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Freiwillige Initiativen im Rohstoffsektor

27. November 2009
Von Heidi Feldt

Welche Ansätze bieten diese Initiativen zur Verbesserung der Governance im Rohstoffsektor in Entwicklungsländern?

Es hat in den letzten Jahren große Fortschritte im Verständnis der Probleme des Rohstoffabbaus in Erntwicklungsländern und ihrer Verknüpfung untereinander gegeben, allerdings besteht nach wie vor aber ein großer Bedarf, dieses Wissen in eine kohärente Politik zu übertragen. Eine Reihe von Politikinstrumenten und Standards sind von unterschiedlichen Akteuren entwickelt worden: freiwillige Unternehmensstandards, Rechenschaftspflichten und Transparenzstandards bis hin zu Zertifizierungsmechanismen und Regulierungen zur Minderung von Schäden und zur Verbesserung der Governance im extraktiven Sektor. All diese Instrumente und Standards wählen unterschiedliche Ansätze, um spezifische Probleme der Produktionskette im Rohstoffsektor anzugehen und sie haben wahrscheinlich auch unterschiedliche Auswirkungen auf die Situation der von Erdölförderung und Bergbau betroffenen Menschen.

Die folgende Literaturauswertung geht daher in einem ersten Schritt auf die zentralen Probleme des Rohstoffabbaus, seine Auswirkungen auf die betroffenen Regionen in Asien, Afrika und Lateinamerika und die Ursachen für Fehlentwicklungen ein.

Im zweiten Schritt werden die Multistakeholder Initiativen und andere freiwilligen Initiativen dargestellt, die Aspekte der beschriebenen Probleme aufgreifen und Lösungen dafür anbieten wollen.

Ziel der Literaturauswertung ist es, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten, welche der existierenden Initiativen am besten geeignet ist, zur Verbesserung der Situation der betroffenen Menschen vor Ort beizutragen und die existierenden Probleme zu überwinden.


Welche Ansätze bieten diese Initiativen zur Verbesserung der Governance im Rohstoffsektor in Entwicklungsländern? -
Freiwillige Initiativen im Rohstoffsektor
   
Herausgeber/in Heinrich-Böll-Stiftung
Erscheinungsort Berlin
Erscheinungsdatum November 2009
Seiten 30
ISBN --
Bereitstellungs-
pauschale
kostenlos


Inhaltsverzeichnis

1. Aufgabenstellung
2. Rohstoffreichtum und wirtschaftliche Entwicklung
3. Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung

3.1. Industrieller Bergbau und lokale Gemeinschaften
3.2. Armut in den betroffenen Regionen
3.3. Ökologische Auswirkungen

4. Wirkungszusammenhänge zwischen extraktivem Sektor und gewaltsamen Konflikten
5. Relevante internationale politische Prozesse und Initiativen

5.1. Extractive Industry Transparency Initiative / Publish what you pay
5.2. Voluntary Principles on Security and Human Rights
5.3. ICMM / Mining, Minerals and Sustainable Development (MMSD)
5.4. Zertifizierung von Diamanten
5.5. Zertifizierung von Handelsketten
5.6. Internationale Standards für Unternehmen

6. Vorläufige Schlussfolgerungen
7. Literatur
8. Anhang

8.1. Links
8.2. Übersicht über Initiativen

Vorläufige Schlussfolgerungen

In dem Bestreben, die Bedingungen unter denen Rohstoffe abgebaut werden, zu verbessern und das Potenzial aus den Rohstoffgewinnen für Entwicklung zu nutzen, sind vor allem in den letzten zehn Jahren eine Vielzahl von Multistakeholder und anderen freiwilligen Initiativen entstanden. Über die Wirkungen dieser Initiativen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt bis auf erste Lessons Learned aus der EITI Umsetzung oder dem Kimberley Prozess nur wenige Aussagen.

Einige Beobachtungen lassen sich jedoch bereits aufstellen:

  1. Die Initiativen adressieren wichtige Probleme des Rohstoffsektors wie fehlende Transparenz und Korruption, menschenunwürdige Abbaubedingungen, Finanzierung von bewaffneten Konflikten, sozio-ökonomischer Spannungen und Umweltschäden.
  2. Vielen Multistakeholder Initiativen fehlt jedoch eine strukturelle Anbindung in nationale, regionale oder lokale Strukturen, so dass ungewiss ist, ob sie nachhaltig wirken werden. Nationale Kontrollinstanzen in den betroffenen Ländern selber werden dadurch nicht gestärkt. EITI, der Kimberley Prozess und eventuell auch die Voluntary Principles, wenn diese in Verträge eingebunden würden, verfügen aber zumindest über das Potenzial, nationale Kontrollmechanismen und Partizipationsspielräume zu stärken.
  3. Die meisten Initiativen sind von den Industrieländern dominiert, nur wenige wie EITI greifen in ihren Standards auf Vorstellungen aus den betroffenen Ländern zurück bzw. beziehen Initiativen der Entwicklungsländer mit ein. Lokale Initiativen spielen kaum eine Rolle. Eine Ausnahme bildet die Alliance for Reponsible Mining.

Angesichts der Vielfalt existierender Initiativen scheint eine Konsolidierung der existierenden sinnvoller als weitere Neugründungen.

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