ABSTRACT

Bildungskorruption in Russland und der Ukraine im Vergleich

Eduard Klein, Universität Bremen

25. Februar 2013
Die Dissertation setzt sich mit einer Korruptionsform auseinander, die gerade im
postsowjetischen Raum weit verbreitet ist: Bildungskorruption. Anhand der
Beispiele des russischen und ukrainischen Hochschulwesens sollen die
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Ursachen für das hohe Aufkommen von
Bildungskorruption analysiert und gegenwärtige Korruptionsformen im
Hochschulsektor eruiert werden.

Beide Regierungen haben mit standardisierten Einheitsexamen analoge Maßnahmen gegen Korruption im
Zusammenhang mit universitären Aufnahmeprüfungen eingeleitet, mit dem Ziel, den
Hochschulzugang wieder transparenter und gerechter zu gestalten. Das
Dissertationsvorhaben untersucht die Umsetzung der Einheitsexamens-Reformen in
beiden Ländern. Anschließend erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Struktur
und Funktionsweise der neuen Examen sowie ihrer Rezeption. Es wird überprüft, ob
die ergriffenen Maßnahmen tatsächlich zu einer Reduktion von Bildungskorruption
führen, oder nur eine Verlagerung korrupter Praktiken von den Universitäten an
die Schulen stattfindet. Der Vergleich zwischen Russland und der Ukraine wurde
gewählt, da hier ein most-similar-case mit unterschiedlichen Reformergebnissen
vorliegt: Ersten Untersuchungen zufolge ist die Reform in der Ukraine effektiver
und es stellt sich die Frage nach den Gründen dafür. Auf Grundlage der
Forschungsergebnisse soll abschließend ein Maßnahmenkatalog für die Optimierung
der Einheitsexamen erarbeitet und diskutiert werden.
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