CHRISTINA VON BRAUN
Christina von Braun, 1944 in Rom geboren und in Deutschland
und England aufgewachsen, lebte zunächst über ein Jahrzehnt als freischaffende
Autorin und Filmemacherin in Paris, bevor sie Anfang der achtziger Jahre nach
Deutschland zurückkehrte.
Ihre mittlerweile auf über fünfzig Arbeiten angewachsenes
Filmwerk umfasst Filmdokumentationen, Filmessays und Fernsehspiele, die sich
vor allem mit kulturgeschichtlichen Themen befassen – etwa ihr 1972 für den
Bayrischen Rundfunk entstandenes Porträt des französischen Schriftstellers
André Malraux oder der 1996 abgeschlossene Essay "Das geteilte Ich.
Gestalten des Selbst in der Moderne". Die Untersuchung historischer
Prozesse, insbesondere die Untersuchung des europäischen und deutschen
Antisemitismus wie der Geschichte des Dritten Reichs, seiner Vorgeschichte und
seinen Nachwirkungen, bilden einen weiteren Schwerpunkt der filmischen Arbeit
Christina von Brauns - zu sehen etwa in der Trilogie "Der ewige
Judenhass" (1990) und der
zweiteiligen Dokumentation "Die Erben des Hakenkreuzes. Die Geschichte der
Entnazifizierung in den beiden deutschen Staaten" (1988) .
Seit Ende der achtziger Jahre nahm Christina von Braun
Lehrtätigkeiten an verschiedenen deutschen und österreichischen Universitäten
in den Bereichen Philosophie, Theater-, Erziehungs- und Literaturwissenschaft
wahr, bis sie einen Ruf des Instituts für Kulturwissenschaft der
Humboldt-Universität zu Berlin annahm, wo sie heute den Lehrstuhl für
Geschlecht und Geschichte innehat. Sie war Gründerin und viele Jahre Leiterin
der Gender Studies an der Humboldt-Universität. Seit 2009 ist sie zusammen mit
Julius Schoeps Sprecherin des ‚Kollegiums Jüdische Studien’ an der HU.
Zu ihren Veröffentlichungen, die sich neben film- und
medientheoretischen Themen dem Wechselverhältnis von Geistesgeschichte und
Geschlechterrollen widmen, zählen unter anderen der 2001 erschienene Versuch
über den Schwindel. Religion, Schrift, Bild, Geschlecht sowie Gender@Wissen.
Ein Handbuch der Gendertheorien (Hg.,
zusammen mit Inge Stephan, 2005) und Holy War and Gender. Gotteskrieg und
Geschlecht (Hg., zusammen mit Ulrike
Brunotte u.a., 2006) ; Verschleierte
Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen (zus. m. Bettina Mathes, 2007) , Gender
in Conflict: Israel, Palestine, Germany, zus. m. Ulrike Auga, Hg., 2006) , Nicht
ich. Logik Lüge Libido (1985/2009) ; Das Unbewusste. Krisis und Kapital der Wissenschaften (zus. m. Dorothea Dornhof et al., Hg. 2009)
Christina von Braun, Gründungsmitglied der Grünen Akademie, ist
unter anderem Mitglied im Präsidium des Goethe-Instituts sowie seit 2008
Vizepräsidentin des Goethe-Instituts. Sie ist im Vorstand der Deutschem
Orientstiftung und in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten: Zeitschrift
für Sexualforschung, und Sexuality and Culture (US) Sie gibt mehrere Reihen heraus: darunter
beim Transcript Verlag (GenderCodes) , Rombach
Verlag (Berliner Kulturwissenschaft)
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage Christina
von Brauns unter:
http://www.culture.hu-berlin.de/cvb/home.htm

