Die Afghanische Zivilgesellschaft weiter stärken, heißt auch Frauenrechte stärken

Im März 2011 besuchte Tom Koenigs das Afghanistan-Büro der HBS in Kabul. Foto: HBS Afghanistan office.

30. Mai 2011
Tom Koenigs
Anlässlich des Internationalen Frauentages erklärt Tom Koenigs, Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, nach einem Treffen mit afghanischen MenschenrechtsverteidigerInnen in der Heinrich-Böll-Stiftung in Kabul:

Die afghanische Zivilgesellschaft ist in den letzten Jahren bemerkenswert stark und selbstbewusst geworden. Beeindruckend sind die Stärke und die Souveränität meiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner hier in Kabul. Die afghanischen Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger müssen weiter in ihren Bemühungen unterstützt werden. Frauenrechte sind ihnen ein zentrales Anliegen.

Wir müssen diese zivilen Menschenrechtsaktivsten nachdrücklich unterstützen, damit ein freieres und gerechteres Afghanistan Wirklichkeit werden kann.

Sicherheit wird vom Westen zu einseitig nur als militärische Sicherheit verstanden. Wir dürfen nicht vergessen, dass menschliche Sicherheit auch gesellschaftliche Faktoren einschließt. Polizeilicher und militärischer Schutz führt beispielsweise nicht zu Fortschritten in der Bildungssituation für Frauen. Auch ein Wächter am Eingang des Universitätsgeländes, der diskriminierende Kommentare macht, bedeutet für Frauen Unsicherheit und Unfreiheit.

Die Förderung von zivilgesellschaftlichen Strukturen sollte uns mindestens ebenso wichtig sein wie der Aufbau von Polizei und Militär.


 

Dossier

Afghanistan 2011 - 10 Jahre Internationales Engagement

Nach zehn Jahren internationalem Einsatz in Afghanistan wird im Dezember 2011 eine weitere Afghanistan-Konferenz in Bonn stattfinden. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt seit 2002 aktiv den zivilgesellschaftlichen Aufbau in Afghanistan und fördert den Austausch zwischen deutscher und afghanischer Öffentlichkeit. Das folgende Dossier gibt Raum für Kommentare, Analysen und Debatten im Vorfeld der Bonner Konferenz zu Afghanistan.