Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten: Schutz vor Diskriminierung weltweit

Pressemitteilung

Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten: Schutz vor Diskriminierung weltweit

31. August 2011
Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle sind fast überall auf der Welt besonderer Diskriminierung ausgesetzt, vielerorts politisch verfolgt und kriminalisiert. Gemessen an anderen Gruppen, deren Menschenrechte bedroht oder eingeschränkt sind, erfahren sie viel zu wenig politische und finanzielle Unterstützung.  

Dies stellt heute eine Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) und der Dreilinden gGmbH in Berlin fest. Die Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intersexuelle Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten" kommt u.a. zu diesem Ergebnis: Lediglich neun von 16.500 deutschen Stiftungen und Organisationen fördern die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bi-, und Intersexuellen sowie Transgender (LSBTI) im Ausland.

"Das sind entschieden viel zu wenig", sagt Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. "Wir brauchen viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter beim Schutz vor Diskriminierung und Kriminalisierung von LSBTI".  Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt seit Jahren Netzwerke und LSBTI-Gruppen in Ländern des globalen Südens und in Osteuropa. "Viel zu oft sind wir die einzige ausländische Organisation, die den gesellschaftlich und politisch Verfolgten zur Seite steht", so Unmüßig. "Die finanzielle und politische Unterstützung von LSBTI muss integraler Bestandteil jeder Menschenrechts- und Geschlechterpolitik sein. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat dies in ihrem Leitbild verankert". 

Die Stiftung förderte mit 33 Projekten nachweislich die meisten Einzelvorhaben und stellt mit 170.382 Euro die zweitgrößte Summe für internationale LSBTI-Zwecke bereit. Mittels einer 2010 eingeführten Genderkennung ist die Heinrich-Böll-Stiftung in der Lage, die dafür aufgewendeten Mittel auszuweisen. "Wir freuen uns, dass die Studie des DIMR und der Dreilinden gGmbH unsere Arbeit für LSBTI würdigt. Dies ist für uns auch Ansporn, unser Engagement noch weiter auszubauen", erklärt Unmüßig und sie fordert, dass auch in deutschen Ministerien, allen voran im BMZ "ein verbesserter Menschenrechtsschutz von LSBTI kein Lippenbekenntnis bleibt. Gebraucht werden dringend entsprechende Förderstrategien und ausreichende Finanzen".

Link zum Bericht der Fachtagung 2011

Fachkontakt Heinrich-Böll-Stiftung
Jana Mittag
Referentin Demokratieförderung und entwicklungspolitische Friedensarbeit
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