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Wettlauf um die Arktis

Empfehlungen an die EU

25. März 2009
Von Roderick Kefferpütz und Danila Bochkarev

Der Klimawandel schafft neue Konturen der internationalen Sicherheit und Politikgestaltung. Insbesondere trifft dies auf die arktische Region zu. Studien, wie etwa die 2004 veröffentlichte Arctic Climate Impact Assessment (ACIA) sagen einen Temperaturanstieg zwischen 4 und 7 Grad Celsius am Ende dieses Jahrhunderts voraus. Klimamodelle prognostizieren einen eisfreien Arktischen Ozean bereits während der Sommermonate 2040 – Entwicklungen, die eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten und Herausforderungen mit sich bringen.

Den jüngsten Erkenntnissen des U.S. Geological Surveys zufolge birgt die Region erhebliche Öl- und Erdgasreserven. Das tauende Eis würde die Erschließung dieser Ressourcen vereinfachen und einen Zugang zu Fischbeständen und insbesondere neuen Schifffahrtsrouten eröffnen, welche verkürzte Handelswege zwischen Europa und Ostasien versprechen. Andererseits verschärft die schmelzende Eisdecke, so sehr sie die geopolitische und geoökonomische Bedeutung der Region steigert, ihre ökologische Zerbrechlichkeit, bedroht die traditionellen Lebensgewohnheiten der indigenen Bevölkerung und erhöht das Konfliktpotential.

Es ist klar, dass die schmelzende arktische Eiskappe und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels weltweite ökologische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen haben wird. Neben den fünf arktischen Polarstaaten USA, Kanada, Russland, Norwegen und Dänemark mit Grönland hat auch die Europäische Union deutliches Interesse signalisiert.

Die strategischen Ressourcen und die Interessen der maßgeblichen Akteure könnten dazu führen, dass sich um die Arktis ein neues „Great Game“ entwickelt. Ein solcher geopolitischer Wettlauf könnte dazu führen, dass die Arktis zunehmend militarisiert wird.

Neben den fünf arktischen Polarstaaten und der Europäischen Union zeigen neuerdings auch China und Japan Interesse an der Region. China bemüht sich um den Status eines Beobachters im Arktischen Rat, während Japan die Erforschung durch Tanker der arktischen Klasse finanziell unterstützt.

In diesem Paper haben wir versucht, die momentane rechtliche Lage und den institutionellen Rahmen der Arktis zu ermitteln, Konflikte und Kernfragen herauszuarbeiten sowie die beteiligten Akteure und ihre Positionen zu untersuchen. Er schließt mit einer bündigen Analyse der Situation und einer Reihe von Empfehlungen an die Europäische Union.

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