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Studienpräsentation - Energetisch Modernisieren bei fairen Mieten

Bezahlbarer Wohnraum wird knapp, besonders in attraktiven Lagen von Großstädten. Die Finanzkrise hat auf den Immobilienmärkten einen wahren Nachfrageboom ausgelöst. In der Folge steigen die Preise für Eigentumswohnungen, aber auch die Mieten. Im Mieterland Deutschland bringt das vielen Menschen Probleme.

Energetische Gebäudemodernisierung soll für sinkende Heizkosten sorgen. Das ist auch nötig, denn die Heizpreise sind in den letzten Jahren viel stärker gestiegen als die sonstigen Lebenshaltungskosten und die Löhne. Ohne die Wärmewende droht immer mehr Haushalten die Energiearmut. Kurzfristig verteuert aber die energetische Sanierung die Mietwohnungen noch zusätzlich. Geringverdiener/innen können sich energieeffiziente Wohnungen kaum leisten. Ein Dilemma, aus dem es keinen Ausweg gibt?

Das Potsdamer Institut für soziale Stadtentwicklung (Ifss) hat im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung untersucht, wie sich in vier Beispielstädten Leipzig, Berlin, Dortmund und Heidelberg der Wohnungsmarkt entwickelt und wie energetische Modernsierung wirkt. Dabei befördert es interessante Ergebnisse zutage: Zum Beispiel, dass Vermieter in Leipzig zwar vielfach modernisieren, dabei aber nicht den normalen Weg der Modernisierungsumlage beschreiten. Sie vereinbaren mit den Mieter/innen pauschal die zukünftige Miethöhe, was für die Mieter/innen deutlich günstiger ist. In Berlin sind dagegen in Einzelfällen sprunghafte Mietsteigerungen zu verzeichnen. Diese Trends liegen nach Einschätzung des Ifss daran, wie die Modernisierungsumlage nach § 559 BGB derzeit gestaltet ist. Außerdem werden „Härtefälle“ unter den Mieter/innen nicht wirklich durch das Mietrecht oder das Wohngeld abgesichert. Das Kurzgutachten zeigt Reformbedarf bei der Modernisierungsumlage, beim Wohngeld und bei den Kosten der Unterkunft auf.

Mit:

Peter Siller, Leiter der Abteilung Inland, Heinrich-Böll-Stiftung

Armin Hentschel und Julian Hopfenmüller, Institut für soziale Stadtentwicklung, Berlin

Reiner Wild, Berliner Mieterverein

Christian Kühn MdB, Bündnis 90/Die Grünen, wohnungs- und stadtentwicklungspolitischer Sprecher

Axel Gedaschko, Präsident, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

Diese Episode ist Teil der Serie:
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