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Geschlechterdemokratie – Auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit?

3. Februar 2009
Kongress: Demokratie wagen!
Workshops „Orte der Demokratie“
Workshop B4
Samstag, 7. Februar 2009
10.00 – 12.00 Uhr

„Geschlechterdemokratie“ und „Geschlechtergerechtigkeit“ sind zwei Leitbegriffe von Gender-Politik. Dabei liegt in den beiden Schlagworten ein erheblicher normativer Unterschied. Unterliegt die Verhältnisbestimmung zwischen Männern und Frauen einem demokratischen Aushandlungsprozess mit offenem Ergebnis? Oder ist das Verhältnis eine Frage der Gerechtigkeit im Sinne von vorgängigen Ansprüchen und Rechtspositionen. Klar scheint, dass das politische System nach wie vor an einer deutlichen Unterrepräsentanz von Frauen in Ämtern und Funktionen leidet und Geschlechtergerechtigkeit kein nachhaltiges Leitbild politischer Institutionen ist.

Die Grünen haben mit dem Instrument der Quote eine Antwort entwickelt, um politische Partizipation von Frauen zu erhöhen. Und mit der EU-Strategie des Gender Mainstreaming wird seit einigen Jahren versucht Organisationen und deren Politik geschlechtergerechter zu gestalten. Aber reicht das aus um alle gesellschaftlichen Strukturen radikal umzugestalten? Greifen diese Instrumente nicht zu kurz und müssen sich den Vorwurf gefallen lassen die Geschlechterkategorien festzuschreiben und affirmative Politik zu betreiben? Welche weiteren Schritte sind notwendig, um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im politischen Raum weiter zu befördern? Wie kann es gelingen, Frauen im demokratischen Prozess stärker ins Spiel zu bringen und sie über die Spielregeln selbst stärker mitbestimmen zu lassen? Wie können Männer und Frauen in einen kontinuierlichen offenen Dialog eintreten und sich gemeinsam für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft einsetzen? In dem Workshop werden diese Fragen gemeinsam mit ReferentInnen und Teilnehmenden diskutiert und (neue) Perspektiven entwickelt.

Marion Heister – Publizistin, Köln
Ulrike HauffeLandesbeauftragte für Frauen, Bremen
Jan Philipp Albrecht – Sprecher LAG Demokratie & Recht, Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen

Moderation:
Henning von BargenGunda-Werner-Institut, Berlin

Thesenpapier als Download (PDF, 4 Seiten, 65 kB)

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Reaktionen (1)

1_ Sebastian Heilmann, Dagmar Hölscher
8. Februar 2009, 02:05 Uhr

Ergebnisprotokoll des Workshops:

Es besteht nach wie vor eine hohe Diskrepanz zwischen rechtlicher (de jure) und tatsächlicher (de facto) Gleichstellung. Rollenzugehörigkeit ist ein fester Bestandteil unserer gesellschaftlichen Strukturen. Wir bilden Geschlechterverschiedenheiten weiterhin aus und verhindern damit das Verschwinden von fixierten Rollenbildern. Im Zusammenhang mit Geschlechterfragen ist die Machtfrage noch unbeantwortet. Bisher fand nur eine Anpassung der Frauen an männlich dominierte Strukturen statt. Mit Blick auf das Entstehen von politischen Konzepten und Strategien stellt(e) sich die Frage nach der Weiterentwicklung von Diskussionskulturen. Politische Grundsatzdebatten im Bundestag, oder auch 'Hinterzimmerpolitik' auf lokaler Ebene sind stark geprägt durch ‚männliche’ Attribute geprägt.

Doch wie ließen sich diese Probleme lösen? Es müssen offene und möglichst barrierefreie Räume geschaffen werden, in denen Frauen und Männer in den Dialog treten möchten. Eine kulturelle Veränderung ist in diesem Zusammenhang unumgänglich, es gilt Stereotype aufzubrechen und die Dekonstruktion von Geschlechterrollen populärer zu machen. Solange dies nicht der Fall ist, findet die vermeintliche Gleichberechtigung nur auf dem Papier statt. Ein möglicher Ort wäre hier in frühkindlicher Bildung zu suchen. Insgesamt muss Akzeptanz für neue und flexiblere Rollenbilder hergestellt werden, sowohl auf institutioneller Ebene, als auch in unserer täglichen Lebenswirklichkeit. Die Politik, die die Zielvorgaben formuliert, muss also einen Weg finden, zwischen Sanktions- und Anreizinstrumenten, um die Ideen und Vorgaben auch endlich realisierbar zu machen.

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