Von Rio nach Cancun: Selbstbestimmungsrechte sind nicht verhandelbar

Global Issue Paper 2

25. Juni 2008
Zusammenfassung eines Policy Papers zur 5. WTO-Ministerkonferenz in  Cancún, Mexiko, 19. August 2003

AutorInnen: Silvia Rodríguez Cervantes, Angel Maria Ibarra Turcios, Alejandra Rotania, Silvia Ribeiro (Beratung)

Zusammenfassung unserer Prinzipien, Positionen und allgemeinen Vorschläge

Nein zum geistigen Eigentum an Lebensformen sowie ihrer unbelebten Komponenten sowie an dem damit verbundenen Wissen, seien es Patente oder andere Formen von intellektuellem Eigentum.

Ja zur Abschaffung des TRIPs-Abkommens, insbesondere des Artikels 27.3 (b).
Im TRIPS Abkommen, Artikel 27.3 (b), wurden zum ersten Mal alle Unterzeichnerländer verpflichtet, Patente auf Mikroorganismen und mikrobiologische Prozesse der Flora und Fauna zu vergeben. Die Aufnahme von Lebensformen in das Patentrecht stellt einen moralischen, ethischen und juristischen Einschnitt dar, wie es ihn nie zuvor gegeben hat.

Ja dazu, dass Landwirtschaft, Biodiversität, Gesundheit, traditionelles Wissen und alles, was mit der Kultur, den Rechten und Lebensformen von Kleinbäuerinnen und -bauern und indigenen Völkern zusammenhängt, aus den WTO- und ALCA-Verhandlungen ausgeschlossen wird.

Nein zur Diskussion von traditionellem oder indigenem Wissen auf internationaler, nationaler oder regionaler Ebene, wenn dies nicht auf Eigeninitiative der indigenen Gruppen oder Bauernorganisationen hin geschieht.

Ja zur vollkommenen Anerkennung der integralen Rechte von Bäuerinnen und Bauern sowie indigenen Völkern auf ihre Kultur, Ressourcen, Territorien, Regierungsformen und ihr Land. Sie sind nicht an einer monopolistischen Aneignung von Genen oder molekularer Information interessiert, sondern an der Bewahrung und Nutzung der Ökosysteme und ihrer Ressourcen als Ganzes zu ihrem und dem Überleben ihrer Kulturen.

Nein zur Legalisierung von Biopiraterie durch den so genannten gerechten Vorteilsausgleich (benefit sharing) im Gegenzug für geistige Eigentumsrechte und unter der Prämisse: Wenn bezahlt wird, ist es keine Piraterie sondern Verkauf. Wir bleiben dabei, dass es sich auf Grund der Privatisierung und Monopolisierung der Ressourcen sowie des damit assoziierten Wissens um Biopiraterie handelt, sei es mit oder ohne Entschädigung.

Nein zur so genannten „Souveränität“ der Staaten, die die reale und notwendige Selbstbestimmung indigener Völker verleugnet, aber den Regierungen den Verkauf von Ressourcen ermöglicht, die ihnen nie gehörten. Die Staaten nehmen sich damit die Fähigkeit, das Eigentum an genetischen Ressourcen, die bis vor kurzem keine Eigentumsobjekte darstellten, weiterzugeben. Sie sind aber auch nicht Eigentum indigener Völker oder bäuerlicher Gemeinden. Genetische Ressourcen sind öffentliche Güter, die von niemandem privatisiert werden können.

Ihr Warenkorb

 

Lieferbedingungen
Allgemeine Geschäftsbedingungen der Heinrich-Böll-Stiftung (AGB hbs)
Hier finden Sie Informationen rund um die Bestellung: Porto-Kosten, Hinweise zum Datenschutz, Ausnahmeregelungen oder die Nummer der telefonischen Beratung. mehr»
Hilfe
So bestellen Sie auf boell.de
Der Bestellvorgang auf boell.de Schritt für Schritt erklärt: Hier erfahren Sie ausführlich, wie Publikationen auf boell.de bestellt werden. mehr»
Veranstaltungen
15.5. Sicherheitspolitik im Wandel - Beweist Syrien das Ende des Prinzips der Schutzverantwortung?
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
16.5. Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern - Bloße Rhetorik oder weit verbreitete Praxis? - Entwicklungspolitische Diskussionstage 2013 - 2
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
17.5. How can we do better? Perspektiven nachhaltiger Zusammenarbeit in fragilen Staaten - Entwicklungspolitische Diskussionstage 2013 - 3
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
21.5. Understanding Pakistan: Media in the political process – a fourth power in the state? - Lecture
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
31.5. Ungarn 2014 - Herausforderungen für die demokratische Opposition
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
3.6. Understanding Pakistan: Educating the youth - financial burden or future potential? - Lecture
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
11.6. „Green Lecture“ mit Michael T. Klare: Die Welt im Rohstoffrausch - Was bleibt übrig? - Internationale Vortragsreihe zu Zukunftsfähigkeit, nachhaltiger Entwicklung und Ressourcengerechtigkeit
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
20./21.
6.
High-Tech-Kriege - 14. Außenpolitische Jahrestagung - Herausforderungen für Frieden und Sicherheit in Zeiten von Drohnen, Robotern und digitaler Kriegführung
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
20./21.
6.
High-Tech Wars - 14th Annual Foreign Policy Conference - Challenges to peace and security in times of drones, robots and digital warfare
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
14.10. Understanding Pakistan: Pakistan's New Political Economy - What Has Changed, and What Hasn't? - Lecture
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Blog: Baustellen der Globalisierung
loader
Die Stiftung in Social Networks
Icon Facebook, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Facebook Icon Twitter, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Twitter
Icon YouTube, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com YouTube Icon Flickr, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Flickr
Icon SoundCloud SoundCloud Icon RSS-Feed Feeds
Blog "Baustellen der Globalisierung" von Rainer Falk