Selbstbestimmung am Lebensende: Nachdenken über assistierten Suizid und aktive Sterbehilfe

Selbstbestimmung am Lebensende: Nachdenken über assistierten Suizid und aktive Sterbehilfe

cover selbstbestimmung am lebensende
17. Mai. 2012
Heinrich-Böll-Stiftung
Kostenlos
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Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: 20. März 2012
Seitenanzahl: 154
Lizenz: CC-BY-NC-ND 3.0
ISBN: 978-3-86928-079-0

Sterben und Tod gehören zum Leben. Das gilt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für unsere Gesellschaft. Auch sie muss immer wieder prüfen, wie sie mit den Sterbenden und dem Sterben umgeht. Gestorben wird nicht im rechtsfreien Raum. Gesetze können menschliche Zuwendung weder verordnen noch sie ersetzen. Aber jeder, der Angehörige oder Freunde beim Sterben begleiten oder ihnen beim Sterben helfen will, sollte vorab wissen (können), wie weit seine Hilfe gehen darf und an welche Regeln er sich zu halten hat. In einer demokratischen Gesellschaft sind das vor allem die Selbstbestimmung des Sterbenden und dessen Würde – eingebettet in ein mehr oder weniger gutes Vertrauensverhältnis zu Angehörigen sowie Pfleger/innen und Ärzt/innen. Wie weit sterbende Menschen ihr Lebensende selbstbestimmt gestalten können, ist auch ein bürgerrechtliches Anliegen, das offenkundig immer deutlicher artikuliert wird.

Denn Sterben wird heute nicht tabuisiert, es ist kein Schicksal mehr, dem Männer und Frauen sich einfach zu unterwerfen hätten. Viele Menschen machen für ihr Sterben selbstbewusst Freiheits- und Selbst-bestimmungsrechte geltend, die sich zunehmend auch auf die Umstände und den Zeitpunkt des Todes und das Bild erstrecken, das sie in der Erinnerung ihrer Angehörigen hinterlassen möchten. Sie wollen das Bild eines würdevollen Menschen hinterlassen und nicht das einer Mensch/Maschine-Chimäre. Dabei ist zu bedenken, dass die meisten Todesfälle heute nicht unversehens, sondern absehbar und erwartet auftreten. Viele von ihnen setzen die bewusste Entscheidung voraus, das Leben eines Menschen enden, ihn sterben zu lassen. In dieser Publikation wird nach den rechtlichen Rahmenbedingungen des Sterbens und nach sinnvollen Zielen rechtlicher Regelungen für ein Sterben in Würde gefragt.

 

Inhaltsverzeichnis:

7 Vorwort

10 Rosemarie Will Der Gesetzesentwurf der Humanistischen Union zum Thema Sterbehilfe

13 Elke Baezner Selbstbestimmung in Eigenverantwortung: Position der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS)

15 Jörg AntoineDer verfassungsrechtliche Rahmen für die Regelung aktiver, passiver sowie indirekter Sterbehilfe

27 Reinhard Merkel Aktive Sterbehilfe – Grundlagen und Grenzen der Legitimation

40 Jerzy Montag und Nikola Denzin Zur Problematik des assistierten Suizids in Deutschland: Die gesellschaftliche Bedeutung des Suizids in einer freiheitlichen Rechtsordnung

46 Karl-Ludwig Kunz Der Rechtsrahmen des begleiteten Sterbens in der Schweiz und das Wirken der Schweizer Sterbehilfeorganisationen

57 Michael de Ridder Jenseits der Palliativmedizin? - Ein Plädoyer für die ärztliche Beihilfe zum Suizid, die zum ethischen Gebot am Lebensende werden kann

66 Andreas Poltermann Ärztlicher Beistand beim Sterben in Würde

72 Liesbeth Feikema Die niederländische Euthanasiepolitik: Die Entwicklung in Gesetzgebung und Rechtsprechung und aktuelle Diskussionen

107 Torsten Verrel Sterbehilfe in den Niederlanden: Beurteilung nach geltender deutscher Rechtslage

114 Sterbehilfe in den Niederlanden: Ein Interview mit Erhard Blankenburg

120 Ralf Grötker und Jan Linhart Die Website sterbehilfe.fuerundwider.org

147 Die Autorinnen und Autoren