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netz:regeln - Rainer Kuhlen: Regeln für „Openness” finden

Ob Open Source, Open Data, Open Government oder Open Access: Alles scheint irgendwie „open”. Rainer Kuhlen, emeritierter Professor für Informationswissenschaft an der Uni Konstanz, fasst all diese Phänomene unter dem Begriff der „Open-x-Objekte” zusammen. Offen heißt: solche Güter haben bestimmte Eigenschaften gemeinsam – sie sind zum Beispiel nicht knapp. Das, sagt Kuhlen, sind sie jedoch nicht von alleine. Open-x-Objekte fallen nicht vom Himmel: Sie sind offen, weil sich die Beteiligten auf bestimmte Wertvorstellungen geeinigt haben, wie man mit ihnen umgeht, weil für sie Regeln ausgehandelt und kodifiziert wurden.

Am Fall der Diskussion um Open Access in der Wissenschaft macht Kuhlen das anschaulich. Wenn Wissenschaftler ihre Schriften im Rahmen einer Zweitpublikation für alle offen zugänglich machen, können sie das bislang nur, wenn die Verlage ihnen entgegenkommen – ein kodifiziertes Recht gibt es hier nicht. Offen bleibt bislang, ob die angekündigte Urheberrechtsnovelle – der sogenannte Dritte Korb – hier Änderungen bringt. „Die Erwartungen sind nicht hoch”, sagt Kuhlen.

Diese Episode ist Teil der Serie:
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Beschreibung

Die Interviews der Heinrich-Böll-Stiftung als Podcast.

Dauer
9:07
Dateigröße
8825151
Lizenz
Medientyp