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Demokratie und Global Governance - Gleichklang oder Widersacher?

3. Februar 2009
Kongress: Demokratie wagen!
Workshops „Entscheidungsebenen der Demokratie“
Workshop A5
Freitag, 6. Februar 2009
17.15 – 19.15 Uhr

Innerhalb eines Einzelstaates hat Demokratie nicht nur einen festen Sinn, sondern auch eine bestimmte Form. Wie aber sieht es mit der Idee der Demokratie jenseits der Einzelstaaten aus? Hier scheint das Demokratieprinzip, nach dem die von einer politischen Entscheidung Betroffenen auch bei dieser mitbestimmen können, genau zu gelten. Immer mehr nationale Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auch für die Bürgerinnen und Bürger anderer Staaten. Das macht ein globales Mitentscheiden notwendig.

Zugleich aber fehlen auf der globalen Ebene zum einen die Bereitschaft vieler nationaler Regierungen andere als ihre Staatsbürger mitregieren zu lassen, zum anderen fehlen institutionelle Arrangements, in denen man sich eine transnationale Demokratie vorstellen kann. Internationalisierung staatlicher Funktionen bedeutet hingegen heute meist nur, dass Macht- und Entscheidungsbefugnisse an internationale Institutionen abgegeben werden, die in der Regel nicht, oder nur sehr eingeschränkt nach demokratischen Regeln funktionieren.

Wie also kann demokratisches Regieren jenseits der Einzelstaaten heute aussehen? Um zu verhindern, dass das System der Global Governance Verantwortlichkeiten und Rechenschaftspflichten verwischt und die politische Kontrolle der Entscheidungsträger erschwert, muss die Demokratie daher über den nationalstaatlichen Rahmen hinaus weiterentwickelt werden, indem man für die nationalstaatlichen Verfahren, die die Legitimität und Effektivität der Politik sichern sollen, Äquivalente auf transnationaler Ebene schafft.

Felix Pahl – Sprecher BAG Frieden und Internationales, Bündnis 90/Die Grünen
Thorsten BennerGlobal Public Policy Institute, Berlin
Tine Hanrieder - Bremen International Graduate School of Social Sciences, Universität Bremen

Moderation:
Klaus DingwerthInstitut für Interkulturelle und Internationale Studien, Universität Bremen

Thesenpapier als Download (PDF, 1 Seite, 44 kB)

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Reaktionen (1)

1_ Georgia Franzius
6. Februar 2009, 21:55 Uhr

Der Workshop widmete sich dem vielfach verbreiteten Unbehagen über die wenig demokratische internationale Politik. Ausgangspunkt: Überstaatliche Probleme/Krisen (Welthunger, Klima, Gesundheit, Finanzkrise, Ressourcenkrise) machen neue überstaatliche Strukturen notwendig. Es geht um Fragen von globaler Gerechtigkeit, aber schließlich auch um Zukunftsfähigkeit von Demokratien, die in der globalisierten Welt nicht mehr in jetziger Form bestehen blieben können.
Über die Frage, wie diese aussehen könnten, was Demokratie im globalen Kontext heißen kann, bestehen unterschiedliche Vorstellungen. Die Abgabe von Souveränitätsrechten wurde als notwendige Voraussetzung für globale Demokratien festgemacht. Dies jedoch liegt nicht im derzeitigen Interesse der meisten Staaten. Diese würden vielmehr Doppelstandards verfolgen und Demokratieformen verlangen, die sie selbst nicht immer einhalten würden. Um dennoch Schritte in Richtung Global Governance zu schaffen, schlägt Felix Pahl vor: Konkrete Erfolge zeigen, die den Mehrwert von Global Governance aufzeigen.
Diskutiert wurde die Frage, wie wir es schaffen können, dass BürgerInnen im Handeln auch global denken? Wichtig hierfür ist, eine allgemeine Partizipationsfähigkeit in einer globalen Demokratie herzustellen. Das ist jedoch mit hohen sozialen Voraussetzungen wie Bildung, Gesundheit, Ressourcen verbunden. Forderung: Mindestmaß an Sicherheit, physischer Gesundheit, Bildungsgleichheit für alle BürgerInnen muss Ziel der Politiken sein. Und wer es kann, muss globale Gerechtigkeit einfordern und im handeln bei sich selbst anfangen.


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