Erzwungene Geständnisse im Fernsehen: Ein syrisches Drama

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Häuser mit SatellitenschüsselnSatelittenschüsseln zum TV-Empfang in Jaramanah, Syrien. Urheber/in: Henry Patton. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Nach jedem Geständnis, das auf Pro-Assad-Fernsehsendern ausgestrahlt wird, stößt man im Internet auf Kommentare wie: „Nach drei Jahren gedenkt das syrische Fernsehen immer noch nicht, seine Mitarbeiter in die Schauspielschule zu schicken? Lassen wir den Schauspielunterricht beiseite - wie wäre es, wenn sie wenigstens den richtigen Akzent hinbekämen?“ [1] Oder ähnlich: „Er hat die Antworten so gründlich auswendig gelernt, dass die Fragen fast beantwortet sind, bevor sie überhaupt gestellt wurden.“ [2] Diese erzwungenen Geständnisse, erstmals in der zweiten Woche nach Beginn der syrischen Revolution gezeigt und bis heute ausgestrahlt, schmälern die Glaubwürdigkeit der Version der Ereignisse, die vom Regime gepflegt wird - selbst in den Augen mancher seiner Anhänger. Das liegt in erster Linie daran, dass die Geständnisse wenig überzeugend sind, was wiederum ihrer zweitklassigen Inszenierung oder ihrer Zusammenhangslosigkeit geschuldet ist. Rami, 33 Jahre, ist ein Beamter aus Damaskus und äußert in einem Skype-Interview mit Reuters: „Ich glaube nicht, dass das staatliche Fernsehen in all seinen Berichten lügt. Die Informationen, die diese Geständnisse enthalten, sind jedoch wirklich widersprüchlich und verwirrend.“ [3] Dieser Beitrag wird die auf Pro-Regime-Fernsehsendern ausgestrahlten Geständnisse, von denen viele annehmen, dass sie mittels Drohungen oder Folter erzwungen wurden, unter die Lupe nehmen, Aufschluss über ihre wichtigsten Merkmale geben und sie grob kategorisieren. [4]

Herr Moderator, werter Herr - Geständnisse vor der Revolution

Das syrische Staatsfernsehen begann schon einige Jahre vor der Revolution, „Geständnisse“ verurteilter Krimineller im Fernsehen auszustrahlen. Die meisten Syrer können sich noch an "Die Polizei im Dienst des Volkes" erinnern, ein Fernsehprogramm, das die Leistungen der Polizei bei der Inhaftierung von Kriminellen und Dieben herausstellte. Einmal die Woche ausgestrahlt, vermittelte die Sendung den syrischen Zuschauern die Botschaft, sich bloß nicht in Schwierigkeiten zu begeben, da die syrischen Sicherheitskräfte ihnen ohnehin auf die Schliche kommen würden. Ganz zu schweigen davon, wie der vielseitig talentierte Moderator, Alaa al-Din al-Ayoubi, sie im nationalen Fernsehen darstellen würde. In der Regel begann die Sendung damit, dass der Moderator einen kurzen Überblick über den Fall lieferte, wonach der oder die Kriminelle in die Details der verübten Tat ging. Den Abschluss bildete ein kurzes Interview mit dem Polizeichef oder Staatsanwalt, um ihm für seine Arbeit zu danken und ihm die Gelegenheit zu bieten, Zuschauer zu beraten, wie sie sich absichern könnten. Die Sendung diente Syrern als reichhaltiger Quell für Spott: Der Schnauzbart des Moderators und sein Auftreten wiesen deutlich auf seinen unerfüllten Berufswunsch als Polizeibeamter hin. Zuschauer spotteten darüber, dass Kriminelle ihn förmlich mit „werter Herr“ ansprachen, so als ob er wirklich einer wäre. Zudem folgten alle Geständnisse demselben Drehbuch: Wofür hast du deine Beute ausgegeben? Für mein eigenes Vergnügen, werter Herr. Und musstest du stehlen? Keineswegs, werter Herr. Weshalb hast du es also getan? Der Teufel und schlechte Freunde, werter Herr. Bereust du es jetzt? Auf jeden Fall, werter Herr, ich bedaure es sehr. Was möchtest du den Zuschauern sagen? Ich würde ihnen raten, sich von dem Weg fernzuhalten, den ich eingeschlagen habe, werter Herr. Es war so vorhersehbar, dass Teile des Interviews bei alltäglichen Gesprächen zitiert werden konnten, um für Gelächter oder Amüsement zu sorgen.

Geständnisse eines Saboteurs – Intervention aus dem Ausland

Von Beginn der Revolution an konstruierte das syrische Regime einen Narrativ, demzufolge es bewaffnete Gruppen und Terroristen bekämpfte – eine Version der Geschehnisse, die es bis heute auf allen Kanälen verbreitet und verfestigt. Immerfort waren es dieselben Regimegetreuen, die Berichte von friedlichen Demonstrationen und der maßlosen zielgerichteten Gewalt, die diese durch das Regime und seine Milizen erfahren hatten, anfochten. Videoclips aus den Rängen der Oppositionellen begegnete das Regime mit Reportagen und „Terroristengeständnissen“ [5]. Alles begann mit der Serie "Geständnisse eines Saboteurs", welche in unregelmäßigen Abständen die erzwungenen Äußerungen von Strafgefangenen im Staatsfernsehen zeigte. Die Serie begann am 26. März 2011 mit einem Video von Mohammed Radwan, einem „ägyptischen Spion“, der im Land festgenommen wurde und der gestand, Aufnahmen gemacht und diese an einen Kolumbianer verkauft zu haben – für eine Entlohnung von 100 ägyptischen Pfund pro Bild. Der „Spion“ wurde nach nur einer Woche Haft auf freien Fuß gesetzt und kehrte nach Ägypten zurück. Im Nachhinein kam heraus, dass Mohammed, ein ägyptischer Ingenieur mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, neun Monate vor Beginn der Revolution nach Syrien gereist war, um für ein Erdölunternehmen zu arbeiten, und am 25. März 2011 festgenommen wurde, nachdem er sich durch Zufall in einer Demonstration wiederfand und Bilder davon schoss. Er wurde in ein Verhörzentrum der Staatsicherheit gebracht, gefoltert und so zu einem falschen Geständnis gezwungen. Mohammed wurde nach einer groß angelegten diplomatischen und medialen Kampagne entlassen. Das syrische Fernsehen kommentierte die Tatsache, dass dieser „Spion“, der immerhin angeblich versucht hatte das Land zu „zerstören“, nur eine Woche nach seiner Inhaftierung wieder freigelassen wurde. Das Regime wurde durch sein "Geständnis" nicht glaubhafter, sondern das Geständnis hatte vielmehr die gegenteilige Wirkung, als die wahre Geschichte seiner Inhaftierung im Nachhinein bekannt wurde. [6]

Die innerstaatliche Terrorzelle

Nach diesem Geständnis folgten drei Wochen verhältnismäßiger Stille, in der Geständnisse von den syrischen Bildschirmen verschwanden, während Behörden auswerteten, was geschehen war. Die willkürliche Verwendung des Formats "Die Polizei im Dienst des Volkes" scheiterte aus zwei Gründen: übermäßige Eile in der Aufnahme und der Veröffentlichung der Geständnisse in den 24 Stunden nach der Verhaftung und dem Glück Mohammed Radwans ein amerikanischer Staatsbürger zu sein und einer wohlhabenden ägyptischen Familie anzugehören. Verbesserungen, die für die nachfolgenden Geständnisse eingeführt wurden, können einer von zwei Leitsatzkategorien zugerechnet werden: die erste ist eine zunehmende Fokussierung auf syrische Staatsbürger, um potentiellen politischen Druck aus dem Ausland zu umgehen, und die zweite ist die Einführung eines neuen Elements in das Format: terroristische Handlungen unter Waffengebrauch.

Eine Serie über die Geständnisse von „Terrorzellen“ begann und lief für über zwei Jahre. Der vielleicht bedeutungsvollste dieser Fälle in diesem Zusammenhang ist das Geständnis von Shaaban Abdallah Hameidi [7], ein Kind, das 2000 geboren wurde und das mit verwirrter Stimme und leerem und gebrochenem Gesichtsausdruck erklärte, wie es von einer Gruppe rekrutiert worden sei, die an die Ahfad al-Rasul Brigade der Freien Armee in Aleppos Bezirk Al-Maysar angegliedert ist. Er habe intensives Training von seinem Onkel mütterlicherseits erhalten und in seinem nur dreimonatigen Einsatz als Scharfschütze 32 Zivilisten und Soldaten der Syrischen Armee erschossen – ganz zu schweigen von den Mitgliedern der (oppositionellen) Freien Armee, die er auf Anweisung seiner Vorgesetzten und gegen Zahlung getötet habe. Das Geständnis des Jungen endet damit, dass sein Vater von seiner Arbeit erfahren habe und von Aleppo nach Tartous gezogen sei, um ihn aus den Fängen des Onkels zu befreien. Er erklärt nicht, wie seine Festnahme vonstattenging. Er endet jedoch mit der Behauptung, er könne absolut jeden töten, ohne Bedauern zu verspüren.

Terrorismus-Export

Fast ein Jahr lang wurden schon Geständnisse syrischer Bürger ausgestrahlt, als Pro-Regime-Sender damit begannen, eine neue Art Geständnisse einzuführen, in denen arabische Staatsbürger anderer Nationalitäten, größtenteils Tunesier und Libyer, die Hauptrolle spielten. Diese Geständnisse waren dazu gedacht, die Rolle von al-Qaida und extremistischen dschihadistischen Gruppen bei der Entsendung anderer arabischer Kämpfer nach Syrien zu enthüllen. Der Zeitpunkt für diese Geständnis-Serie, die während der Vorbereitungsphase für die Genfer Friedenskonferenz gezeigt wurde, wurde gewählt, um die Wichtigkeit des Überlebens des Regimes für den Kampf gegen Terrorismus in der Region hervorzuheben. Von Beginn an legte das Regime Wert darauf, die Ereignisse in Syrien als einen Krieg des Säkularismus gegen Extremismus darzustellen, als einen Krieg zwischen dem Regime und al-Qaida. Im Großen und Ganzen war die Botschaft, dass religiöse Führer im Ausland die Wut junger Männer ausnutzten (Wut, die dem Regime zufolge lediglich aus gefälschten Reportagen von Geschehnissen in Syrien erwuchs) und sie über die türkische Grenze schmuggelten, um für al-Qaida zu kämpfen.

Sex-Dschihad

Ungefähr drei Monate nach den Aufnahmen arabischer Mujahideen, die für den Kampf nach Syrien reisten, begannen Geständnisse junger Frauen, die Teil des jihad al nikah, des sogenannten „Sex-Dschihads“, waren. Die Mehrzahl dieser Geständnisse wies folgende Merkmale auf:

  1. Eine übertriebene Darstellung von Details, um dem Bericht Glaubwürdigkeit zu verleihen: Manche der Frauen gaben an, sich an die vollständigen Namen all jener zu erinnern, mit denen sie als Teil des „Sex-Dschihads“ geschlafen hätten, und einige waren in der Lage, diese Männer ganz genau zu beschreiben.
  2. Offensichtliche Widersprüche in den Geständnissen. Das könnte daran liegen, dass bestimmte Details im Mittelpunkt standen und daher die allgemeine Stimmigkeit des Berichts vernachlässigt wurde.
  3. Während die meisten dieser Frauen zuerst dazu genötigt worden seien, den „Sex-Dschihad“ auszuüben, seien sie später aus freien Stücken und ohne Druck dabei gewesen, obwohl sie weiterhin nicht davon überzeugt gewesen seien.
  4. Angst und Trauer in den Stimmen der Frauen.

Das Geständnis, das am meisten negative Medienaufmerksamkeit auf sich zog, war jenes der jungen Rawan (geboren 1997), welches am 22. September 2013 ausgestrahlt wurde. Rawan [8] gab an, dass ihr Vater sie dazu gezwungen habe, im Namen des „Sex-Dschihad“ mit Kämpfern zu schlafen, bis sie es geschafft habe, zu fliehen und Schutz bei der syrischen Armee gefunden habe. Später kam heraus, dass Rawan, die aus der Stadt Nuwa im Gouvernement Daraa stammte, im November 2012 auf dem Weg zur Schule an einem Checkpoint der Armee entführt wurde. Der Zweck dieser Entführung war es, ihren Vater dazu zu nötigen, sich zu stellen. Im Rahmen dessen wurde sie gezwungen, dieses "Geständnis" abzulegen, welches dann ausgestrahlt wurde. [9]

Ein offener Raum

Am 5. März 2014 wurden die "Geständnisse" [10] von Maryam Haid, Sheyar Khalil und Hazem Wakid als Teil der nun in "Wachendes Auge" umbenannten Sendung "Die Polizei im Dienst des Volkes" – ausgestrahlt. Die Taten, die gestanden wurden, umfassten die Teilnahme an friedlichem Aktivismus, das Tragen von Schildern mit politischen Forderungen und die Fabrikation und den Verkauf von Medienberichten an feindliche Medienorganisationen. Herausstechende Merkmale dieser Geständnisse waren:

  1. Das aufgenommene Geständnis erbrachte keine neuen Einsichten. Der einzige Inhalt war, Medienberichte fabriziert zu haben und mit feindlichen Medienstellen und ausländischen Agenturen kollaboriert zu haben.
  2. Die drei Aktivisten gaben nicht mehr zu, als friedlichen Aktivismus betrieben zu haben, um für legitime politische Forderungen einzustehen.
  3. Die Schilder und Plakate, die gezeigt wurden, beinhalteten allgemeine demokratische Forderungen, die nicht im Widerspruch zu syrischen Gesetzen stehen, zum Beispiel „Gleichheit für alle vor dem Gesetz“ und „Weder willkürliche Ausweisungen noch willkürliche Festnahmen sind rechtmäßig“. Der Name der Gruppe, die die Schilder trug, lautete darüber hinaus „Ein Syrien für Alle“.
  4. Der dritte Aktivist gab an, er sei in Kontakt mit bewaffneten Agenten gewesen und habe mit ihnen zusammen Aufnahmen gemacht, um einige seiner Berichte zu fabrizieren. Jedoch kritisierte selbst dieser Mann die Dschihadisten mit der Begründung, dass er ein liberales, offenes Syrien anstrebe und gegen die Einrichtung eines Kalifats sei.
  5. Dies war das erste Mal, dass Drogen, in diesem Fall Haschisch, im Fernsehen gezeigt wurde, als Aufnahmen der Ermittlungen gezeigt wurden.
  6. Die „ausländischen Agenten“, zum Beispiel Saudi-Arabien, Saad al-Hariri (Führer der libanesischen Zukunftsbewegung) und Katar, die das Regime üblicherweise einer Beteiligung beschuldigt, wurden nicht genannt.
     

Dieser bedeutende Bruch in der Strategie der „Geständnis-Sendungen“ – welche seit Anbeginn der Revolution bis dahin einen stetig eskalierenden Ton verzeichnet hatten – könnte mit der Festplatte erklärt werden, die bei der Razzia am 13. Januar 2013, in der Maryam und Hazem festgenommen wurden, konfisziert wurde. Es scheint, als habe der Verantwortliche für die Produktion dieser Geständnisse in dem sichergestellten Material eine Chance gewittert, realistischere Berichte zu kreieren. Zum Beispiel: Maryam erklärte pragmatisch und überzeugend wie Demonstrationen fingiert werden können; Videoclips, auf die Sheyar anspricht, werden gezeigt. Das Abspulen auswendig gelernter Geständnisse vor der Kamera fehlt, stattdessen bleibt Raum für die Zuschauer, um sich die Fakten selbst zusammen zu reimen und ein eigenes Urteil zu fällen, wenn auch beständig in die Richtung gesteuert, die der Vorstellung des Regimes entspricht.

Zusammenfassend ist es vielleicht hilfreich, die wichtigsten Merkmale dieser erzwungenen Geständnisse zusammenzufassen - Merkmale, die in manchen Fällen dazu führen, dass „Geständnisse“ ihren Zweck verfehlen:

  1. Viele der Geständnisse sind leblos und zeigen offensichtlich routinemäßige und auswendig gelernte Berichte.
  2. Informationen und Geschehnisse, die in den Geständnissen aufeinander bezogen werden, schließen sich gegenseitig aus. Details wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Gesamtzusammenhang.
  3. Die „Geständnisse“ konzentrieren sich übermäßig auf Details, um ein realistisches Bild vorzutäuschen.
  4. Gleichzeitig fehlen wichtige Details, wie zum Beispiel auf welche Art und Weise die Verhaftung stattfand, der Zeitraum, den die Festgenommenen im Gefängnis verbrachten, bevor sie das Geständnis ablieferten etc.
  5. Eine beträchtliche Zahl von Individuen, deren Geständnisse ausgestrahlt wurden, wird ohne eine offizielle Stellungnahme zu den Gründen ihrer Freilassung auf freien Fuß gesetzt.
  6. Die Geständnisse liegen in der Verantwortung der Sicherheitsagenturen, die hochgradig kompetent darin sind, erzwungene Geständnisse zu gewinnen, aber weniger gut darin sind, die Geständnisse in einem überzeugendem Licht darzustellen – vor allem, weil sie das nie tun mussten.
  7. Es scheint keine übergreifende Vision zu geben, die die Geständnisse lenkt. Das könnte damit erklärt werden, dass sie von mehr als einer Sicherheitsinstitution und in der Regel in Reaktion auf kurzlebige und hochgradig unbeständige Umstände produziert werden.
  8. Das Regime nimmt an, dass es das syrische Volk noch immer im Griff hat und dass es sich daher nicht viel Mühe geben muss, Syrer und Syrerinnen von seiner Version der Geschehnisse zu überzeugen.

Der Umstand, dass jene, die die Geständnisse produzieren, keinerlei rechtliche Verantwortung für ihre Handlungen verspüren, wird höchstwahrscheinlich dazu führen, dass in Zukunft weitere Geständnisse fabriziert werden. Außerdem wächst damit die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere zu dieser Praxis greifen: Einheiten bewaffneter Oppositionsgruppen haben bereits Geständnisse von Menschen veröffentlicht, die sie gefoltert und bedroht haben. Aus diesem Grund muss die Geständnis-Industrie, welche so viele schon das Leben gekostet hat und das Leben und die Zukunft vieler weiterer bedroht, kriminalisiert werden.


Hinweis: Haid Haid ist Programm-Manager der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut. Seine 21jährige Schwester Maryam Haid, Studentin und Mitarbeiterin des Roten Halbmonds in Syrien, wurde im März 2014 zu einem im syrischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Geständnis gezwungen.

 

Endnoten
[1] Von Aktivisten auf Facebook geposteter Kommentar.
[2] Von Aktivisten auf Facebook geposteter Kommentar.
[3] Syrer:„Terroristen“-Geständnissesindfabriziert, http://www.skynewsarabia.com/web/article/21123, [17/5/2012]
[4] Obwohl dieser Beitrag eine theoretische Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Geständnissen vornimmt, sind diese in Wirklichkeit aneinander gekoppelt und auf verschiedene Arten und Weisen vermischt.
[5] Dieser Beitrag bezieht sich nicht auf vorgefertigte Aussagen, die von Regimegetreuen zu Propaganda-Zwecken verlesen werden. Das schließt auch die Erzählung einer jungen Frau ein, die behauptet in Harasta vergewaltigt worden zu sein: https://www.youtube.com/watch?v=mWc1GEPAhUQ.
[6] Das ist nicht das einzige Mal, dass ein ehemaliger Gefangener die Wahrheit hinter den während der Inhaftierungszeit erzwungenen Geständnissen offenbart hat. Siehe Interviews mit Wafaa Morelli (https://www.youtube.com/watch?v=9aMzqaPSYyo), Sheikh Ahmed Al Seyasana (https://www.youtube.com/watch?v=vSSpmjBHZLY) und weitere.
[7] https://www.youtube.com/watch?v=U6bE35UJWF0
[8] https://www.youtube.com/watch?v=ixrlIWa09dE
[9] Rawan Qaddah: das Mädchen, das zweimal vergewaltigt wurde, von Wessam Kanaan, Al Akhbar, 25/09/2013 (http://www.al-akhbar.com/node/191959)
[10] https://www.youtube.com/watch?v=Cena70AWrOs
[11] Das unten verlinkte Video ist eine satirische Darstellung dieser Geständnisaufnahmen, bei der eine zweite Stimme eingespielt ist, sodass es klingt als ob dem Beichtenden eingesagt wird, was er live auf Sendung sagen soll: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AQZEMNoK2WY.

 

Kommentare

Vielen Dank für diesen wichtigen Hintergrundbericht über die Propaganda-Technik des forciertes Geständnisses im Syrien-Krieg.
Meine besonderere Hochachtung gilt dem Autor, der trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - der dramatischen Lage in Syrien weiter dort lebt und arbeitet.
Mir war bis jetzt nicht bewusst gewesen, dass die Heinrich-Böll-Stiftung dort auch jetzt noch eine Niederlassung unterhält.

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