Pressemitteilung

Nach der Freilassung von Aung San Suu Kyi: Vertreter der burmesischen Zivilgesellschaft dämpfen Erwartungen

16. November 2010
Anlässlich der Aufhebung des Hausarrests gegen die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi erklärt Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: "Wir freuen uns über die Freilassung von Aung San Suu Kyi. Ihr Einfluss und ihre Strahlkraft sind trotz des 20jährigen Hausarrests bis heute ungebrochen."

Gleichzeitig warnen Vertreter der burmesischen Zivilgesellschaft vor vorschnellen Hoffnungen auf einen raschen politischen Wandel in Burma/Myanmar.  

"Erst in den nächsten fünf Jahren wird sich entscheiden, ob das burmesische Regime eine schrittweise Öffnung des Landes im Sinne einer "Perestroika" zulassen wird. Die institutionellen Voraussetzungen, die durch die Wahlen vergangene Woche geschaffenen worden sind, müssen sich erst noch durchsetzen", erklärt Marie Lall, Burma/Myanmar-Expertin an der University of London. Die Chancen auf Wandel hingen auch davon ab, ob Aung San Suu Kyi bereit sei, mit den neuen Oppositionsparteien und den ethnischen Minderheiten des Landes zusammenzuarbeiten.

"Aung San Suu Kyi verfügt immer noch über die Fähigkeit, alle demokratischen Kräfte des Landes zu einen und die zerstrittene Opposition an einen Tisch zu bekommen", so Barbara Unmüßig. Offen sei allerdings, ob Aung San Suu Kyi nach 20 Jahren Isolation noch Anschluss an die politischen Realitäten des Landes finden könne.  

Vertreter der burmesischen Zivilgesellschaft, die auf einer Fachkonferenz der Heinrich-Böll-Stiftung vergangene Woche in Berlin zusammengekommen waren, hatten vor der Gefahr gewarnt, dass sich nach der Freilassung Aung San Suu Kyis der Putsch von 1990 wiederholen könne. Damals hatte Aung San Suu Kyis Partei "National League for Democracy" (NLD) bei den Parlamentswahlen über 80 Prozent der Stimmen erzielt. Die herrschende Militärjunta hatte diesen Wahlerfolg jedoch nicht anerkannt.

Die Opposition in Burma gilt als zerstritten: Aung San Suu Kyi war von der Beteiligung der jüngsten Wahlen vergangene Woche ausgeschlossen worden, woraufhin die NLD die Wahlen boykottiert hatte. Andere Oppositionsparteien hingegen hatten daran teilgenommen, darunter auch eine NLD-Splittergruppe. Als neuer Hoffnungsträger gilt vielen Burmesen mittlerweile die sogenannte "Third Force", ein Zusammenschluss von Vertretern der burmesischen Zivilgesellschaft.
 
Analysen und Berichte
zu den Wahlen in Burma/Myanmar


Interviews:

Marie Lall, Burma/Myanmar-Expertin an der University of London, steht für Interviews zur Verfügung. Die Interviews können auf Deutsch geführt werden.

Kontakt über Pressestelle:
Karoline Hutter, Pressereferentin, Heinrich-Böll-Stiftung,
T 030-285 34-202, M 0160-365 7722, E hutter@boell.de 

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