Die Zukunft ist erneuerbar: Wind und Sonne statt Atomkraft und Kohle

Windkrafttanlage im Bau
Bild: Shotshop

22. Februar 2011
Atomkraft und Kohle sind Energietechnologien von gestern. Beide basieren auf ineffizienten Großkraftwerken und endlichen Brennstoffvorräten. Im Konzert mit den Energiekonzernen hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert. Neue Kohlekraftwerke sollen gebaut werden, die auf Jahrzehnte das Klima belasten. Es profitieren vor allem Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.

Die Zukunft sieht anders aus: Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Solarstrom und Geothermie können den Energiebedarf spätestens bis zur Mitte des Jahrhunderts vollständig decken. Für die Übergangszeit werden nicht Atom- oder Kohlemeiler gebraucht, sondern flexible Gaskraftwerke und hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung.

Noch vor wenigen Jahren wurde diese Vision als Phantasterei abgetan. Doch dank des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) der rot-grünen Koalition steigt der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung rapide. Er liegt heute bereits bei 16,4 Prozent. Kein Wirtschaftszweig wächst so schnell wie die Branche der erneuerbaren Energien. Kein Wunder, dass das deutsche EEG weltweit dutzendfach kopiert worden ist.

Gewinn für alle

Von der Energiewende profitieren nicht die vier Stromriesen, sondern eine große Zahl von kleinen und mittleren Unternehmen und die große Mehrheit der Bevölkerung. Windkraftwerke, Biogasanlagen und Solarstrom bedeuten eine Demokratisierung der Energieversorgung. Die Gewinne fließen in die Taschen vieler. Jobs entstehen nicht an wenigen Standorten, sondern überall im Land. Projekte wie die Desertec-Initiative zur Gewinnung von Wüstenstrom in Nordafrika oder große Offshore-Windanlagen in der Nordsee können diese dezentrale Struktur ergänzen und eine stabile Energieversorgung sichern.

In den nächsten 30 bis 40 Jahren kann Deutschland nahezu vollständig aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden. Dafür müssen aber heute die richtigen Weichen gestellt werden. So muss in neue Stromnetze investiert werden, um Windenergie aus den Küstenregionen bis in den Süden zu leiten. Notwendig sind Energiespeicher, die Solarenergie auch nachts und Windstrom auch in Flautezeiten nutzbar machen. Intelligente Verbrauchssteuerung kann dafür sorgen, dass Elektrogeräte dann anspringen, wenn reichlich Windenergie im Netz zur Verfügung steht. Mehr Investitionen in die Forschung werden leistungsfähigere Batterien für Elektroautos und andere energieeffiziente Produkte hervorbringen.

Für die deutsche Wirtschaft ist die Energiewende schon heute ein Jobmotor. Die Branche der Erneuerbaren ist besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als die meisten anderen Industriezweige.

Cover: Green New Deal - Die Zukunft beginnt jetzt!

Green New Deal - Die Zukunft beginnt jetzt!

Die Wirtschaft brummt wieder, aber die großen ökologischen und sozialen Fragen bleiben ungelöst: der Klimawandel, die Verknappung natürlicher Ressourcen, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Die Idee eines "Green New Deal" gibt eine Antwort auf diese Herausforderungen.

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