Grundsatzpapier

Internationale Sicherheitsgarantien für eine Zwei-Staaten-Lösung Israel und Palästina

16. März 2012

Einer der zentralen Hinderungsgründe für eine politische Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts ist das fehlende Vertrauen, ob eine Zwei-Staaten-Lösung tatsächlich die Sicherheitslage verbessern und zu einer dauerhaften friedlichen Koexistenz führen würde. Auf israelischer Seite gibt es negative Erfahrungen mit dem Rückzug aus dem Südlibanon und dem Gaza-Streifen, auf palästinensischer Seite den Vorbehalt, ob Israel die Souveränität eines palästinensischen Staates tatsächlich respektieren würde.
 
Vor diesem Hintergrund legt die Heinrich-Böll-Stiftung nun einen Vorschlag für eine internationale Sicherheitspräsenz im Zuge einer Zwei-Staaten-Lösung vor. Der Vorschlag ist das Ergebnis intensiver Beratungen einer hochrangigen Expertengruppe, an der Sicherheitsfachleute aus Israel, Palästina, Europa und Kanada beteiligt waren. Organisiert wurde dieser Beratungsprozess von der Heinrich-Böll-Stiftung.

In einem Grundsatzpapier und einer detaillierten Blaupause werden Auftrag und Rolle einer internationalen Mission beschrieben, die Israel und Palästina bei der Umsetzung eines Friedensabkommens unterstützen soll.
 
Das vorliegende Papier umfasst Vorschläge zur völkerrechtlichen Grundlage einer solchen Mission, zur Truppenstellung und Bezahlung bis hin zu detaillierten Einsatz- und Abstimmungsregeln. Der internationalen Präsenz sollten bewaffnete Einheiten mit einem robusten Mandat angehören, die in Zusammenarbeit mit beiden Seiten die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen gewährleisten können. Zu ihren Aufgaben zählen neben Monitoring und Berichterstattung auch die Unterstützung der einheimischen Sicherheitsorgane bei der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung, die Polizeiausbildung und die Schlichtung von Konflikten.
 
Zu den beteiligten Expert/innen gehören u.a. Jibril Rajoub, Mitglied des Exekutivkomitees der FATAH und Berater von Präsident Mahmud Abbas, Shlomo Brom, General a.D. und Senior Research Fellow am renommierten „Institute for National Security Studies“ in Tel Aviv, sowie Klaus Naumann, General a.D. und Ex-Vorsitzender des NATO-Militärausschusses.
 
Die Handlungsempfehlungen wurden in den vergangenen Monaten bereits israelischen Regierungsvertreter/innen und der palästinensischen Autonomiebehörde präsentiert. In der Woche vom 19.03.2012 werden die Ergebnisse des Projekts einer ausgewählten Fachöffentlichkeit sowie Regierungsvertreter/innen in Berlin, Brüssel, New York und Washington vorgestellt.


Internationale Sicherheitsgarantien für eine Zwei-Staaten-Lösung Israel und Palästina
   
Herausgeber/in Heinrich-Böll-Stiftung
Erscheinungsort Berlin
Erscheinungsdatum März 2012
Seiten 20
ISBN --
Bereitstellungs-
pauschale
kostenlos


Reaktionen (2)

1_ Karl Pfeifer
19. März 2012, 20:47 Uhr

Solche Garantien sind das Papier nicht wert auf dem sie gedruckt sind, solange wir sehen, wie in Syrien jeden Tag ca. 100 Menschen - bislang über 8.200 - massakriert werden.
Was Not tun würde, wäre der Abbau antisemitischer Hetze in muslemischen Gesellschaften. Doch solange arabische Fernsehstationen die Ritualmordlegende verbreiten und sogar Kleinkinder antisemitisch aufhetzen haben solche Initiativen hauptsächlich eine Funktion: Ablenkung von der mörderischen Realität des Nahen Ostens.

2_ abumidian
1. April 2013, 14:58 Uhr

Eine neue Strategie zur Lage im Nahen Osten
Die "Zwei-Staaten-Lösung" basiert auf dem merkwürdigen Gedanken, alle Israelis (die Privilegierten) seien Unterdrücker, und die Errichtung eines palästinensischen Staates würde alle Palästinenser von der Unterdrückung befreien.
Ist jeder Privilegierter ein Unterdrücker?
Derjenige, der nicht bis zum Kinn, sondern nur bis zum Nabel in der Scheisse sitzt, hat ein viel besseres Leben. Er kann den Kopf drehen, er kann frei atmen, er kann sogar seine Arme bewegen! Er kann tatsächlich mit seinen Armen rudern und sogar, wenn er Glück hat, einem armen Teufel, der bis zum Kinn in der Scheisse sitzt, eine runterhauen, wenn dieser genug nahe ist. Macht ihn eine solche Tat zum Unterdrücker?
Ich glaube, es ist falsch zu versuchen, diese Frage zu beantworten. Viel wichtiger ist die Frage: Wie schaffen wir es, dieses Regime in den Mülleimer zu schmeißen. Denn wenn wir diesem Regime nicht an den Kragen gehen, gibt es auch keine Befreiung für die Palästinenser. Das ist der Fluch, der uns Molotow mitgegeben hat, seit 1947: die Zwei-Staaten-Lösung.
http://abumidian.wordpress.com/deutsch/eine-neue-strategie/

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