismus in Deutschland“ entwickeln wir Ideen für eine menschenrechtsorientierte Kultur. Die Beiträge in diesem Band konzentrieren sich auf Jugendarbeit, Bildungspolitik und die Rolle des Staats.

Das Policy Paper geht den Fragen nach, welche Rolle staatliche Gewalten derzeit bei der Auseinandersetzung mit und Bekämpfung von Ideologien der Ungleichwertigkeit einnehmen und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen.

Cover: Policy Paper: Bildungspolitik und Schule in der Verantwortung

Die Schule braucht endlich ein Bewusstsein für die Diskriminierungen, die People of Color täglich erleben. Dazu muss das Thema Antidiskriminierung in der Schule und in der Ausbildung von Pädagog/innen verankert werden. Unsere Studie zur Entwicklung einer demokratischen Schulkultur.

Alle Studien der Fachkommission

Rassismen

Pegida-Demo
von

Auf Dresdens Straßen marschiert eine nur wenig trennscharfe Mischung aus strammen Konservatismus und extrem rechten Gedankengut. Über den politisch kulturellen Nährboden von Islamophobie, Abendlandrhetorik, Pegida und AfD.

von

Wie gehen Roma mit erlebter Diskriminierung in Deutschland um? Elizabeta Jonuz führte Interviews mit ehemaligen „Gastarbeiter/innen“ und fand heraus: Um gesellschaftliche Anerkennung zu erfahren, mussten sie ihre eigene Herkunft verbergen.

Stopschild für Rassismus
von

Die polizeiliche Praxis des Racial Profiling verstößt gegen Grund- und Menschenrechte, schreibt Hendrik Cremer vom Deutschen Institut für Menschenrechte - und fordert gesetzliche Änderungen.

Gewitter
von

Akif Pirinçcis "Deutschland von Sinnen“ ist ein weiteres Buch für Leute, die einen kurzen Moment der Erleichterung zu verspüren, wenn ihnen irgendein Hans Dampf sagt, es sei für das eigene Überleben unabdinglich, Entsolidarisierungstendenzen zu befeuern und soziale Widersprüche zu ethnitisieren.

Rechtsextremismus

von

Das Bundesverfassungsgericht hat im Januar 2017 über den Verbotsantrag des Bundesrats gegen die NPD entschieden. Eine Einführung zum Verfahren und seinen Konsequenzen in unserem E-Paper.

Die Erfolgsaussichten eines Verbots der NPD durch das Bundesverfassungsgericht diskutierten am 28. Oktober 2015 Expert/innen in der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Video-Mitschnitt.

von

Die Zahl der rassistischen Anschläge in Deutschland steigt monatlich. Die Diskussion über Gegenstrategien kommt kaum hinterher. Was hat bisher gegen rechte Aufmärsche und Hetze vor Ort geholfen? Eine Bestandsaufnahme aus Sachsen.

von

Das Internet erleichtert die internationale Vernetzung rechtsextremer Gruppierungen über die Musik- und Konzertszene, den Handel mit NS-Produkten oder soziale Netzwerke. Gleichzeitig verschwimmt auch die Grenze zwischen Rechts und dem politischen Mainstream. Eine Tagung der Petra-Kelly-Stiftung gab Aufschluss.

Publikationen

Die identitäre Bewegung möchte aus den rechtspopulistischen Bewegungen ein Projekt der autoritären Staatlichkeit gegen Multikulturalismus, Islam und Einwanderung machen. Micha Brumlik über die Ideologie dahinter und mögliche Gegenstrategien.

Ausgehend von der Geschichte der Verfolgung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien gibt dieser Sammelband einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit, den Aktivismus und die Lebensrealitäten von Roma und Romnja.

In Auftreten und Sprache inszenieren sich die AfD gerne als Vertreter des „kleinen Mannes“. Doch vertritt die AfD in Punkto Sozialpolitik wirklich die Interessen der Normal- und Geringverdiener/innen in Deutschland? Skepsis ist angebracht.

Mehr Publikationen zu "Rassismus und Rechtspopulismus"

Kampagne

Die AfD konnte inzwischen in acht Landtage einziehen – teilweise mit zweistelligen Ergebnissen. Der gefährliche Aufstieg von rechts passiert vor unseren Augen. Die Initiative "Aufstehen gegen Rassismus" will diese Entwicklung nicht hinnehmen und Weckruf für eine Gegenbewegung werden.

Um die Aktionen zu vernetzen und sichtbar zu machen, hat die Initiative eine interaktive Karte gegen Rassismus und rechte Hetze entwickelt.

Zum #Aufstehen-Netzwerk

Was Sie noch interessieren könnte...

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Im Kampf gegen Rechtsextremismus unterstützt der Bund seit 14 Jahren Programme zur Förderung der demokratischen Kultur. Mit dem Vorreiter Berlin können die Bundesländer mit grüner Regierungsbeteiligung bisher nicht mithalten.

Zum Dossier

Von der "Kleinen Hexe" bis "Jim Knopf": Immer wieder rückt das Thema Vorurteile und Rassismus in der Kinderliteratur ins öffentliche Interesse. Unser Dossier "Kinderliteratur jenseits von Vorurteilen" zeigt, dass es heute eine bunte Vielfalt neuer und progressiver Kinder- und Jugendliteratur gibt - ganz ohne rassistische Sprache und koloniale Bildwelten.

Zur Dossierreihe

Nachdem Deutschland realisiert hat, dass es ein Einwanderungsland ist, steht nun immer mehr die Frage nach Teilhabe im Vordergrund: Die Dossierreihe „Welcome to Germany“ möchte die zum Teil verengte Diskussion um Willkommenskultur öffnen und in den Kontext „Migration – Arbeit – Menschenrechte“ stellen.

In diesem fortlaufenden Dossier begleiten wir die Debatte um eine neue Flüchtlingspolitik. Wir beschreiben Fluchtursachen, werfen einen Blick auf die Grenzen Europas und beleuchten die Willkommenskultur in Deutschland.

Weitere Beiträge zum Thema

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Die Niederländer/innen sind ihrem Ruf als offene und tolerante Gesellschaft gerecht geworden: Bei der Parlamentswahl am 15. März haben sie die Welle des in Europa um sich greifenden Populismus vorerst gebremst. Trotzdem ist der Populismus nicht besiegt.

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Identitätsstiftend für die Mitglieder der AfD ist deren Kampfansage an das „links-rot-grün verseuchte 68er-Deutschland“. Alexander Häusler empfiehlt den Grünen, den Fehdehandschuh aufzunehmen und offensiv für demokratische und emanzipative Errungenschaften einzutreten.

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Das NPD-Urteil mag im Ergebnis nicht befriedigen – es kann jedoch hilfreich sein für die Auseinandersetzung mit rechtsextremen und rechtskonservativen Positionen. Gesellschaft und Politik müssen sich entschieden engagieren.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe
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Ein Parteiverbot ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung, die Ära des Ideologieverbotes ist vorbei. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit dem Urteil zur NPD klar gestellt. Eine juristische Einordnung.

Zeitungsmeldungen nach dem Amoklauf in München 2016
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Bis heute ist eine Verständigung darüber ausgeblieben, welche Ungeheuerlichkeiten sich in München wirklich abgespielt haben. Als sei die Lage zu verworren - und damit unbrauchbar für eine politische Debatte, die immer weniger Zwischentöne duldet.

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