Demokratie in Wirtschafts- und Arbeitswelt – Ende oder Neuanfang einer Debatte?

3. Februar 2009
Kongress: Demokratie wagen!
Workshops „Orte der Demokratie“
Workshop B2
Samstag, 7. Februar 2009
10.00 – 12.00 Uhr

Seit über 100 Jahren wird die Eigentumsbildung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Produktivvermögen diskutiert: Befürworter, Skeptiker und Politiker streiten um gesellschaftspolitische Handlungsperspektiven für eine stärkere ökonomische Integration der Beschäftigten an ihren Unternehmen. Neben dem Gewinnpotential - die Einnahmen aus Kapitaleinkommen nehmen seit Jahren zu, während die Einkommen aus abhängiger Beschäftigung stagnieren - wird ebenso eine stärkere Identifizierung mit dem Unternehmen sowie dem Wirtschaftssystem insgesamt erwartet. Alle sollen beteiligt sein am Haben und am Sagen.

Was passiert wenn aus Mitarbeitern Mitunternehmer werden? Wir wollen wissen, welche Modelle der Beteiligung in Deutschland und Europa existieren, wie sie funktionieren und was sie bringen. Haben sich die Vorzeichen für diese Debatte nach der Finanzmarktkrise geändert? Wir diskutieren über die Risiken und Grenzen von Mitarbeiterbeteiligung und darüber hinaus: welchen Beitrag können sie zu einer gesellschaftspolitischen Debatte über Demokratie und Kapitalismus leisten?

Gerhard Schick – MdB, Finanzpolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen
Michael Lezius – ehem. Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft

Moderation:
Jens Bergmann - brand eins

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Reaktionen (1)

1_ Henriette Walz
7. Februar 2009, 13:11 Uhr

Im Zentrum der Diskussion standen Beteiligungsmodelle von Mitarbeitern als Möglichkeit, demokratische Kontrolle in Unternehmen zu gewährleisten. Potenziale dieser Modelle wurden in Vertrauen, Motivation der Mitarbeiter aber auch in einer potentiell nachhaltigeren Unternehmensführung in sozialen und ökologischen Bereichen gesehen. Es wurden viele Beispiele gegeben, in denen unterschiedliche Beteiligungsmodelle auch zu finanziell erfolgreicheren Unternehmensgeschichten führten. Betont wurde, dass jedes Unternehmen je nach Struktur wie z.B. Flexibilität der Berufswelt etc. ein individuelles Modell entwickeln sollte. Insgesamt sollte es dabei nicht bei einer finanziellen Beteiligung bleiben darf, die eher kritisch gesehen wurde auf Grund der Doppelbelastung und des hohen Risikofaktors, weshalb es auch nur eine Anlage unter vielen bleiben sollte. Die Funktion des Staates wurde kontrovers diskutiert, aber die Mehrheit erachtete die Schaffung von verbindlichen Rahmenbedingungen als den Schwerpunkt, innerhalb derer sich demokratische Unternehmensstrukturen entwickeln. Auch Gewerkschaften wurden angesprochen, von denen die Beteiligungsmodelle aber unabhängig sind. Es wurde an Betriebsräte und Aufsichtsräte appelliert, ihre Funktion als Kontrollinstanz stärker wahrzunehmen. Andere Bereiche, in denen Probleme der Demokratie in der Wirtschaft- und Arbeitswelt gesehen wurden, waren Aufstiegschancen von Minderheiten und Gleichberechtigung der Geschlechter.
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