Einführung
Die Umwelt-Arbeit im Nahen und Mittleren Osten
Nachhaltigkeit bedeutet mehr als nur Umweltschutz. Sie umfasst neben ökologischen auch ökonomische und soziale Ziele. Die Intensivierung des Dialogs zwischen der Wissenschaft und möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere in der Wirtschaft, ist dabei von elementarer Bedeutung. Nur so kann es gelingen, nachhaltige Innovationen auch gesellschaftlich umzusetzen.
Gerechtigkeit: Ressourcen- und Generationenkonflikt
Bei der Gestaltung einer Nachhaltigen Entwicklung in der Region geht es zunächst um soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe. Undemokratische Verhältnisse fördern erfahrungsgemäß den schonungslosen Umgang mit den Ressourcen. Angesichts der hohen Geburtenrate in der Region ist die soziale Gerechtigkeit zudem auch eine Frage der Generationengerechtigkeit.
Der nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen bedarf angesichts der drängenden ökologischen Probleme einer sorgfältigen Beobachtung und intensiven Förderung. Das Wasserproblem in der Region hat für uns einen besonders hohen Stellenwert. Wir versuchen aber auch, erneuerbare Energien auf die Tagesordnung zu setzen, z.B. durch die Organisation regionaler Konferenzen.
Bei der Unterstützung von Projekten zur Förderung des Umweltbewusstseins arbeiten wir eng mit lokalen und nationalen Partnern zusammen. Wir unterstützen verstärkt Projekte, die auf eine interregionale Zusammenarbeit setzen und zugleich die Teilnahme an internationalen Entwicklungen ermöglichen. In einer solchen grenzüberschreitenden Kooperation steckt gerade in einer Konfliktregion wie dem Nahen Osten auch ein friedenspolitisches Potenzial.
Büros und Projekte
In Israel bemühen sich ökologische Gruppen, die allgemeine politische Akzeptanz des Themas Nachhaltigkeit herbeizuführen. In unserem Büro in Tel Aviv unterstützen wir diese Aktivitäten und bemühen uns zugleich um eine Vertiefung der Debatte durch fachliche Auseinandersetzungen. Angesichts der allgemeinen Isolierung israelischer Nichtregierungsorganisationen ist es für uns wichtig, sie bei der Vernetzung mit internationalen Partnerorganisationen zu unterstützen. Dies ist z.B. anlässlich des Erdgipfels in Johannesburg beim Thema „Wasser und Abwasser“ gelungen.
In Ägypten, Palästina und Jordanien ist das Umweltbewusstsein nur wenig ausgebildet. Unser Regionalbüro in Ramallah unterstützt Partnerorganisationen bei der umweltpolitischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dabei geht es z.B. um Hilfestellung bei der Entwicklung eines Naturschutzgesetzes in Palästina oder um die Aufnahme umweltrelevanter Themen in den schulischen Lehrplan in Ägypten.
In unserem Büro in Beirut unterstützen wir das Erscheinen einer arabisch-sprachigen Umweltzeitschrift und die Entwicklung alternativer Verkehrsmodelle für den Libanon.
Für den Iran als wichtiger Rohstoffproduzent und Exporteur hat das Thema Nachhaltigkeit besondere Bedeutung. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen ist für das Land von langfristigem Interesse. Dabei geht es nicht nur um die Optimierung des Verbrauchs, sondern auch um die Minimierung der schädigenden Einflüsse auf die Umwelt durch technische und gesetzgeberische Maßnahmen.