Schriften zur Ökologie, Band 27:

Nutzen statt Besitzen - Auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur

Kristin Leismann, Martina Schmitt, Holger Rohn und Carolin Baedeker.

Es gibt einen neuen Trend, der nicht nur in Deutschland, sondern weltweit Einzug hält: Gemeinschaftlicher Konsum heißt er und umfasst so unterschiedliche Praktiken wie Wohnungstausch, Kleidertauschparties, Autogemeinschaften, Gemeinschaftsgärten, Tauschringe für Werkzeuge, Drucker oder DVDs und vieles andere mehr. Das Time Magazin hat diese neue Konsumform sogar zu einer der zehn großen Ideen erkoren, die die Welt verändern. Denn wenn man Dinge gemeinsam nutzt und weiterverwendet, kann dadurch der Ressourcenverbrauch erheblich gesenkt werden.

Anhand der drei Beispiele „Kleidertausch“, „Werkzeugverleih“ und „Chemieleasing“ geht diese Kurzstudie der Frage nach, welche Potenziale zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs im Konzept „Nutzen statt Besitzen“ enthalten sind und was getan werden muss, um diesen Konsumstil zu befördern. 


Schriften zur Ökologie, Band 27 -
Nutzen statt Besitzen - Auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur
   
Herausgeber/in Heinrich-Böll-Stiftung
Erscheinungsort Berlin
Erscheinungsdatum November 2012
Seiten 104
ISBN 978-3-86928-094-3
Bereitstellungs-
pauschale
kostenlos


„Nutzen statt Besitzen“ – auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur“

Schlussfolgerung aus der gleichnamigen Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie

Von Dorothee Landgrebe, HBS und Indra Enterlein, NABU

Es gibt einen neuen Trend, der nicht nur in Deutschland sondern weltweit Einzug hält: Er heißt „Collaborative Consumption“ oder gemeinschaftlicher Konsum und umfasst so unterschiedliche Praktiken wie Wohnungstausch, Kleidertauschparties, Autogemeinschaften, Gemeinschaftsgärten, Tauschringe für Werkzeuge, Drucker oder DVDs und vieles andere.

Das Internet macht‘s möglich: Tauschplattformen wie „Netcycler“ (für Dinge), „9flats“ (für Wohnungen) oder „Nachbarschaftsauto“ (für private Autos) versetzen uns in die Lage, schnell und unkompliziert denjenigen zu finden, der (oder die) das hat, was wir brauchen. Mit der Verbreitung digitaler Leih-, Miet- und Tauschmodelle entstehen neue Geschäftsformen, die sich auf einer neuen „Währung“ gründen: Vertrauen. Vertrauen, dass der andere meine Dinge gut behandelt und mich nicht hinters Licht führt, obwohl ich den anderen noch nie gesehen habe. Und so sprießen weltweit Startups und private Initiativen aus dem Boden, die Leute mit gleichen Interessen zusammenführen, die leihen, tauschen, teilen oder schenken wollen. Das Time Magazin hat diese neue Konsumform sogar zu einer der zehn großen Ideen erkoren, die die Welt verändern werden.

Gemeinschaftliche Nutzungsformen sind nicht neu: Wohngemeinschaften, Bibliotheken, Waschsalons, Mehrwegflaschen, landwirtschaftliche Genossenschaften – alle beruhen auf der Idee, Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Schon seit den 1970er Jahren macht sich die Ökologiebewegung unter dem Stichwort „Nutzen statt Besitzen“ für diese Konsumformen stark. Wenn Dinge gemeinsam genutzt und weiterverwendet werden, kann – so die Hoffnung - der Ressourcenverbrauch entscheidend gesenkt werden.
Doch bisher ist diesen Nutzungsformen der Durchbruch nicht gelungen. Carsharing, Second-Hand-Läden und Verleiher führten bis vor kurzem ein Nischendasein. Die Umständlichkeit des Leihens und Tauschens sowie eine Flut von Billigprodukten erschwerten eine breite Kultur des „Nutzen statt Besitzen“.

Durch den internetbasierten Trend zum gemeinschaftlichen Konsum hat sich die Situation geändert. So könnte aus einem Nischenphänomen Mainstream werden. Dabei spielt das Internet als Vermittlungsinstanz eine zentrale Rolle. Weite Bereiche des Netzes basieren auf dem Prinzip des Teilens von Informationen, Texten oder Musik – sei es in kommerzieller oder nichtkommerzieller Form. Auch bieten digitale wie reale Tauschbörsen einen sozialen Mehrwert. Sie sind eine Kommunikationsplattform, um miteinander in Kontakt zu treten und sich gegenseitig Tipps zu geben. Es besteht die Hoffnung, dass dieser Kulturwandel, der online beginnt, sich auch offline auswirkt und zu einer generellen Zunahme von Nutzen-statt- Besitzen-Modellen führt.

Vor diesem Hintergrund haben die Heinrich-Böll-Stiftung und der NABU die Kurzstudie „Nutzen statt Besitzen – auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur“ beim Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie in Auftrag gegeben. Anhand der drei Beispiele Kleidertausch, Werkzeugverleih und Chemikalienleasing geht die Kurzstudie der Frage nach, welche Potenziale zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs im Konzept „Nutzen statt Besitzen“ enthalten sind. Außerdem wird untersucht, wie diese Formen kommuniziert werden müssen, um sie möglichst breit bekannt zu machen und Menschen für eine Veränderung ihres Konsumstils zu motivieren. Abschließend wird in einem ganzen Bündel von Handlungsempfehlungen gezeigt, wie alte und neue Pioniere des Teilens, Nutzen und Tauschens unterstützt werden können.

Die gesamte Schlussfolgerung (248 KB, 7 Seiten) aus der gleichnamigen Studie können Sie hier herunterladen »

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